Deutsch­land: Nach­rich­ten des Tages (14.09.2026)

Die wich­tigs­ten The­men und Ereig­nis­se des Tages, geord­net nach The­men­be­rei­chen:

1. Rekord­prei­se an den Tank­stel­len und Ver­wer­fun­gen auf dem Ölmarkt

  • His­to­ri­sche Höchst­prei­se: Die Kraft­stoff­prei­se in Deutsch­land haben ein All­zeit­hoch erreicht. Für den Liter Super E10 wur­den im Schnitt knapp 2,30 € gezahlt, an ein­zel­nen Tank­stel­len stieg der Preis auf über 2,40 €. Auch Die­sel lag mit rund 2,40 € pro Liter nur knapp unter dem bis­he­ri­gen Rekord­stand.
  • Ursa­chen der Ölkri­se: Der Roh­öl­preis der Refe­renz­sor­te Brent klet­ter­te auf bis zu 108 bis 110 US-Dol­lar pro Bar­rel. Aus­lö­ser ist eine Zuspit­zung geo­po­li­ti­scher Kon­flik­te im Nahen Osten: Die Stra­ße von Hor­mus wird weit­ge­hend durch den Iran blo­ckiert. Zudem erober­ten pro-ira­ni­sche Hut­hi-Mili­zen im Jemen die stra­te­gisch wich­ti­ge Meer­enge Bab al-Man­dab im Roten Meer. In Sau­di-Ara­bi­en muss­te nach Droh­nen­an­grif­fen zusätz­lich eine Haupt-Ölpipe­line still­ge­legt wer­den.
  • Poli­ti­sche Ent­las­tungs­de­bat­te:
    • Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil for­dert und ver­han­delt im Koali­ti­ons­aus­schuss über eine EU-wei­te Über­ge­winn­steu­er für Mine­ral­öl­kon­zer­ne.
    • Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Katha­ri­na Rei­che bringt geziel­te Direkt­zah­lun­gen an Gering­ver­die­ner ins Gespräch.
    • Bay­erns Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder for­dert drin­gen­de Kri­sen­ge­spä­che der Bun­des­re­gie­rung zur Abfe­de­rung der Sprit­prei­se.
    • Die Minis­ter­prä­si­den­tin von Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Manue­la Schwe­sig, plä­diert für einen Sprit­preis­de­ckel nach Luxem­bur­ger Vor­bild.
    • Öko­no­men wie der Wirt­schafts­re­por­ter Flo­ri­an Neu­ern sowie Exper­ten raten von erneu­ten pau­scha­len Tan­kra­bat­ten ab und bezwei­feln die Wirk­sam­keit eines Luxem­bur­ger Preis­de­ckels im frei­en Markt. Hel­ge Hoff­meis­ter vom ADAC kri­ti­siert die Ent­kopp­lung der Zapf­säu­len­prei­se vom rei­nen Roh­öl­preis.

2. EU-Ark­tis-Gip­fel in Finn­land und die Lage von Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz

  • Geo­po­li­ti­sches Wett­ren­nen im Nor­den: Auf dem fin­ni­schen Luft­waf­fen­stütz­punkt Lap­land Air­wing tra­fen sich die Staats- und Regie­rungs­chefs der EU-Mit­glied­staa­ten gemein­sam mit dem fin­ni­schen Prä­si­den­ten Alex­an­der Stubb zu einem Ark­tis-Gip­fel. Hin­ter­grund ist die stra­te­gi­sche Bedeu­tung des Polar­krei­ses durch schmel­zen­des Eis, wodurch neue See­we­ge und uner­schlos­se­ne Roh­stoff­vor­kom­men (u. a. Sel­te­ne Erden) zugäng­lich wer­den.
  • Sicher­heits­be­dro­hung: Russ­land reak­ti­viert alte mili­tä­ri­sche Stütz­punk­te aus der Sowjet­zeit und führt Rake­ten­tests im hohen Nor­den durch; zeit­gleich erhöht Chi­na sei­ne wirt­schaft­li­che Prä­senz. Bis Ende Okto­ber soll eine neu aus­ge­rich­te­te EU-Ark­tis-Stra­te­gie vor­ge­legt wer­den. Reports von Ulf Röl­ler unter­strei­chen den euro­päi­schen Anspruch, Schutz­macht der Regi­on zu wer­den.
  • Druck auf Kanz­ler Merz: Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz steht wegen schlech­ter Umfra­ge­wer­te und inner­par­tei­li­cher Kri­tik (u. a. aus der Jun­gen Uni­on) unter erheb­li­chem Druck. Ange­spro­chen auf Spe­ku­la­tio­nen stell­te Merz in Finn­land klar: „I don’t jump“ („Ich sprin­ge nicht“). Haupt­stadt­kor­re­spon­dent Wulf Schmies berich­tet über das ver­letz­te Auf­tre­ten des Kanz­lers, wäh­rend Staats­mi­nis­ter Phil­ipp Amt­hor vor vor­schnel­len Per­so­nal­de­bat­ten warnt.

3. Innen­po­li­tik, Umfra­ge­wer­te und Medi­en­kon­flik­te

  • Der 30:20-Kipppunkt: Eine Erhe­bung des Umfra­ge­insti­tuts GMS misst die AfD bun­des­weit erst­mals bei 30 Pro­zent, wäh­rend die CDU/CSU auf 20 Pro­zent fällt. Der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­exper­te Phil­ipp Jes­sen (Mit­grün­der von Sto­ry­Ma­chi­ne mit Kai Diek­mann) bezeich­net dies als psy­cho­lo­gi­schen „30:20-Kipppunkt“, der die poli­ti­sche Sta­tik Deutsch­lands grund­le­gend ver­än­dern und einen Best­sel­ler-Effekt zuguns­ten der AfD aus­lö­sen kön­ne. Er mahnt eine digi­ta­le Gegen­of­fen­si­ve der eta­blier­ten Par­tei­en in den sozia­len Medi­en an.
  • Kom­mu­nal­wahl in Nie­der­sach­sen: Die CDU behaup­tet mit 27,0 Pro­zent auf Kreis­ebe­ne Platz eins (Ver­lus­te), knapp vor der SPD mit 24,6 Pro­zent. Die AfD mehr als ver­drei­facht ihr Ergeb­nis auf fast 16 Pro­zent (Platz 3), gefolgt von den Grü­nen (14 %) und der Lin­ken (6 %). In Han­no­ver muss Ober­bür­ger­meis­ter Belit Onay in die Stich­wahl.
  • Beschluss gegen AfD-Strea­mer: Nach Über­grif­fen auf Jour­na­lis­ten – dar­un­ter die Beläs­ti­gung einer Spie­gel-Repor­te­rin durch den Strea­mer Mat­thä­us West­phal („Akti­vist­mann“) auf der AfD-Wahl­par­ty in Mag­de­burg – beschloss der AfD-Bun­des­vor­stand ein­stim­mig, West­phal nur noch dann zu Par­tei­ver­an­stal­tun­gen zuzu­las­sen, wenn die­ser vor­ab schrift­lich zusi­chert, Medi­en­ver­tre­ter nicht zu beläs­ti­gen. Berich­te von Chris­tia­ne Hüb­scher und Julie Kurz beleuch­ten die Dis­kus­sio­nen um das Auf­tre­ten der AfD-Spit­ze um Ali­ce Wei­del und Ulrich Sieg­mund.

4. Wirt­schaft, Bör­se und Finanz­märk­te

  • DAX im Minus: Der DAX ver­lor zum Wochen­start 0,5 Pro­zent und schloss bei 25.440,81 Punk­ten. Markt­ana­lyst Timo Emden (Cap­Trader) und Maxi­mi­li­an Wien­ke (eTo­ro) ver­wie­sen auf Sor­gen vor Zins­er­hö­hun­gen und geo­po­li­ti­sche Risi­ken.
  • Zins­sor­gen und Trump-Dro­hung: Die Märk­te stel­len sich auf die Zins­ent­schei­de der US-Fede­ral Reser­ve, der Bank of Eng­land und der Bank of Japan ein. US-Prä­si­dent Donald Trump erneu­er­te sei­ne Dro­hung auf Truth Social, den Han­del mit Län­dern abzu­bre­chen, mit denen die USA ein Han­dels­de­fi­zit haben, falls die Fed die Zin­sen nicht senkt.
  • KI-Dämp­fer: Dario Amo­dei, Chef des KI-Ent­wick­lers Anthro­pic, for­der­te aus Sicher­heits­grün­den ein lang­sa­me­res Ent­wick­lungs­tem­po, da KI-Schwär­me in 6 bis 12 Mona­ten das Inter­net gefähr­den könn­ten. Ope­nAI schloss einen Bör­sen­gang für 2026 aus. Dies belas­te­te Tech­no­lo­gie­ak­ti­en welt­weit; an der deut­schen Bör­se bra­chen Titel wie Hoch­tief um bis zu 9,6 Pro­zent ein, auch Infi­ne­on und Sie­mens Ener­gy gaben nach.
  • Unter­neh­mens­mel­dun­gen & Immo­bi­li­en:
    • Bay­er: Vor einem US-Gericht in Mis­sou­ri begann die Anhö­rung zu einem Sam­mel­ver­gleich über 7,25 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Rechts­streit um den Unkraut­ver­nich­ter Roun­dup (Gly­pho­sat).
    • Com­merz­bank / UniCre­dit: Finanz­mi­nis­ter Kling­beil emp­fing UniCre­dit-Chef Andrea Orcel in Ber­lin zu Ver­hand­lun­gen über die geplan­te Über­nah­me des Frank­fur­ter Insti­tuts.
    • Wohn­ei­gen­tum: Laut einer Stu­die des Pest­el-Insti­tuts fiel die Wohn­ei­gen­tums­quo­te in Deutsch­land 2025 auf 43,5 Pro­zent – das ist der nied­rigs­te Stand seit über 20 Jah­ren und der letz­te Platz inner­halb der EU.

5. Geo­po­li­tik, Ver­tei­di­gung und Sicher­heit

  • Ukrai­ne-Export­kri­se: Die Ukrai­ne ver­zeich­net zwar eine Rekord­ern­te von 85 Mil­lio­nen Ton­nen Getrei­de und Ölsaa­ten, kann jedoch wegen rus­si­scher Dau­er­an­grif­fe auf die Häfen Odes­sa, Miko­la­jev und Ismail an der Donau sowie des nied­ri­gen Donau-Was­ser­stands nur maxi­mal 1,5 Mil­lio­nen Ton­nen monat­lich expor­tie­ren (nor­ma­ler­wei­se ca. 50 Mio. Ton­nen pro Jahr). Land­wir­te wie Alex­an­der Tata­rov ste­hen vor der Insol­venz und stel­len auf Gemü­se­an­bau für den Bin­nen­markt um. Hen­ner Hebe­streit berich­tet über Russ­lands Stra­te­gie, Agrar­han­del als Waf­fe ein­zu­set­zen.
  • Bun­des­wehr in Litau­en: Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us plant, Bun­des­wehr­sol­da­ten künf­tig ver­pflich­tend für die Pan­zer­bri­ga­de in Litau­en zu ver­set­zen, da 20 Pro­zent der Stel­len (ins­be­son­de­re in der IT und Logis­tik) unbe­setzt sind.
  • Spio­na­ge & MAD-Jah­res­be­richt: Die Bun­des­an­walt­schaft erhob Ankla­ge gegen eine Deutsch-Ukrai­ne­rin wegen mut­maß­li­cher Spio­na­ge für einen rus­si­schen Bot­schafts­agen­ten in Ber­lin. Der Jah­res­be­richt des Mili­tä­ri­schen Abschirm­diens­tes (MAD) warnt vor einer ver­schärf­ten Bedro­hungs­la­ge durch Droh­nen­aus­spä­hung (u. a. aus Chi­na) und Sabo­ta­ge­ak­te.
  • West­jor­dan­land: Ein Bericht der israe­li­schen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on B’T­se­lem wirft der israe­li­schen Regie­rung und Sied­lern vor, die Lebens­grund­la­gen von Paläs­ti­nen­sern im West­jor­dan­land sys­te­ma­tisch zu zer­stö­ren; schil­dert am Bei­spiel von Yusef Abdel Kareem im Dorf Qus­ra.
  • Diplo­ma­tie: Außen­mi­nis­ter Johann Wade­fohl reis­te nach dem Regie­rungs­wech­sel in Buda­pest zu Gesprä­chen mit der unga­ri­schen Poli­ti­ke­rin Ani­ta Orbán. In Schwe­den bleibt die Regie­rungs­bil­dung zwi­schen Mag­da­le­na Anders­son und dem kon­ser­va­ti­ven Pre­mier Ulf Krist­ers­son offen.

6. Sport und Ver­misch­tes

  • Alex­an­der Zverev siegt bei den US Open:
    • Der deut­sche Ten­nis­pro­fi Alex­an­der Zverev sicher­te sich in New York sei­nen zwei­ten Grand-Slam-Titel nach den French Open. Er besieg­te den US-Ame­ri­ka­ner Ben Shel­ton in 3 Stun­den und 33 Minu­ten mit 3:1 Sät­zen (6:3, 7:6, 4:6, 6:2).
    • Zverev ist nach Boris Becker (1989) erst der zwei­te deut­sche Her­ren-Sie­ger bei den US Open und erhält 5,5 Mil­lio­nen US-Dol­lar Preis­geld. Boris Becker sieht ihn kurz vor dem Sprung auf Platz 1 der Welt­rang­lis­te.
  • Fuß­ball-Bun­des­li­ga: Der Auf­stei­ger SV Elvers­berg unter­lag Bay­ern Mün­chen knapp mit 1:2. Mau­rice Krat­ten­ma­cher traf für Elvers­berg; die Tore für Bay­ern mach­ten Len­nard Karl und Har­ry Kane unter Trai­ner Vin­cent Kom­pa­ny.
  • Vol­ley­ball-EM: Die deut­sche Her­ren-Natio­nal­mann­schaft unter Bun­des­trai­ner Mas­si­mo Bot­ti besieg­te die Schweiz mit 3:1 und zog vor­zei­tig ins Ach­tel­fi­na­le ein.
  • Wis­mar, Güs­trow & U‑Boot-Bau: Jes­sy Well­mer (tages­the­men) berich­te­te aus Wis­mar und Güs­trow vor der bevor­ste­hen­den Land­tags­wahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Ein Groß­auf­trag aus Kana­da für den Bau von U‑Booten bei TKMS auf den ehe­ma­li­gen MV-Werf­ten bringt 1.000 neue Arbeits­plät­ze, stieß bei Anwoh­nern jedoch auf gemisch­te Gefüh­le hin­sicht­lich Rüs­tungs­pro­duk­ti­on. Dazu äußer­te sich die Autorin Hel­ga Schu­bert im Inter­view.
  • Kurio­ses aus Polen: Ein Elch namens Emil ver­irr­te sich auf die unter­ir­di­schen Glei­se des Haupt­bahn­hofs in War­schau und wur­de von Betäu­bungs­exper­ten geret­tet.
  • Gestie­ge­ne Tier­arzt­kos­ten: Ein Bericht aus Hannover/Braunschweig (u. a. mit der Hal­te­rin Andrea Frau­stein und Tier­ärz­tin Chris­tia­ne Bersch) beleuch­tet die stark gestie­ge­nen Behand­lungs­kos­ten bei Haus­tie­ren.

Der Begriff des 30:20-Kipppunkts stammt von dem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­exper­ten, Buch­au­tor („Shit­fluen­cer“) und Mit­grün­der der PR-Agen­tur Sto­ry­Ma­chi­ne, Phil­ipp Jes­sen. Er beschreibt ein poli­ti­sches Sze­na­rio, in dem die AfD bei einer bun­des­wei­ten Umfra­ge oder Wahl 30 Pro­zent erreicht, wäh­rend die CDU/CSU (Uni­on) zeit­gleich auf 20 Pro­zent zurück­fällt.

Erst­mals gemes­sen wur­de die­se Ver­tei­lung in einer Erhe­bung des Umfra­ge­insti­tuts GMS. Hin­ter die­sem Phä­no­men ste­cken laut Jes­sen tief­grei­fen­de psy­cho­lo­gi­sche Mecha­nis­men, ver­än­der­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge sowie fun­da­men­ta­le Kon­se­quen­zen für das poli­ti­sche Sys­tem Deutsch­lands.


Die Kern­aspek­te des 30:20-Kipppunkts im Detail

1. Ver­än­der­tes Rol­len­bild und poli­ti­sche Sta­tik

  • Ende des Pro­test­par­tei-Images: Soll­te ein sol­ches Ergeb­nis bei Wah­len tat­säch­lich erzielt wer­den, wäre die AfD aus Sicht von Jes­sen end­gül­tig kei­ne Außen­sei­ter- oder rei­ne Pro­test­par­tei mehr, son­dern klar wahr­nehm­bar die stärks­te poli­ti­sche Kraft im Land.
  • Umwäl­zung des Par­tei­en­sys­tems: Ein Vor­sprung von 10 Pro­zent­punk­ten vor der größ­ten tra­di­tio­nel­len Volks­par­tei wür­de die poli­ti­sche Sta­tik Deutsch­lands fun­da­men­tal ver­än­dern und wei­te­re dra­ma­ti­sche Ver­schie­bungs­mus­ter in der Par­tei­en­land­schaft aus­lö­sen.

2. Der psy­cho­lo­gi­sche „Best­sel­ler-Effekt“

  • Erfolg zieht Erfolg nach sich: Die psy­cho­lo­gi­sche Dyna­mik des Kipp­punkts ver­gleicht Jes­sen mit dem Best­sel­ler-Effekt aus dem Buch­han­del. Kon­su­men­ten grei­fen im Buch­la­den bevor­zugt zu Büchern, die ganz oben auf den Best­sel­ler­lis­ten ste­hen, weil die­se bereits als erfolg­reich und bewährt wahr­ge­nom­men wer­den.
  • Sam­mel­be­we­gung hin­ter dem Stärks­ten: Auf das Wäh­ler­ver­hal­ten über­tra­gen bedeu­tet dies: Vie­le Men­schen nei­gen dazu, sich hin­ter der­je­ni­gen poli­ti­schen Kraft zu ver­sam­meln, die öffent­lich als die stärks­te und prä­gends­te wahr­ge­nom­men wird. Wird der 30:20-Kipppunkt ein­mal erreicht, kann dies eine Eigen­dy­na­mik aus­lö­sen, die der stärks­ten Par­tei wei­te­re Unter­stüt­zer zuführt.

3. Ursa­chen: Poli­tik als Unter­hal­tung und Fokus auf Social-Media-Clips

  • Wan­del der Ver­mitt­lungs­ka­nä­le: Als zen­tra­le Ursa­che für den Auf­stieg der AfD sieht Jes­sen die Tat­sa­che, dass Poli­tik heut­zu­ta­ge zu gro­ßen Tei­len über Unter­hal­tung und sozia­le Medi­en kon­su­miert wird – ein Prin­zip, das die AfD früh­zei­tig ver­in­ner­licht habe.
  • Kurz­for­ma­te statt Talk­shows: Der Fokus lie­ge nicht mehr auf lan­gen Reden im Deut­schen Bun­des­tag oder klas­si­schen Auf­trit­ten in Fern­seh-Talk­shows. Statt­des­sen gehe es dar­um, gezielt zehn­se­kün­di­ge Vide­os zu erzeu­gen. Ein­zel­ne Sprü­che, Ges­ten, Lacher oder Wut­aus­brü­che wer­den so auf­be­rei­tet, dass sie sich hun­dert­tau­send­fach auf Netz­platt­for­men ver­brei­ten.

4. Die For­de­rung nach einer digi­ta­len Gegen­of­fen­si­ve

  • Auf­hol­be­darf der bür­ger­li­chen Par­tei­en: Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, for­dert Jes­sen eine digi­ta­le Gegen­of­fen­si­ve der eta­blier­ten Par­tei­en (wie CDU, SPD und Grü­nen).
  • Neue Stra­te­gien: Die bür­ger­li­chen Par­tei­en müss­ten Social Media zur Chef­sa­che machen, eige­ne Influen­cer und Crea­tor auf­bau­en, Mut zu Emo­tio­nen bewei­sen und auf neu­en digi­ta­len Platt­for­men früh­zei­tig Prä­senz zei­gen.

Die aus­führ­li­che und detail­lier­te Wet­ter­vor­her­sa­ge für Diens­tag, den 15. Sep­tem­ber 2026, sowie die kli­ma­to­lo­gi­sche Ein­ord­nung und der Aus­blick auf die Fol­ge­ta­ge:

1. Groß­wet­ter­la­ge und glo­ba­ler Kon­text

  • Glo­ba­ler Rekord­wert: Der ver­gan­ge­ne August war welt­weit der wärms­te jemals auf­ge­zeich­ne­te Monat seit Beginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen mit einer extre­men Abwei­chung von 1,65 °C über dem Niveau des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens.
  • Mit­tel­meer-Hit­ze & Luft­mas­sen: Auch in der Mit­tel­meer­re­gi­on herrscht wei­ter­hin unge­wöhn­li­che Hit­ze, wobei die Mee­res­ober­flä­chen­tem­pe­ra­tur 4 bis 5 °C über dem lang­jäh­ri­gen Schnitt liegt.
  • Wär­me­zu­fuhr nach Deutsch­land: Durch eine auf Süd­west bis Süd dre­hen­de Strö­mung gelangt die­se sehr war­me Luft­mas­se direkt nach Deutsch­land.
  • Hoch­druck­ein­fluss: Hoch­druck­ein­fluss beschert vie­len Regio­nen noch ein­mal einen freund­li­chen Spät­som­mer­tag, bevor sich von Nord­wes­ten her eine Kalt­front nähert.

2. Wet­ter in der Nacht zum Diens­tag (15. Sep­tem­ber 2026)

  • Bewöl­kung & Nie­der­schlag: Die Nacht ver­läuft im Süden und Osten meist ster­nen­klar oder locker bewölkt, wäh­rend im Nor­den und Nord­wes­ten kom­pak­te­re Wol­ken­fel­der mit leich­tem Regen durch­zie­hen.
  • Nebel­bil­dung: Regio­nal bil­det sich Nebel, vor allem in der Süd­hälf­te, in Fluss­tä­lern sowie in höher gele­ge­nen Tälern der Mit­tel­ge­bir­ge.
  • Star­ke Tem­pe­ra­tur­kon­tras­te: Die Tiefst­wer­te lie­gen im Osten bei küh­len 5 bis 9 °C bzw. 6 bis 7 °C. Ganz im Wes­ten und ent­lang des Rheins bleibt die Nacht mit 13 bis 18 °C (bzw. stel­len­wei­se 17 °C) außer­or­dent­lich mild.

3. Vor­her­sa­ge für Diens­tag, den 15. Sep­tem­ber 2026 (Tags­über)

  • Son­nen­schein & Wol­ken: Nach der Auf­lö­sung von Früh­ne­bel­fel­dern domi­niert am Diens­tag vie­ler­orts strah­len­der Son­nen­schein. Im Nor­den und Nord­wes­ten ist der Him­mel im Tages­ver­lauf im Ver­gleich zum Süden dich­ter bewölkt.
  • Spät­som­mer­hit­ze: Die Tem­pe­ra­tu­ren klet­tern noch ein­mal kräf­tig an, sodass ver­brei­tet ein Som­mer­tag mit Wer­ten über der 25-°C‑Marke ver­zeich­net wird.
    • Im Osten bewe­gen sich die Höchst­wer­te zwi­schen 21 und 27 °C (in Ber­lin wer­den rund 25 °C erwar­tet).
    • Im Wes­ten und Süd­wes­ten (bei­spiels­wei­se in der Regi­on um Trier) wird es mit bis zu 29 bis 30 °C noch ein­mal heiß.
  • Wet­ter­wech­sel am Abend: Gegen Spät­nach­mit­tag und Abend errei­chen von Nord­wes­ten her die dich­ten Wol­ken einer Kalt­front Deutsch­land, die in Nord­see­nä­he ers­te Schau­er und Gewit­ter bringt.

4. Aus­sich­ten für Mitt­woch, Don­ners­tag und den Rest der Woche

  • Kalt­front­durch­gang am Mitt­woch: In der Nacht zum Mitt­woch ver­la­gert sich die Front wei­ter nach Süd­os­ten. Am Mitt­woch zieht die Kalt­front über Deutsch­land hin­weg und sorgt für unbe­stän­di­ges Wet­ter mit zahl­rei­chen Schau­ern und ein­ge­la­ger­ten Gewit­tern. In der Süd­ost­hälf­te kann es dabei auch zu län­ger anhal­ten­dem Regen kom­men.
  • Spür­ba­rer Tem­pe­ra­tur­sturz: Mit der Front kühlt es spür­bar ab; die Höchst­tem­pe­ra­tu­ren errei­chen am Mitt­woch nur noch 20 bis 24 °C.
  • Küh­le­rer Trend ab Don­ners­tag: Am Don­ners­tag und Frei­tag set­zen sich käl­te­re Luft­mas­sen durch. Die Schau­er­nei­gung lässt nach und es fal­len meist nur noch ver­ein­zel­te Trop­fen. Die Höchst­wer­te sin­ken auf 19 bis maxi­mal 23 °C (in Ber­lin etwa 18 bis 19 °C). Damit pen­deln sich die Tem­pe­ra­tu­ren wie­der auf ein für Mit­te bis Ende Sep­tem­ber übli­ches Niveau ein.

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater