Lang­fris­tig inves­tie­ren statt kurz­fris­tig spe­ku­lie­ren

Buf­fetts Aus­sa­ge

„If you are­n’t wil­ling to own a stock for 10 years, don’t even think about owning it for 10 minu­tes.“

bringt sei­ne lang­fris­ti­ge Value-Inves­t­ing-Phi­lo­so­phie auf den Punkt.

Buf­fett meint damit nicht, dass man jede Aktie zwin­gend zehn Jah­re hal­ten muss. Die Aus­sa­ge beschreibt viel­mehr einen Qua­li­täts­test vor dem Kauf: Man soll­te eine Aktie nur kau­fen, wenn man vom zugrun­de lie­gen­den Unter­neh­men so über­zeugt ist, dass man es grund­sätz­lich auch über vie­le Jah­re besit­zen wür­de.

Dabei ste­cken meh­re­re Gedan­ken dahin­ter:

  • Eine Aktie ist ein Unter­neh­mens­an­teil. Buf­fett betrach­tet Akti­en nicht pri­mär als Wert­pa­pie­re, deren Kur­se stei­gen oder fal­len, son­dern als Betei­li­gun­gen an rea­len Unter­neh­men. Ent­schei­dend sind des­halb Geschäfts­mo­dell, Wett­be­werbs­vor­tei­le, Manage­ment, Ertrags­kraft und lang­fris­ti­ge Zukunfts­aus­sich­ten.
  • Kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen sind zweit­ran­gig. Wenn die Invest­ment­the­se davon abhängt, dass der Kurs nächs­te Woche oder nächs­ten Monat steigt, han­delt es sich eher um Spe­ku­la­ti­on als um Buf­fetts Ver­ständ­nis von Inves­tie­ren.
  • Lang­fris­tig­keit ver­langt Qua­li­tät. Bei der Vor­stel­lung, eine Aktie zehn Jah­re hal­ten zu müs­sen, stellt man auto­ma­tisch ande­re Fra­gen: Wird die­ses Unter­neh­men in zehn Jah­ren noch rele­vant sein? Kann es sei­ne Gewin­ne stei­gern? Hat es einen nach­hal­ti­gen Wett­be­werbs­vor­teil? Ist es finan­zi­ell soli­de?
  • Geduld ist Teil der Ren­di­te. Gute Unter­neh­men kön­nen ihre Gewin­ne über vie­le Jah­re reinves­tie­ren und wach­sen las­sen. Anle­ger pro­fi­tie­ren dadurch vom Zin­ses­zins­ef­fekt. Häu­fi­ges Kau­fen und Ver­kau­fen kann die­sen Pro­zess unter­bre­chen.
  • Der Kauf­preis bleibt wich­tig. Die Aus­sa­ge bedeu­tet nicht „Kau­fe her­vor­ra­gen­de Unter­neh­men um jeden Preis“. Auch ein sehr gutes Unter­neh­men kann eine schlech­te Inves­ti­ti­on sein, wenn die Bewer­tung völ­lig über­zo­gen ist.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel: Du über­legst, eine Aktie zu kau­fen, weil du glaubst, dass sie nach den nächs­ten Quar­tals­zah­len um 15 % stei­gen könn­te. Wenn du das Unter­neh­men aber nicht besit­zen möch­test, falls die Bör­se anschlie­ßend für fünf Jah­re geschlos­sen wäre, wür­de Buf­fett wahr­schein­lich sagen: Du spe­ku­lierst auf den Kurs, statt in das Unter­neh­men zu inves­tie­ren.

Der Kern der Aus­sa­ge lässt sich daher so for­mu­lie­ren:

Kau­fe eine Aktie auf­grund der lang­fris­ti­gen wirt­schaft­li­chen Qua­li­tät des Unter­neh­mens – nicht auf­grund dei­ner Erwar­tun­gen an kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen.

Die „10 Jah­re“ und „10 Minu­ten“ sind dabei bewusst über­spitzt. Buf­fett for­dert damit einen Per­spek­tiv­wech­sel: Den­ke beim Kauf wie ein lang­fris­ti­ger Unter­neh­mens­ei­gen­tü­mer, nicht wie ein kurz­fris­ti­ger Händ­ler.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater