Der Bericht zeigt für Januar bis Mai 2026 einen deutlichen Rückgang der Asylerstanträge in Deutschland, aber immer noch zu viele. Das BAMF registrierte 34.925 Erstanträge, das sind 35,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Einschließlich 15.368 Folgeanträgen wurden insgesamt 50.293 Asylanträge gestellt; gegenüber Januar bis Mai 2025 entspricht das einem Rückgang um 20,0 %.

Die wichtigsten Herkunftsländer bei den Erstanträgen waren Afghanistan mit 9.392, Syrien mit 4.482 und die Türkei mit 2.965 Erstanträgen. Auffällig ist der starke Rückgang bei syrischen Erstanträgen: minus 66,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Afghanistan bleibt dagegen nahezu stabil, während die Türkei ebenfalls deutlich zurückgeht.
Im Monat Mai 2026 wurden 5.556 Erstanträge gestellt. Das sind 9,6 % weniger als im April 2026 und 29,8 % weniger als im Mai 2025. Hinzu kamen 2.325 Folgeanträge. Der Anteil der Folgeanträge an allen Asylanträgen lag im Mai bei 29,5 %. Besonders stark stiegen Folgeanträge afghanischer Antragstellender im bisherigen Jahresverlauf.
Bei den Entscheidungen wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 106.565 Asylverfahren abgeschlossen. Die Gesamtschutzquote lag bei 38,6 %. Besonders hoch war sie bei Eritrea mit 83,3 %, Afghanistan mit 79,8 % und Somalia mit 62,6 %. Bei Syrien lag sie dagegen nur bei 19,2 %, bei der Türkei bei 12,3 %.
Die Zahl der anhängigen Asylverfahren ging stark zurück. Ende Mai 2026 waren noch 63.351 Verfahren offen. Das sind 6,5 % weniger als im Vormonat und 59,6 % weniger als im Mai 2025. Mehr als die Hälfte der offenen Verfahren entfiel auf syrische Staatsangehörige.
Zur Verfahrensdauer nennt der Bericht eine durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer von 11,4 Monaten. Für sogenannte Jahresverfahren, also Verfahren mit Antragstellung innerhalb der letzten zwölf Monate, lag die Dauer bei 3,0 Monaten.
Bei der regionalen Verteilung entfielen die meisten Asylerstanträge auf Nordrhein-Westfalen mit 7.299, gefolgt von Baden-Württemberg mit 4.707, Bayern mit 4.426 und Niedersachsen mit 3.372. Demografisch waren 72,1 % der Erstantragstellenden jünger als 30 Jahre, 46,8 % minderjährig und 57,2 % männlich.
Zusammengefasst: Der Bericht dokumentiert für 2026 bislang sinkende Erstantragszahlen, eine gleichzeitig erhöhte Bedeutung von Folgeanträgen, deutlich weniger offene Verfahren und eine gegenüber dem Vorjahr stark gestiegene Schutzquote. Besonders prägend sind Afghanistan als wichtigstes Herkunftsland, der starke Rückgang syrischer Erstanträge und der massive Abbau anhängiger Verfahren.
Quelle: BAMF Aktuelle Zahlen (Bericht 05 | 2026)
