Asi­en am Mor­gen – 05.03.2026

Der asia­ti­sche Akti­en­markt ver­zeich­ne­te am 5. März 2026 eine deut­li­che Erho­lung, nach­dem er zuvor eine Pha­se extre­mer Vola­ti­li­tät und mas­si­ver Kurs­ein­brü­che durch­lebt hat­te. Wäh­rend Stra­te­gen von Gold­man Sachs dazu raten, Kurs­rück­set­zer als Kauf­ge­le­gen­heit zu nut­zen („Buy the Dip“), bleibt die all­ge­mei­ne Lage durch geo­po­li­ti­sche Risi­ken im Nahen Osten und wirt­schaft­li­che Unsi­cher­hei­ten geprägt.

Süd­ko­rea: Erho­lung nach dem Rekord­sturz

Süd­ko­rea stand im Zen­trum der jüngs­ten Markt­tur­bu­len­zen. Nach einem his­to­ri­schen Ein­bruch der Akti­en­kur­se – dem schlimms­ten in der Geschich­te des Lan­des – sta­bi­li­sier­te sich der Markt am Berichts­tag deut­lich.

  • Kurs­be­we­gun­gen: Der Leit­in­dex KOSPI stieg zeit­wei­se um 11 %, nach­dem er am vor­an­ge­gan­ge­nen Han­dels­tag um etwa 12 % ein­ge­bro­chen war. Trotz die­ses Rück­schlags liegt der KOSPI im bis­he­ri­gen Jah­res­ver­lauf immer noch rund 20 % im Plus.
  • Trei­ber und Risi­ken: Die Erho­lung wur­de maß­geb­lich von Schwer­ge­wich­ten aus dem Halb­lei­ter­sek­tor wie Sam­sung und SK Hynix getra­gen, die von der anhal­ten­den KI-Nach­fra­ge pro­fi­tie­ren. Ana­lys­ten warn­ten jedoch vor der hohen Hebel­wir­kung (Levera­ge) im Markt; erzwun­ge­ne Ver­käu­fe durch Mar­gin Calls hat­ten den vor­he­ri­gen Absturz mas­siv beschleu­nigt. Zudem belas­ten hohe Ener­gie­prei­se die Han­dels­bi­lanz und könn­ten die Zen­tral­bank (BOK) zu einer restrik­ti­ve­ren Geld­po­li­tik zwin­gen.

Chi­na: Nied­ri­ge­re Wachs­tums­zie­le und „Gür­tel­rü­cken“

Par­al­lel zum Markt­ge­sche­hen begann in Peking der Natio­na­le Volks­kon­gress (NPC), bei dem die Regie­rung ihre Plä­ne für das Jahr 2026 vor­stell­te.

  • Wachs­tums­ziel: Chi­na hat sich für 2026 ein Wachs­tums­ziel von 4,5 % bis 5 % gesetzt. Dies ist das am wenigs­ten ambi­tio­nier­te Ziel seit 1991 und signa­li­siert eine Abkehr vom alten Modell des mas­si­ven, schul­den­fi­nan­zier­ten Wachs­tums hin zu „qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gem Wachs­tum“.
  • Fis­kal­po­li­tik: Das Haus­halts­de­fi­zit wird bei 4 % des BIP gede­ckelt. Statt eines gro­ßen Kon­junk­tur­pa­kets setzt Peking auf geziel­te Maß­nah­men, wie die Emis­si­on von Staats­an­lei­hen im Wert von 1,3 Bil­lio­nen Yuan und die För­de­rung der tech­no­lo­gi­schen Selbst­ver­sor­gung (ins­be­son­de­re bei Chips und KI).
  • Markt­re­ak­ti­on: Chi­ne­si­sche Tech-Akti­en blie­ben im Jah­res­ver­gleich bis­her flach, da Inves­to­ren auf kon­kre­te­re Maß­nah­men zur Ankur­be­lung des pri­va­ten Kon­sums war­ten.

Wei­te­re Regio­na­le Ent­wick­lun­gen

  • Japan: Die japa­ni­schen Märk­te eröff­ne­ten posi­tiv mit einem Plus von etwa 2 %.
  • Aus­tra­li­en: Der aus­tra­li­sche Markt star­te­te eben­falls mit Gewin­nen. Ein Schwer­punkt liegt hier auf der Koope­ra­ti­on mit Kana­da im Bereich kri­ti­scher Mine­ra­li­en, um die Abhän­gig­keit von den USA und Chi­na zu ver­rin­gern.
  • Wäh­run­gen: Der star­ke US-Dol­lar übte zuletzt Druck auf asia­ti­sche Wäh­run­gen wie den Korea­ni­schen Won und die Indi­sche Rupie aus, was jedoch am Berichts­tag durch eine leich­te Abschwä­chung des Dol­lars etwas abge­mil­dert wur­de.

Ein­fluss­fak­to­ren und Aus­blick

Trotz der aktu­el­len Erho­lung blei­ben zwei Fak­to­ren ent­schei­dend für den wei­te­ren Ver­lauf:

  1. Nah­ost-Kon­flikt: Der Krieg im Iran sorgt für Unsi­cher­heit bezüg­lich der Ölver­sor­gung. Etwa 45 % der chi­ne­si­schen Roh­öl­im­por­te flie­ßen durch die Stra­ße von Hor­mus, wes­halb eine anhal­ten­de Blo­cka­de die Infla­ti­on in ganz Asi­en anhei­zen könn­te.
  2. KI-Sek­tor: Wäh­rend KI als trans­for­ma­tiv gilt, ach­ten Inves­to­ren nun ver­stärkt dar­auf, ob die Unter­neh­men die hohen Erwar­tun­gen bei den Gewin­nen tat­säch­lich erfül­len kön­nen.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die asia­ti­schen Märk­te zwar Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung zei­gen, die Markt­teil­neh­mer jedoch auf­grund der unkla­ren Dau­er des Iran-Kon­flikts und der vor­sich­ti­gen Wirt­schafts­po­li­tik Chi­nas wei­ter­hin wach­sam blei­ben.


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