- Japans Unternehmen haben überraschend starke Quartalszahlen geliefert. 71 % der Firmen übertrafen die Analystenerwartungen; der Nettogewinn der 500 größten Unternehmen stieg auf über ¥21 Bio. und damit auf einen Rekord. Auch die erwartete Gewinnmarge der Topix-Unternehmen erreicht mit 9,3 % ein Rekordniveau.
- Entscheidend ist, dass die Stärke nicht mehr nur von Tech‑, KI- und Exportfirmen kommt. Auch binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen schneiden besser ab, weil sie höhere Energie- und Rohstoffkosten erfolgreich über Preiserhöhungen an Kunden weitergeben können.
- Zu den positiven Beispielen zählen neben Advantest und Tokyo Electron auch stärker auf Japan ausgerichtete Unternehmen wie Nitori, LY Corp. und Otsuka. Schwächere Gewinne gab es vor allem bei Airlines und Versorgern, die stärker vom Nahostkonflikt und höheren Energiekosten betroffen sind.
- Analysten haben deshalb ihre Prognosen angehoben: Die erwarteten Topix-Gewinne je Aktie sind seit Ende Juni um 6,9 % gestiegen, verglichen mit 4,9 % beim S&P 500. Der Chart auf Seite 3 zeigt, dass Japan bei den Gewinnrevisionen deutlich vor Europa und China liegt, wenngleich Südkorea und Taiwan noch stärker vom KI-Boom profitieren.
- Auch die Börsenrally wird breiter: Von Juli bis Mitte August stiegen 77 % der Topix-Aktien, während der Index selbst 4,7 % zulegte. In der vorherigen Berichtssaison waren es nur 56 %. Das deutet darauf hin, dass nicht mehr nur einige wenige große Gewinner den Markt tragen.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die japanische Aktienrally länger anhalten könnte. Steigende Margen, größere Preissetzungsmacht und Gewinnwachstum in immer mehr Branchen könnten den Markt auch jenseits des bisherigen KI- und Halbleiterbooms stützen.