Der heutige Tag ist geprägt von einer Eskalation der militärischen Spannungen im Nahen Osten, heftigen Debatten über die US-Verteidigungsausgaben, neuen Handelskonflikten und einer volatilen, aber letztlich positiven Entwicklung an den Finanzmärkten.
1. Eskalation des Krieges mit dem Iran
Die USA haben die zehnte Nacht in Folge Angriffe auf den Iran durchgeführt. Präsident Trump kündigte an, dass die USA “wahrscheinlich sehr bald” das sogenannte „Pickaxe Mountain“ angreifen werden, ein Bergmassiv, in dem der Iran Berichten zufolge nukleare Zentrifugen untergebracht hat, um sie vor Luftschlägen zu schützen.
- Militärische Lage: Während die US-Regierung angibt, die iranischen Fähigkeiten “massiv zu degradieren”, zeigen Geheimdienstberichte, dass die iranische Führung ihre Verhandlungsposition bisher nicht aufgeweicht hat.
- Opferzahlen: Seit Beginn des Konflikts vor über 140 Tagen wurden 17 US-Militärangehörige getötet, darunter ein 30-jähriger Sergeant am vergangenen Wochenende.
- Blockade: Die US-Marine hält eine Blockade in der Straße von Hormus aufrecht, um den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu maximieren.
2. Politische Blockade und Haushaltsstreit in Washington
Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff sagten vor dem Bewilligungsausschuss des Senats aus, um zusätzliche Mittel für den Krieg zu fordern.
- Kosten des Krieges: Hegseth gab an, dass die bisherigen Kosten des Krieges für die letzten fünf Monate bei 37,5 Milliarden Dollar liegen. Insgesamt bittet die Regierung um ein Zusatzbudget (Supplemental Budget) von etwa 60 bis 67 Milliarden Dollar.
- Kritik von Rand Paul: Der republikanische Senator Rand Paul kritisierte die Forderung scharf und bezeichnete sie als finanzpolitisch unverantwortlich. Er wies darauf hin, dass die Regierung zusätzlich ein Basisbudget von 1,5 Billionen Dollar anstrebe – eine Steigerung um 500 Milliarden Dollar gegenüber dem aktuellen Stand. Paul betonte, dass die Staatsverschuldung die größte Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle und nicht der Iran.
- Regierungsfinanzierung: Das Repräsentantenhaus versucht derweil, eine Übergangslösung (Continuing Resolution) zu verabschieden, um die Regierung bis zum 4. Dezember zu finanzieren und einen Shutdown im Oktober zu verhindern.
3. Neue Zölle und Handelskonflikte
Die Trump-Administration hat eine neue Runde von Zöllen angekündigt, die insbesondere Kanada hart treffen.
- Kanada-Zölle: Trump droht mit 50 % Zöllen auf kanadische Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar, darunter Alkohol, Autos und Molkereiprodukte. Er begründet dies mit der schlechten Behandlung amerikanischer Landwirte durch Kanada in den letzten Jahrzehnten.
- Universelle Zölle: Es wird erwartet, dass neue Basis-Zölle (Section 301) zwischen 10 % und 12,5 % eingeführt werden, um auslaufende temporäre Zölle zu ersetzen. Dies würde Importmärkte betreffen, die 99 % der US-Importe ausmachen.
4. Wirtschaft und Finanzmärkte
Trotz der geopolitischen Spannungen verzeichneten die US-Aktienmärkte Gewinne, getrieben durch eine Rallye im Technologiesektor.
- Chip-Rallye: Halbleiteraktien wie Micron, Nvidia und TSMC führten den Markt an. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) stieg um über 5 %. Ein Auslöser waren Berichte, dass TSMC Preiserhöhungen von bis zu 10 % für das nächste Jahr plant.
- Ölpreise: Aufgrund der Spannungen im Nahen Osten stiegen die Ölpreise deutlich an. Brent-Öl kletterte wieder über 91 Dollar pro Barrel, während WTI-Öl über 85 Dollar lag.
- Unternehmensberichte:
- General Motors (GM) erhöhte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 500 Millionen Dollar.
- Charles Schwab verzeichnete eine Rekordzahl an täglichen Trades, da Privatanleger die Volatilität nutzten, um “Dips” zu kaufen.
- 3M meldete starke Quartalszahlen, was als Zeichen für die zugrunde liegende Stärke der US-Wirtschaft gewertet wurde.
5. Weitere relevante Themen
- Wählerregistrierung in New Jersey: Ein Softwarefehler führte dazu, dass etwa 6.600 Nicht-Staatsbürger fälschlicherweise in die Wählerverzeichnisse aufgenommen wurden. Weniger als 400 davon gaben tatsächlich eine Stimme ab.
- Diplomatie: Präsident Trump empfing den libanesischen Präsidenten im Oval Office, um über Bemühungen für einen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon sowie die Zügelung von Hisbollah-Militanten zu sprechen.
- KI und Rechenzentren: In Florida gibt es politische Debatten über den Ausbau von Rechenzentren für KI. Während Gouverneurskandidat Jolly ein Moratorium fordert, plädieren andere wie Byron Donalds für Lösungen wie eine eigene Stromversorgung der Zentren, um die Strompreise für Bürger stabil zu halten.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
