Berkshire Hathaway Q2 2026
Der Vergleich Q2 2026 (30.06.2026) gegen Q1 2026 (31.03.2026) zeigt einige ungewöhnlich große Umschichtungen. Berkshire meldete für Q2 insgesamt $299,25 Mrd. an 13F-Wert gegenüber $263,10 Mrd. in Q1, also +13,7 %. Dieser Wertanstieg ist allerdings eine Mischung aus Kursbewegungen und Käufen/Verkäufen und darf nicht als Netto-Kaufvolumen interpretiert werden.
Die wichtigsten Stückzahländerungen
| Position | Q1 2026 | Q2 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Alphabet Class C (GOOG) | 3,585 Mio. | 27,188 Mio. | +23,603 Mio. / +658 % |
| Alphabet Class A (GOOGL) | 54,250 Mio. | 78,791 Mio. | +24,541 Mio. / +45,2 % |
| Delta Air Lines | 39,809 Mio. | 57,320 Mio. | +17,511 Mio. / +44,0 % |
| Macy’s | 3,038 Mio. | 7,347 Mio. | +4,309 Mio. / +141,8 % |
| Lennar A | 10,100 Mio. | 13,112 Mio. | +3,012 Mio. / +29,8 % |
| New York Times A | 15,147 Mio. | 15,700 Mio. | +0,553 Mio. / +3,7 % |
| Bank of America | 513,624 Mio. | 483,394 Mio. | −30,230 Mio. / −5,9 % |
| Kroger | 50,000 Mio. | 39,000 Mio. | −11,000 Mio. / −22,0 % |
| Capital One | 7,150 Mio. | 3,000 Mio. | −4,150 Mio. / −58,0 % |
| Ally Financial | 29,000 Mio. | 27,000 Mio. | −2,000 Mio. / −6,9 % |
| Nucor | 3,907 Mio. | 1,858 Mio. | −2,049 Mio. / −52,5 % |
| DaVita | 30,101 Mio. | 28,880 Mio. | −1,220 Mio. / −4,1 % |
| Constellation Brands | 0,633 Mio. | 0 | komplett verkauft |
| D.R. Horton | 0 | 3.564 Aktien | neue, sehr kleine Position |
Die Stückzahlen ergeben sich aus der Aggregation aller Berkshire-Untermanager mit derselben CUSIP im jeweiligen 13F. Die SEC-Aufstellung zeigt beispielsweise bei Alphabet, dass GOOG von 3,585 Mio. auf 27,188 Mio. Aktien und die aggregierte GOOGL-Position von rund 54,25 Mio. auf 78,79 Mio. Aktien gestiegen ist. Die weiteren Zu- und Verkäufe ergeben sich entsprechend aus den Q1- und Q2-Information Tables.
Besonders wichtig: Alphabet
Das ist für mich die mit Abstand wichtigste Nachricht aus dem Filing. Berkshire hat beide Alphabet-Aktienklassen zusammen um rund 48,14 Mio. Aktien erhöht.
Zum 30. Juni hatte die Alphabet-Position laut 13F einen Marktwert von ungefähr:
GOOG: $9,61 Mrd.
GOOGL: $28,16 Mrd.
Alphabet gesamt: ≈ $37,76 Mrd.
Damit ist Alphabet im Q2-13F bereits eine der größten börsennotierten Positionen von Berkshire. Das ist keine kleine Testposition mehr, sondern eine erhebliche Kapitalallokation.
Was blieb unverändert?
Bemerkenswert ist auch, was Berkshire nicht verändert hat. Auf aggregierter Stückzahlbasis blieben unter anderem Apple, American Express, Coca-Cola, Chevron, Occidental Petroleum, Chubb, Moody’s, Kraft Heinz, SiriusXM und VeriSign gegenüber Q1 unverändert.
Bei Apple beispielsweise blieb die aggregierte Aktienzahl gleich; der gemeldete Marktwert stieg lediglich aufgrund des höheren Aktienkurses. Die Apple-Position hatte zum 30. Juni einen 13F-Marktwert von rund $65,95 Mrd.
Ein wichtiger Vorbehalt: Das Berkshire-13F umfasst 14 weitere einbezogene Manager bzw. Gesellschaften, darunter National Indemnity, GEICO, General Re und andere Berkshire-Einheiten. Eine Verschiebung zwischen diesen Untermanagern muss deshalb nicht zwingend ein Börsenkauf oder ‑verkauf sein. Der aggregierte Vergleich nach CUSIP, den ich oben verwendet habe, reduziert dieses Problem. Außerdem zeigt ein 13F nur den Stand am Quartalsende und nicht Kaufdatum oder Kaufpreis.
Kurzfassung der Berkshire-Hathaway Ergebnisse des 2. Quartals
Berkshire berichtet über die Ergebnisse des 2. Quartals und der ersten sechs Monate 2026. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass die Pressemitteilung allein nicht für eine fundierte Anlageentscheidung ausreicht und verweist auf den vollständigen 10-Q-Bericht.
Im 2. Quartal 2026 stieg der den Berkshire-Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 25,7 Mrd. USD, nach 12,4 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Ein großer Teil dieses Anstiegs stammt aus Investmentgewinnen von 12,7 Mrd. USD. Die für die operative Entwicklung aussagekräftigeren Operating Earnings erhöhten sich von 11,2 auf 13,0 Mrd. USD, also um rund 16 %. Für das erste Halbjahr lagen die Operating Earnings bei 24,3 Mrd. USD gegenüber 20,8 Mrd. USD im Vorjahr.
Nach Geschäftsbereichen war das Bild gemischt. Im zweiten Quartal sank das Versicherungs-Underwriting von 1,99 auf 1,73 Mrd. USD und das Versicherungs-Anlageergebnis von 3,37 auf 3,06 Mrd. USD. Dagegen stieg BNSF von 1,47 auf 1,56 Mrd. USD, Berkshire Hathaway Energy von 702 auf 891 Mio. USD und insbesondere Manufacturing, Service and Retailing von 3,60 auf 4,47 Mrd. USD. Zudem sprang die Position „Other“ deutlich auf 1,27 Mrd. USD, unter anderem wegen positiver Währungseffekte.
Berkshire kaufte im zweiten Quartal für rund 4,5 Mrd. USD eigene Aktien zurück; im gesamten ersten Halbjahr waren es rund 4,8 Mrd. USD. Ende Juni bestanden 1.431.693 Class-A-äquivalente Aktien. Der Insurance Float lag bei rund 177,5 Mrd. USD, etwa 1,1 Mrd. USD mehr als zum Jahresende 2025.
Wichtig für die Interpretation: Berkshire betont erneut, dass kurzfristige Investmentgewinne und ‑verluste den ausgewiesenen Nettogewinn stark verzerren können, weil nach GAAP auch nicht realisierte Kursveränderungen des Aktienportfolios erfolgswirksam erfasst werden. Deshalb hält das Unternehmen Investmentgewinne eines einzelnen Quartals für wenig aussagekräftig zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung.
Kernaussage: Operativ war das Quartal solide bis stark: rund 16 % Wachstum der Operating Earnings, kräftiges Wachstum bei Industrie/Service/Retail und Energy sowie weitere Aktienrückkäufe. Der mehr als verdoppelte Nettogewinn sieht spektakulärer aus, ist aber wesentlich durch volatile Investmentgewinne geprägt.