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Die wichtigsten Themen und Ereignisse des Tages, geordnet nach Themenbereichen:
1. Innenpolitik: INSA-Sonntagstrend & bundesweite Bürgerproteste
- INSA-Sonntagstrend: Laut dem neuen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA für BILD baut die AfD eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihren Vorsprung vor der Union weiter aus. Die AfD gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und erreicht 29 Prozent, während die CDU/CSU unverändert bei 20 Prozent liegt. Die Grünen legen um einen Punkt zu und überholen mit 14 Prozent die SPD (13 Prozent). Die Linke kommt weiterhin auf 10 Prozent. Sowohl die FDP (4 Prozent) als auch das BSW (3 Prozent, −1) würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Sonstige Parteien erzielen 7 Prozent.
- Koalitionsoptionen im Bund: INSA-Chef Hermann Binkert rechnet vor, dass 14 Prozent der Wählerstimmen an Parteien fallen, die den Einzug verpassen; somit sind für eine parlamentarische Mehrheit über 43 Prozent erforderlich. Rechnerisch wäre eine Kenia-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und SPD mit zusammen 47 Prozent die derzeit wahrscheinlichste Regierungsoption. Ein Bündnis aus AfD und Union käme zwar auf 49 Prozent, wird von der Union wegen ihres Unvereinbarkeitsbeschlusses jedoch ausgeschlossen. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt feierten Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sowie die Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel das zurückliegende Wahlergebnis.
- Demonstrationen gegen Rechtsextremismus: In mehr als 30 deutschen Städten gingen zehntausende Menschen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt auf die Straße.
- In Hamburg demonstrierten rund 25.000 Menschen gegen die Politik der AfD.
- In Berlin beteiligten sich laut Veranstaltern 18.000 bis über 30.000 Demonstranten.
- In Düsseldorf versammelten sich unter dem Motto „Gegen die AfD und rechte Hetze“ rund 20.000 Menschen.
- In München protestierten circa 12.000 Menschen.
- Weitere Kundgebungen fanden in Leipzig (ca. 2.500 Teilnehmende), Magdeburg (rund 1.000 Teilnehmende) und Erfurt (ca. 350 Teilnehmende) statt. Zivilgesellschaftliche Initiativen forderten dabei verstärkt die verfassungsrechtliche Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens.
2. Nahost-Eskalation, Öl-Infrastruktur & Energiepreisdebatte
- Militärische Zuspitzung am Roten Meer und im Irak: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz rückt im Jemen weiter vor und hat nach eigenen Angaben die Hafenstadt Mokha sowie strategische Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab besetzt. Gleichzeitig wurde die über 1.200 Kilometer lange saudi-arabische Ost-West-Pipeline durch einen Drohnenangriff – mutmaßlich aus dem Irak – beschädigt und vorsichtshalber stillgelegt. Damit ist für den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien die Ausweichroute zum Roten Meer blockiert, während die Straße von Hormus vom Iran versperrt bleibt.
- Anstieg der Energie- und Spritpreise: Durch die drohenden Versorgungsengpässe stieg der Rohölpreis der Nordseesorte Brent auf etwa 105 US-Dollar pro Barrel. An deutschen Tankstellen kostete der Liter Diesel in Hamburg zeitweise bis zu 2,55 Euro und Super 2,43 Euro. Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller beruhigte hinsichtlich der Gasversorgung und verwies darauf, dass die Speicher derzeit zu gut 55 Prozent gefüllt seien.
- Politische Entlastungsdebatte in Deutschland: Der Preisauftrieb erhöht den Druck auf die Bundesregierung. Bündnis 90/Die Grünen sowie Die Linke (unter Linken-Chefin Ines Schwerdtner) fordern eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und die mecklenburg-vorpommersche Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verlangen einen Tankpreisdeckel. CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt solche staatlichen Eingriffe hingegen als marktverzerrend ab. Am Montag sollen im Sultanat Oman diplomatische Gespräche zwischen dem Iran, dem Irak und den Golfstaaten zur Lage an der Straße von Hormus stattfinden.
3. Internationale Diplomatie & Sicherheitspolitik
- BRICS-Gipfel in Neu-Delhi: Beim zweitägigen Treffen der elf BRICS-Staaten in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi berieten unter anderem der indische Premierminister Narendra Modi, Russlands Präsident Wladimir Putin, Chinas Staatschef Xi Jinping und Irans Präsident Massud Peseschkian. In einer gemeinsamen Erklärung riefen die BRICS-Staaten zu maximaler Zurückhaltung im Nahen Osten auf und verurteilten Angriffe auf zivile Infrastruktur.
- Sabotage-Ermittlungen Flughafen Leipzig/Halle: Nach Erkenntnissen von Sicherheitsbehörden und des Rechercheverbunds aus NDR, WDR und SZ (berichtet von Journalist Manuel Bewarder) führt der gescheiterte Drohnen- und Sabotageangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vom August direkt zum russischen Militärgeheimdienst GRU. Ein festgestellter Tatverdächtiger vor Ort war als Logistiker tätig und den Behörden bereits im Vorfeld durch GRU-Verbindungen bekannt.
- Weitere internationale Meldungen:
- Ukraine-Krieg: Nächtliche russische Drohnen- und Luftangriffe forderten laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte, unter anderem in Saporischschja und Odessa.
- Zugunglück in Frankreich: Bei der Entgleisung eines Regionalzuges in der Normandie wurden 44 Passagiere verletzt. Die Polizei schließt Sabotage nicht aus, nachdem ein beschädigtes Schienenteil auf der Strecke entdeckt wurde.
4. Regionale Politik, Gesetzgebung & Verbraucherschutz
- Endspurt vor der Wahl in Berlin: Eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zeichnet sich ein enges Rennen ab. Die Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp fordert eine stärkere Mietpreisregulierung und die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne. Der amtierende Finanzsenator und CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers lehnt Vergesellschaftungen strikt ab. Die AfD tritt mit Kristin Brinker an, die Grünen mit Werner Graf. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht geschwächt in den Wahlkampf, da die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsnahme ermittelt.
- Mietrecht und Rentendebatte: Bundesjustizministerin Katharina Hubig (SPD) prüft die Einführung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse. In der Rentendebatte fordert Unionsfraktionschef Thorsten Frei eine verkürzte Übergangsfrist bei der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren; SPD-Chefin Bärbel Bas zeigte sich offen für Kompromisse.
- Verbraucherschutz: Verbraucherzentralen warnen vor betrügerischen Abofallen der Hongkonger Firma Margot Brands Limited, die unberechtigte Forderungen für angebliche Astrologie- und Fitness-Abos per Inkasso eintreibt (unter den Betroffenen ist unter anderem Traudel S.).
5. Kultur: 83. Filmfestspiele von Venedig
- Die Filmfestspiele von Venedig gingen mit der Preisverleihung zu Ende:
- Goldener Löwe (Bester Film): Ausgezeichnet wurde die dänische Regisseurin May el-Toukhy für ihr Drama Woman Unknown (Quinde Ukent) über ein Dienstmädchen im Nachkriegs-Kopenhagen.
- Beste Hauptdarstellerin: Matilde Arcel für ihre Rolle in Woman Unknown.
- Bester Hauptdarsteller: John Malkovich für seine Darbietung in Martin McDonaghs schwarzer Komödie Wild Horse 9.
- Spezialpreis der Jury: Der Dokumentarfilm No Other Land (NASA) der israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor.
- Beste Regie: Ilja Chrschanowski für das Projekt DAU.
- Die internationale Jury stand unter der Leitung von Maggie Gyllenhaal.
6. Sport & Wetter
- Tennis (US Open): Alexander Zverev besiegte im Halbfinale den Russen Karen Chatschanow glatt in drei Sätzen (6:3, 7:6, 7:6) und zieht ins Finale der US Open ein, wo er auf den US-Amerikaner Ben Shelton trifft.
- Basketball-WM der Frauen: Das deutsche Team unterlag im Halbfinale in Berlin dem Favoriten Frankreich (angeführt von Gabby Williams mit 22 Punkten) mit 64:86 und spielt am Sonntag um die Bronzemedaille.
- Fußball-Bundesliga (3. Spieltag):
- Der SC Freiburg übernahm durch einen 5:0‑Kantersieg gegen Borussia Mönchengladbach die Tabellenführung. Yannik Engelhardt und Igor Matanović trafen jeweils doppelt, den Endstand besorgte Maximilian Eggestein. Gladbach-Kapitän Tim Kleindienst sah Gelb-Rot, während Gladbach-Trainer Eugen Polanski nach der dritten Niederlage unter starkem Druck steht.
- Der FC Augsburg trennte sich 2:2 von Bayer Leverkusen. Für Leverkusen trafen Kofane und Patrik Schick; für Augsburg erzielte Michael Gregoritsch zwei Tore (nach Vorarbeit u. a. durch Fabian Rieder) und wurde mit 38 Treffern zum FCA-Rekordtorschützen in der Bundesliga.
- Die weiteren Ergebnisse: Borussia Dortmund – SC Paderborn 3:0, TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart 2:1, FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt 1:3, 1. FC Köln – Werder Bremen 1:1, Union Berlin – Schalke 04 (unter Trainer Miron Muslic) 1:3.
Die Entwicklung der Energiepreise ist durch die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten massiv unter Druck geraten und sorgt auch in Deutschland für eine intensive politische Debatte.
Aktuelle Preislage an den Märkten und Tankstellen
- Rohölpreis: Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg seit Beginn des Konflikts mit dem Iran deutlich an und liegt aktuell bei rund 105 US-Dollar pro Barrel.
- Kraftstoffpreise: An den deutschen Zapfsäulen macht sich die Sorge vor Engpässen bereits bemerkbar. In Hamburg erreichte der Liter Diesel zeitweise bis zu 2,55 Euro, während Super-Benzin bei 2,43 Euro pro Liter lag. Der im Mai und Juni gewährte Tankrabatt hatte die Spritpreise und die Inflation vorübergehend gedrückt, ist jedoch ausgelaufen, weshalb die Teuerungsrate wieder ansteigt.
- Heizöl, Gas und Lebensmittel: Neben den Treibstoffkosten verteuern sich kurz vor Beginn der Heizsaison auch Heizöl und Gas, was wiederum zu steigenden Preisen bei Lebensmitteln führt.
- Gasspeicherstände: Zur Gasversorgung versuchte der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zu beruhigen: Die deutschen Gasspeicher weisen derzeit einen Füllstand von gut 55 Prozent auf. Damit befindet sich bereits mehr Gas in den Speichern, als im gesamten vergangenen Winterhalbjahr entnommen wurde. Dennoch wird wegen der Lage im Nahen Osten mit weiter steigenden Energiepreisen gerechnet.
Geopolitische Ursachen und Blockaden der Exportrouten
Hauptursache für den Preisschock sind massive Störungen der zentralen Erdöl-Transportrouten aus dem Persischen Golf:
- Blockade der Meerengen: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz rückt im Jemen weiter vor, hat die Hafenstadt Mokha sowie strategische Inseln eingenommen und kontrolliert nun die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer. Zudem ist die Straße von Hormus durch den Iran blockiert.
- Stilllegung der Ost-West-Pipeline: Eine entscheidende Ausweichroute Saudi-Arabiens – die über 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline, die Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportiert – wurde nach einem Drohnenangriff (mutmaßlich aus dem Irak) beschädigt und vorsichtshalber stillgelegt.
- Dadurch sind die Erdölexporte Saudi-Arabiens als weltweit größtem Ölexporteur schwer beeinträchtigt, und der Abtransport in Richtung Europa und Asien ist weitgehend unterbrochen.
Politische Debatte über Entlastungsmaßnahmen in Deutschland
Der verzeichnete Preisanstieg erhöht den Handlungsdruck auf die Bundesregierung in Berlin erheblich:
- Übergewinnsteuer: Bündnis 90/Die Grünen sowie Die Linke (u. a. Parteichefin Ines Schwerdtner) fordern eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, um die erzielten Sondergewinne sozial zielgenau an die Verbraucher umzuverteilen.
- Tankpreisdeckel: Die Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (Brandenburg) und Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) sprechen sich für die Einführung eines staatlichen Tankpreisdeckels aus.
- Haltung des Wirtschaftsministeriums: CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt solche Eingriffe ab und stuft sie als marktverzerrend ein. Die Bundesregierung verweist zudem auf fehlenden finanziellen Spielraum im Haushalt.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer für eine Entlastung der Märkte liegt auf angekündigten diplomatischen Gesprächen am Montag im Sultanat Oman, bei denen der Iran, der Irak und die Golfstaaten über einen möglichen Passagemechanismus für die Straße von Hormus verhandeln wollen.
Das Wetter in den kommenden Tagen zeigt einen raschen Wechsel zwischen Spätsommer und Frühherbst, bedingt durch ein Tiefdruckgebiet über Südskandinavien und dessen nachfolgende Frontensysteme.
Wetterlage in der Nacht und am Sonntag, den 13. September
- Nachtverlauf: Eine Kaltfront zieht von Nordwesten her auf und breitet sich über die Mitte bis in den Osten Deutschlands aus. Dabei fällt zeitweise Regen mit Niederschlagsmengen von bis zu 7 Litern pro Quadratmeter. Der Süden bleibt unter leichtem Hochdruckeinfluss zunächst noch weitgehend trocken und zeigt Wolkenlücken.
- Tiefstwerte in der Nacht: Die Temperaturen sinken bei klarem Himmel im Süden an den Alpen auf frische 7 bis 13 Grad, während sie unter der geschlossenen Wolkendecke an der See und im Norden milde 14 bis 17 Grad erreichen.
- Tagesverlauf am Sonntag: Der Sonntag bringt in weiten Teilen des Landes viele Wolken und wiederholte Niederschläge. Im Verlauf des Tages zieht der Regen weiter südwärts und geht in Schauer über. Am Nachmittag kann sich der Regen von Westen her stellenweise verstärken, wobei lokal bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter möglich sind. Im Nordwesten lassen die Schauer am Nachmittag bereits wieder nach und die Sonne kommt stellenweise zum Vorschein.
Regionaler Temperaturvergleich am Sonntag
Die Temperaturen weisen am Sonntag ein deutliches Nord-Süd- beziehungsweise Nordwest-Südwest-Gefälle auf:
- Mitte und Nordhälfte: Hier wird es spürbar kühler. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 17 und 23 Grad (in der Nordhälfte um 19 Grad, bei länger anhaltendem Dauerregen bei etwa 17 bis 18 Grad).
- Süden und Südwesten: Vor allem am Oberrhein hält sich die warme Luft noch am längsten. Hier werden noch einmal spätsommerliche Höchstwerte von 24 bis 28 Grad erreicht.
Ausblick auf die nächste Woche (Montag bis Mittwoch)
- Montag (14. September): Das Regengebiet zieht weitgehend nach Südosten ab und die Schauer am Alpenrand klingen ab. Über dem Großteil Deutschlands setzt sich wieder trockenes und meist freundliches Wetter durch.
- Dienstag (15. September): Nach Durchzug einer Warmfront klettern die Temperaturen nochmals kräftig an. Es wird überwiegend sonnig und mit Höchstwerten von bis zu 29 Grad richtig spätsommerlich warm. Erst späten Nachmittag beziehungsweise abends ziehen im Nordwesten neue Schauer und einzelne Gewitter auf.
- Mittwoch (16. September): Eine nachfolgende Kaltfront bringt einen spürbaren Wetterumschwung. Das Wetter wird im gesamten Bundesgebiet unbeständiger, wechselhafter und mit länger anhaltenden Regenfällen im Osten und Süden deutlich kühler.
