Bei einem schweren Angriff auf Coldcard-Hardware-Wallets des kanadischen Herstellers Coinkite wurden laut Schätzungen von Galaxy Research rund 130 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 2.000 Bitcoin entwendet. Betroffen waren Tausende Wallet-Adressen.
Der zentrale Punkt: KI-gestützte Codeprüfungen erkannten die ausgenutzte Schwachstelle nicht. Coinkite hatte seine sicherheitskritischen Codebasen bereits vor dem Angriff mit KI prüfen lassen. Auch nachträgliche Tests mit mehreren führenden KI-Modellen fanden den Fehler nicht.
Die Schwachstelle lag offenbar nicht in der eigentlichen kryptografischen Logik oder im Hauptcode, sondern an der Schnittstelle zwischen zwei Softwarekomponenten innerhalb der Firmware. Solche Build‑, Abhängigkeits- und Submodulgrenzen werden bei klassischen und KI-gestützten Reviews offenbar leichter übersehen.
Coinkite warnt deshalb die gesamte Bitcoin-Branche:
- KI-Reviews dürfen nicht als ausreichender Sicherheitsnachweis gelten.
- Unternehmen sollten insbesondere Komponentenübergänge, Build-Prozesse und Submodule gezielt prüfen.
- Auch Open-Source-Projekte sollten ihre sicherheitskritischen Systeme kurzfristig erneut auditieren.
Der Angriff erschüttert zudem das Vertrauen in Self-Custody und Hardware-Wallets, die bislang als eine der sichersten Aufbewahrungsformen für Kryptowährungen gelten. Branchenvertreter warnen, dass ein einzelner technischer Fehler das Vertrauen in das gesamte Modell langfristig beschädigen könnte.
KI kann Sicherheitsprüfungen unterstützen, ersetzt aber keine systematische Architekturprüfung, manuelle Audits und gezielte Tests an den Übergängen zwischen Softwarekomponenten.