Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran haben sich rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington habe durch die amerikanische Seeblockade inzwischen die „totale Kontrolle“ über die Meerenge. Zudem bekräftigte er seine Idee, die Straße von Hormus sogar zu US-Territorium zu erklären. Nach Trumps Darstellung begründet die militärische Kontrolle durch die Blockade den amerikanischen Anspruch auf das Gebiet.
Gleichzeitig erhöht die US-Regierung den wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Teheran. Trump bezeichnet die Blockade als sehr wirkungsvoll und verweist darauf, dass Iran dadurch erhebliche Einnahmen aus dem Ölgeschäft verliere. Seiner Einschätzung nach befindet sich das Land sowohl wirtschaftlich als auch militärisch in einer schwierigen Lage. Als wichtigstes Ziel der amerikanischen Politik nennt Trump weiterhin die Verhinderung einer iranischen Atombombe. Er machte deutlich, dass Iran unter keinen Umständen in den Besitz einer Nuklearwaffe gelangen dürfe.
Die diplomatischen Bemühungen geraten unterdessen immer stärker ins Stocken. Eine im Juni vereinbarte 60-tägige Verhandlungsphase ist ausgelaufen, nachdem die Vereinbarung bereits zuvor durch neue iranische Angriffe auf Handelsschiffe und anschließende US-Militärschläge belastet worden war. Trump erklärte, Washington strebe keine Verlängerung dieser Verhandlungsperiode an. Zwar wolle Iran seiner Ansicht nach eine Einigung erzielen, allerdings bezweifelt er, dass Teheran Bedingungen akzeptieren werde, die aus amerikanischer Sicht ausreichend wären.
Auch von iranischer Seite verschärft sich der Ton. Ein hochrangiger iranischer Vertreter drohte mit einem militärischen Angriff, falls die Diplomatie scheitern sollte. Ziel eines solchen Angriffs wäre es demnach, die amerikanische Seeblockade zu durchbrechen. Gleichzeitig kündigte Teheran einen Übergang von einer überwiegend defensiven Haltung zu einer offensiveren Strategie an. Die iranische Führung signalisiert damit, dass sie auf den wachsenden Druck nicht mit einem Rückzug, sondern mit einer möglichen Ausweitung der militärischen Auseinandersetzung reagieren könnte.
Nach dem Artikel gibt es zudem Hinweise darauf, dass Iran sich auf einen größeren und länger andauernden Konflikt vorbereitet. Berichten zufolge wurden unter anderem die Produktion von Raketen und Drohnen beschleunigt, die militärische Führung stärker zentralisiert und die Zusammenarbeit mit iranisch unterstützten Milizen im Jemen, im Irak und im Libanon ausgebaut. Auch Vertreter der iranischen Revolutionsgarden kündigten an, mögliche Bedrohungen künftig mit einer Kombination aus Abschreckung und offensiven Operationen beantworten zu wollen.
Zusätzlich verschärfen Streitigkeiten über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus die Situation. Oman verhandelt parallel mit Iran über mögliche maritime Transitwege durch die Meerenge. Nach iranischen Angaben wurde bereits eine grundsätzliche Verständigung über den Verlauf einer solchen Route erzielt, ein umfassendes Abkommen steht jedoch noch aus. Trump reagierte auf die omanischen Verhandlungen mit einer drastischen militärischen Drohung. Hintergrund des Streits ist die Frage, wer die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Meerenge kontrollieren darf. Während Iran für sich weitreichende Befugnisse beansprucht, fordern die Vereinigten Staaten einen freien und gebührenfreien Schiffsverkehr.
Damit entwickelt sich die Straße von Hormus immer mehr zum zentralen Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen Washington und Teheran. Die Vereinigten Staaten setzen auf militärische Kontrolle und wirtschaftlichen Druck, während Iran zunehmend mit Gegenangriffen und einer offensiveren Strategie droht. Die gegenseitigen Forderungen liegen weit auseinander: Trump spricht von vollständiger amerikanischer Kontrolle und fordert Iran zur Kapitulation auf, während die iranische Führung erklärt, den Widerstand fortsetzen und die Blockade notfalls militärisch bekämpfen zu wollen. Eine diplomatische Lösung erscheint unter diesen Bedingungen immer schwieriger.