US-Ölre­ser­ve fällt auf nied­rigs­ten Stand seit 1983

Die stra­te­gi­sche Erd­öl­re­ser­ve der USA ist in der betref­fen­den Woche um rund 5,1 Mil­lio­nen Bar­rel auf 311,4 Mil­lio­nen Bar­rel gesun­ken. Damit liegt sie auf dem nied­rigs­ten Stand seit März 1983. Die Ent­nah­men gehö­ren zu einer Ver­ein­ba­rung, ins­ge­samt 172 Mil­lio­nen Bar­rel frei­zu­ge­ben. Seit Beginn des US-israe­li­schen Kriegs gegen Iran Ende Febru­ar sei­en die Reser­ven bereits um rund 104 Mil­lio­nen Bar­rel zurück­ge­gan­gen.

Auch die gesam­ten US-Ölvor­rä­te – also stra­te­gi­sche und kom­mer­zi­el­le Bestän­de zusam­men – sind deut­lich gefal­len: auf 726,2 Mil­lio­nen Bar­rel, den nied­rigs­ten Stand seit 1984.

Die Mel­dung ist vor allem aus drei Grün­den rele­vant:

1. Gerin­ge­rer Kri­sen­puf­fer
Die Stra­te­gic Petro­le­um Reser­ve, kurz SPR, dient dazu, Ver­sor­gungs­eng­päs­se, Krie­ge oder star­ke Preis­schocks abzu­fe­dern. Je nied­ri­ger ihr Bestand, des­to klei­ner ist der Spiel­raum der US-Regie­rung, bei einer wei­te­ren Eska­la­ti­on zusätz­lich Öl auf den Markt zu brin­gen.

2. Kurz­fris­ti­ge Ent­las­tung, lang­fris­tig höhe­res Risi­ko
Durch die Frei­ga­be von Öl kann die Regie­rung das Ange­bot erhö­hen und damit Ben­zin- und Ölprei­se kurz­fris­tig dämp­fen. Gleich­zei­tig wird dafür ein Teil der stra­te­gi­schen Absi­che­rung ver­braucht. Die Maß­nah­me tauscht also kurz­fris­ti­ge Preis­sta­bi­li­tät gegen eine gerin­ge­re Reser­ve für spä­te­re Kri­sen.

3. Signal für einen ange­spann­ten Ölmarkt
Dass nicht nur die stra­te­gi­sche Reser­ve, son­dern auch die gesam­ten US-Bestän­de auf his­to­ri­schen Tief­stän­den lie­gen, deu­tet auf ein ins­ge­samt knap­pe­res Ange­bot hin. Bei wei­te­ren Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­len, Trans­port­stö­run­gen oder einer Eska­la­ti­on im Nahen Osten könn­ten Öl- und Kraft­stoff­prei­se des­halb emp­find­li­cher reagie­ren.

Ein­ord­nung

Die Nach­richt bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass den USA unmit­tel­bar das Öl aus­geht. Die USA för­dern selbst gro­ße Men­gen Roh­öl und ver­fü­gen zusätz­lich über kom­mer­zi­el­le Lager­be­stän­de. Poli­tisch und markt­psy­cho­lo­gisch ist der Rück­gang den­noch bedeut­sam: Der wich­tigs­te staat­li­che Not­vor­rat ist deut­lich geschrumpft, wäh­rend gleich­zei­tig ein geo­po­li­ti­scher Kon­flikt die Ver­sor­gung gefähr­det.

Die USA sta­bi­li­sie­ren den Markt der­zeit durch ihre Not­re­ser­ve, ver­lie­ren dadurch aber einen erheb­li­chen Teil ihres Schut­zes vor einer noch grö­ße­ren Ener­gie­kri­se.


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