Cri­ti­cal Race Theo­ry (CRT)

Die Cri­ti­cal Race Theo­ry (CRT) ist eine vor allem in den USA ent­stan­de­ne wis­sen­schaft­li­che Denk­rich­tung, die unter­sucht, wie Ras­sis­mus nicht nur durch indi­vi­du­el­le Vor­ur­tei­le, son­dern auch durch Geset­ze, Insti­tu­tio­nen und gesell­schaft­li­che Struk­tu­ren ent­ste­hen oder fort­be­stehen kann.

Sie ent­wi­ckel­te sich beson­ders seit den 1970er- und 1980er-Jah­ren in der US-ame­ri­ka­ni­schen Rechts­wis­sen­schaft. Zu wich­ti­gen frü­hen Ver­tre­tern gehö­ren etwa Der­rick Bell, Kim­ber­lé Crens­haw und Richard Del­ga­do.

Eini­ge zen­tra­le Gedan­ken sind:

  • Ras­sis­mus kann struk­tu­rell sein: Ungleich­hei­ten kön­nen bestehen, auch wenn ein­zel­ne Betei­lig­te kei­ne ras­sis­ti­schen Absich­ten haben.
  • Recht ist nicht immer neu­tral in sei­nen Aus­wir­kun­gen: Geset­ze oder insti­tu­tio­nel­le Regeln kön­nen unter­schied­li­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen unter­schied­lich tref­fen.
  • His­to­ri­sche Ent­wick­lun­gen wir­ken fort: Frü­he­re For­men recht­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung kön­nen lang­fris­ti­ge Fol­gen für Ver­mö­gen, Wohn­or­te, Bil­dung oder poli­ti­sche Teil­ha­be haben.
  • „Race“ wird als gesell­schaft­li­che Kate­go­rie betrach­tet: CRT geht typi­scher­wei­se davon aus, dass die Ein­tei­lung von Men­schen in „Ras­sen“ kei­ne kla­re bio­lo­gi­sche Grund­la­ge hat, gesell­schaft­lich aber rea­le Aus­wir­kun­gen haben kann.
  • Inter­sek­tio­na­li­tät: Kim­ber­lé Crens­haw präg­te die­sen Begriff, um zu beschrei­ben, wie sich etwa eth­ni­sche Her­kunft, Geschlecht und sozia­le Stel­lung bei Dis­kri­mi­nie­rung über­schnei­den kön­nen.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel: CRT wür­de bei einer star­ken Ungleich­heit im Bil­dungs­sys­tem nicht nur fra­gen: „Sind ein­zel­ne Leh­rer ras­sis­tisch?“, son­dern auch: „Wie sind Schu­len finan­ziert? Wie ent­stan­den Wohn­vier­tel? Wel­che his­to­ri­schen oder recht­li­chen Regeln haben beein­flusst, wer wo lebt und wel­che Schu­le besucht?“

Wich­tig ist außer­dem: CRT ist kei­ne ein­zel­ne, voll­stän­dig ein­heit­li­che Theo­rie. Es gibt inner­halb die­ser For­schungs­rich­tung unter­schied­li­che Posi­tio­nen. In poli­ti­schen Debat­ten wird der Begriff beson­ders in den USA zudem häu­fig sehr viel wei­ter ver­wen­det und manch­mal auf prak­tisch jede Beschäf­ti­gung mit Ras­sis­mus oder Kolo­ni­al­ge­schich­te ange­wandt. Das ent­spricht nicht unbe­dingt der enge­ren wis­sen­schaft­li­chen Bedeu­tung.


Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater