Deut­li­che Auf­hel­lung der Kon­junk­tur­er­war­tun­gen für Deutsch­land

  • Der ZEW-Kon­junk­tur­er­war­tungs­in­dex steigt im Juli um 15,8 Punk­te auf 26,3 Punk­te.
  • Auch die Bewer­tung der aktu­el­len Lage ver­bes­sert sich, bleibt mit −77,6 Punk­ten jedoch sehr schwach; gegen­über Juni ist das ein Plus von 3,4 Punk­ten.
  • Als Grün­de nennt das ZEW ers­te Wir­kun­gen wirt­schafts­po­li­ti­scher Refor­men, eine bes­se­re Ent­wick­lung export­ori­en­tier­ter Bran­chen und eine stär­ke­re Bin­nen­nach­fra­ge.
  • Risi­ken blei­ben der Iran-Kon­flikt und die Ent­wick­lung des Ölprei­ses.
  • Beson­ders ver­bes­sern sich Maschi­nen­bau und bin­nen­wirt­schaft­lich ori­en­tier­te Berei­che. Che­mie, Phar­ma und Metall legen eben­falls zu, blei­ben aber im nega­ti­ven Bereich.
  • Die Bau­wirt­schaft nähert sich der Null­li­nie. Dage­gen ver­schlech­tert sich die Auto­mo­bil­bran­che deut­lich auf −46,6 Punk­te.
  • Für die Euro­zo­ne stei­gen die Erwar­tun­gen auf 23,4 Punk­te. Die aktu­el­le Lage ver­bes­sert sich auf −37,7 Punk­te, bleibt aber nega­tiv.

Kern­aus­sa­ge: Die Erwar­tun­gen an eine wirt­schaft­li­che Erho­lung stei­gen deut­lich, wäh­rend die gegen­wär­ti­ge Lage wei­ter­hin aus­ge­spro­chen schwach ist.

Die Ergeb­nis­se spre­chen für eine deut­li­che Ver­bes­se­rung der Erwar­tun­gen, aber noch nicht für einen bereits ein­ge­tre­te­nen kräf­ti­gen Auf­schwung.

Der star­ke Anstieg des ZEW-Erwar­tungs­in­di­ka­tors auf 26,3 Punk­te zeigt, dass Finanz­markt­ex­per­ten die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in den kom­men­den sechs Mona­ten wesent­lich opti­mis­ti­scher ein­schät­zen als zuvor. Das deu­tet auf wach­sen­de Hoff­nung hin, dass Refor­men, stär­ke­re Expor­te und eine sta­bi­le­re Bin­nen­nach­fra­ge die deut­sche Wirt­schaft aus der Schwä­che­pha­se füh­ren kön­nen.

Gleich­zei­tig bleibt die aktu­el­le Lage mit −77,6 Punk­ten außer­or­dent­lich schlecht. Die Ver­bes­se­rung um 3,4 Punk­te ist daher eher als leich­te Sta­bi­li­sie­rung denn als Trend­wen­de zu inter­pre­tie­ren. Die Dis­kre­panz zwi­schen posi­ti­ven Erwar­tun­gen und sehr nega­ti­ver Lage bedeu­tet: Der Markt rech­net mit einer Erho­lung, sieht sie in den real­wirt­schaft­li­chen Daten aber noch nicht bestä­tigt.

Die Bran­chen­ent­wick­lung ist unein­heit­lich. Maschi­nen­bau, Bau, Che­mie, Phar­ma und Metall zei­gen eine Auf­hel­lung, was für eine brei­ter wer­den­de Zuver­sicht spricht. Beson­ders auf­fäl­lig ist jedoch die Schwä­che der Auto­mo­bil­in­dus­trie mit −46,6 Punk­ten. Damit bleibt ein zen­tra­ler deut­scher Indus­trie­sek­tor ein erheb­li­ches Wachs­tums­ri­si­ko.

Auch die bes­se­ren Wer­te für die Euro­zo­ne stüt­zen das Bild einer all­mäh­li­chen kon­junk­tu­rel­len Erho­lung. Da die Lage­be­ur­tei­lung dort eben­falls nega­tiv bleibt, han­delt es sich aber auch auf euro­päi­scher Ebe­ne bis­lang vor allem um eine Erwar­tungs­ver­bes­se­rung.

Gesamt­in­ter­pre­ta­ti­on:
Die Ergeb­nis­se sind ein posi­ti­ves Früh­in­di­ka­tor-Signal, aber kein Beleg für einen bereits robus­ten Auf­schwung. Ent­schei­dend wird sein, ob sich die bes­se­ren Erwar­tun­gen in Pro­duk­ti­on, Inves­ti­tio­nen, Auf­trags­ein­gän­gen und Kon­sum nie­der­schla­gen. Exter­ne Risi­ken wie der Iran-Kon­flikt und mög­li­che Ölpreis­schocks könn­ten die Erho­lung wei­ter­hin brem­sen.


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