UniCre­dit steht vor der Kon­trol­le der Com­merz­bank

Der Über­nah­me­kampf um die Com­merz­bank scheint weit­ge­hend ent­schie­den. Die ita­lie­ni­sche Groß­bank UniCre­dit hat ihren Ein­fluss in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren Schritt für Schritt aus­ge­baut und kann inzwi­schen auf bis zu 47,59 Pro­zent der Com­merz­bank-Akti­en zugrei­fen. Eine abso­lu­te Mehr­heit ist das zwar noch nicht. Da bei Haupt­ver­samm­lun­gen jedoch übli­cher­wei­se nicht alle Aktio­nä­re abstim­men, dürf­te UniCre­dit dort fak­tisch über genü­gend Stim­men ver­fü­gen, um zen­tra­le Ent­schei­dun­gen maß­geb­lich zu beein­flus­sen.

Com­merz­bank-Che­fin Bet­ti­na Orlopp stellt sich des­halb auf eine mög­li­che Füh­rungs­rol­le der Ita­lie­ner ein und wirbt für einen kon­struk­ti­ven Dia­log. In den kom­men­den Wochen und Mona­ten sol­len bei­de Ban­ken klä­ren, wie die wei­te­re Zusam­men­ar­beit und die künf­ti­ge Struk­tur aus­se­hen könn­ten. Nach Orlopps Dar­stel­lung müs­se dabei ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis des Geschäfts­mo­dells ent­wi­ckelt und die Inter­es­sen von Auf­sichts­rat, Arbeit­neh­mern, Bun­des­re­gie­rung und wei­te­ren Betei­lig­ten berück­sich­tigt wer­den. Wesent­li­che Struk­tur­maß­nah­men kön­ne UniCre­dit auch mit einer Mehr­heit auf der Haupt­ver­samm­lung nicht ohne Wei­te­res allein durch­set­zen.

Für die Com­merz­bank geht es nun vor allem dar­um, Arbeits­plät­ze, Stand­or­te und ihr inter­na­tio­na­les Netz­werk zu schüt­zen. Berich­ten zufol­ge könn­te UniCre­dit in Deutsch­land einen umfang­rei­chen Stel­len­ab­bau pla­nen. Betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen bei der Com­merz­bank sind auf­grund bestehen­der Ver­ein­ba­run­gen aller­dings bis Ende 2030 weit­ge­hend aus­ge­schlos­sen. Eine end­gül­ti­ge Kon­troll­über­nah­me wäre zudem von der Geneh­mi­gung der Euro­päi­schen Zen­tral­bank abhän­gig.

Für die Kun­din­nen und Kun­den erge­ben sich zunächst kei­ne unmit­tel­ba­ren Ver­än­de­run­gen. Kon­ten, Kar­ten, Kre­di­te, Dau­er­auf­trä­ge und das Online-Ban­king lau­fen wei­ter wie bis­her. Auch eine mög­li­che Zusam­men­le­gung mit der UniCre­dit-Toch­ter Hypo­Ver­eins­bank wür­de nicht kurz­fris­tig erfol­gen. Erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt könn­ten Fili­al­schlie­ßun­gen, neue Gebüh­ren oder ver­än­der­te Kon­to­mo­del­le zur Dis­kus­si­on ste­hen. Dar­über müss­ten die Kun­den recht­zei­tig infor­miert wer­den.


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