Gold­mi­nen­ak­ti­en mit star­kem Kurs­an­stieg

Im August ver­zeich­ne­ten Gold­mi­nen­ak­ti­en deut­li­che Kurs­ge­win­ne von über 30 % und ent­wi­ckel­ten sich damit wesent­lich bes­ser als der Gold­preis selbst.

1. Kurs­ent­wick­lung im August

  • Indi­zes: Der NYSE Arca Gold BUGS Index stieg um 34 %, der MSCI ACWI Sel­ect Gold Miners Investa­ble Mar­ket Index um 36 %.
  • Ein­zel­ak­ti­en:
    • Ang­lo­Gold Ashan­ti: +41,6 %
    • Agni­co Eagle Mines: fast +40 %
    • New­mont: +34,5 %
    • Bar­rick Gold: ca. +11 %
  • Auf­grund der star­ken Per­for­mance-Unter­schie­de bei Ein­zel­wer­ten emp­fiehlt die Han­dels­blatt-Roh­stoff­ex­per­tin Ein­stei­gern eher breit gestreu­te ETFs.

2. Stei­gen­de För­der­kos­ten

Obwohl die Akti­en­kur­se stark zule­gen, stei­gen die För­der­kos­ten der Minen­un­ter­neh­men kon­ti­nu­ier­lich (im ers­ten Quar­tal das 28. Quar­tal in Fol­ge im Vor­jah­res­ver­gleich):

  • Die Kos­ten lagen im ers­ten Quar­tal bei rund 1.785 US-Dol­lar pro Unze (+16 % ggü. Vor­jahr, Daten des World Gold Coun­cil).
  • Kos­ten­trei­ber:
    • För­der­ab­ga­ben und Lizen­zen: Zah­lun­gen an Staa­ten stie­gen im ers­ten Quar­tal um 85 % (machen ca. 12 % der För­der­kos­ten aus).
    • Ener­gie- und Treib­stoff­prei­se: Minen benö­ti­gen enor­me Men­gen Die­sel für Gene­ra­to­ren an abge­le­ge­nen Stand­or­ten. Die Ener­gie­kri­se (u. a. getrie­ben durch den Krieg in der Ukrai­ne) ließ die Groß­han­dels­prei­se für Treib­stoff teils mas­siv anstei­gen (z. B. in Aus­tra­li­en um fast das Dop­pel­te).

3. War­um die Akti­en den­noch stär­ker als Gold stei­gen (Hebel- und Mar­gen­ef­fekt)

  • Hebel­ef­fekt (Ope­ra­ting Levera­ge): Bei bestehen­der Kos­ten­ba­sis führt ein pro­zen­tua­ler Anstieg des Gold­prei­ses zu einem über­pro­por­tio­na­len pro­zen­tua­len Gewinn­wachs­tum.
  • Explo­die­ren­de Mar­gen: Die durch­schnitt­li­chen Mar­gen stie­gen im ers­ten Quar­tal um 134 % auf über 3.000 US-Dol­lar pro Unze. Dadurch wur­den die höhe­ren Kos­ten mehr als wett­ge­macht.
  • Bes­se­re Kapi­tal­dis­zi­plin: Anders als in frü­he­ren Zyklen wirt­schaf­ten die Kon­zer­ne heu­te dis­zi­pli­nier­ter, bau­en Schul­den ab und wei­sen soli­de Bilan­zen auf. Selbst bei sta­gnie­ren­den Gold­prei­sen und mode­rat wei­ter stei­gen­den Kos­ten bleibt die Bran­che hoch­pro­fi­ta­bel.

4. Risi­ken für Pri­vat­an­le­ger

  • Hebel nach unten: Fällt der Gold­preis, bre­chen die Gewin­ne der Minen­be­trei­ber eben­so über­pro­por­tio­nal ein. Im März gaben die Indi­zes bei­spiels­wei­se um rund 20 % nach.
  • Län­der­ri­si­ken: Minen­vor­kom­men sind orts­ge­bun­den; poli­ti­sche Insta­bi­li­tä­ten, Put­sche oder dro­hen­de Ver­staat­li­chun­gen kön­nen Pro­jek­te schlag­ar­tig wert­los machen.
  • Fazit: Minen­ak­ti­en sind vola­til und erfor­dern genaue Prü­fung (ins­be­son­de­re bei Ein­zel­ak­ti­en). Für ein rein pas­si­ves, lang­fris­ti­ges Invest­ment eig­net sich phy­si­sches Gold oft bes­ser, wäh­rend Minen­ak­ti­en oder Minen-ETFs als chan­cen­rei­che­re, aber risi­ko­be­haf­te­te Bei­mi­schung zu ver­ste­hen sind.

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