Big Tech am Wen­de­punkt: Trei­ber des Wachs­tums oder Vor­bo­te der Sta­gna­ti­on?

Die Tech­no­lo­gie­bran­che, ins­be­son­de­re die füh­ren­den Unter­neh­men der soge­nann­ten “Big Tech”, hat sich in den letz­ten Jah­ren als Haupt­trei­ber des glo­ba­len Wirt­schafts­wachs­tums eta­bliert. Nach der Finanz­kri­se 2008, die vie­le Volks­wirt­schaf­ten in eine tie­fe Rezes­si­on stürz­te, erwies sich der Tech­no­lo­gie­sek­tor als einer der weni­gen Berei­che, der nicht nur Sta­bi­li­tät bot, son­dern auch erheb­li­che Wachs­tums­im­pul­se setz­te. Ein ein­drucks­vol­les Bei­spiel hier­für ist der S&P 500, der sich in den letz­ten zehn Jah­ren ver­drei­fach­te, was vor allem auf die außer­ge­wöhn­li­che Per­for­mance des Tech­no­lo­gie­sek­tors zurück­zu­füh­ren ist. Beson­ders her­vor­zu­he­ben sind sie­ben Akti­en – Apple, Goog­le (Alpha­bet), Ama­zon, Nvi­dia, Tes­la, Meta (Face­book) und Micro­soft –, die maß­geb­lich zu die­sem Wachs­tum bei­tru­gen und in vie­len Fäl­len Ren­di­ten erziel­ten, die weit über denen ande­rer Bran­chen lagen.

Aller­dings häu­fen sich die Anzei­chen, dass die­se Wachs­tums­pha­se mög­li­cher­wei­se ihrem Ende ent­ge­gen­geht. Eine his­to­ri­sche Par­al­le­le lässt sich zur ame­ri­ka­ni­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie zie­hen, die in den 1960er Jah­ren ihren Höhe­punkt erreich­te. Damals domi­nier­te die Auto­mo­bil­in­dus­trie den Welt­markt und präg­te die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft, bevor sie suk­zes­si­ve Markt­an­tei­le an japa­ni­sche Her­stel­ler ver­lor. Dies hat­te weit­rei­chen­de Fol­gen: Mas­si­ve Ent­las­sun­gen, sta­gnie­ren­de oder sin­ken­de Löh­ne und der wirt­schaft­li­che Nie­der­gang gan­zer Regio­nen wie Detroit, das heu­te als Sym­bol für die Fol­gen eines bran­chen­spe­zi­fi­schen Kol­lap­ses steht. Die Beschäf­tig­ten der Auto­mo­bil­in­dus­trie muss­ten erheb­li­che Ein­kom­mens­ein­bu­ßen hin­neh­men, ein Schick­sal, das auch die Mit­ar­bei­ter der Tech­no­lo­gie­bran­che tref­fen könn­te, soll­te das Akti­en­wachs­tum sta­gnie­ren oder gar zurück­ge­hen. Die stark akti­en­ba­sier­ten Ver­gü­tungs­mo­del­le der Big-Tech-Unter­neh­men könn­ten in einem sol­chen Sze­na­rio ihre Attrak­ti­vi­tät ver­lie­ren, was sich nega­tiv auf Löh­ne und Boni aus­wir­ken wür­de.

Die Ver­ödung Detroits dient dabei als ein­dring­li­che War­nung. Der Nie­der­gang einer domi­nan­ten Indus­trie kann tief­grei­fen­de wirt­schaft­li­che und sozia­le Ver­wer­fun­gen nach sich zie­hen. Ein ähn­li­ches Sze­na­rio im Sili­con Val­ley oder ande­ren Tech-Zen­tren könn­te ver­hee­ren­de Fol­gen für die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft und Gesell­schaft haben. Auch die his­to­ri­sche Ent­wick­lung Japans bie­tet wert­vol­le Leh­ren. Nach sei­ner Erfolgs­ge­schich­te in der Auto­mo­bil- und Elek­tronik­in­dus­trie konn­te Japan nicht mehr von den glo­ba­len Trends der Com­pu­ter- und Smart­phone-Ära pro­fi­tie­ren. Das Ergeb­nis war eine lang­fris­ti­ge wirt­schaft­li­che Sta­gna­ti­on, beglei­tet von einer mas­si­ven Staats­ver­schul­dung und den Her­aus­for­de­run­gen einer altern­den und schrump­fen­den Bevöl­ke­rung.

Die USA haben his­to­risch immer wie­der bewie­sen, dass sie in der Lage sind, sich an neue wirt­schaft­li­che Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen und Inno­va­tio­nen vor­an­zu­trei­ben.

Neue Wachs­tums­fel­der wie Künst­li­che Intel­li­genz, Raum­fahrt und nach­hal­ti­ge Tech­no­lo­gien könn­ten nicht nur bestehen­de Her­aus­for­de­run­gen abfe­dern, son­dern auch voll­kom­men neue Märk­te erschlie­ßen. Der Fokus auf Künst­li­che Intel­li­genz, etwa im Gesund­heits­we­sen, in der Bil­dung oder in der Mobi­li­tät, bie­tet die Mög­lich­keit, wirt­schaft­li­ches Wachs­tum mit sozia­lem Fort­schritt zu ver­bin­den. Auch die Raum­fahrt­in­dus­trie, die durch sin­ken­de Kos­ten und wach­sen­den pri­va­ten Wett­be­werb gekenn­zeich­net ist, hat das Poten­zi­al, die Wirt­schaft lang­fris­tig zu trans­for­mie­ren.

Hin­zu kommt die Inno­va­ti­ons­kul­tur der USA, die auf einer Kom­bi­na­ti­on aus unter­neh­me­ri­scher Frei­heit, Risi­ko­ka­pi­tal und tech­no­lo­gi­scher Exzel­lenz beruht. Die­se Rah­men­be­din­gun­gen haben dazu geführt, dass die USA stets an der Spit­ze neu­er Tech­no­lo­gien stan­den. Bei­spiels­wei­se könn­ten Fort­schrit­te in der nach­hal­ti­gen Ener­gie­ge­win­nung und ‑spei­che­rung dazu bei­tra­gen, eine grü­ne Wirt­schaft auf­zu­bau­en, die nicht nur Arbeits­plät­ze schafft, son­dern auch eine glo­ba­le Füh­rungs­rol­le in einem kri­ti­schen Bereich über­nimmt.

Zwar bestehen Her­aus­for­de­run­gen wie demo­gra­fi­sche Ver­än­de­run­gen, Infla­ti­on oder stei­gen­de Zin­sen, doch bie­ten die­se zugleich Anrei­ze, um neue Wege zu gehen. Der Tech­no­lo­gie­sek­tor hat in der Ver­gan­gen­heit gezeigt, dass er in der Lage ist, sich anzu­pas­sen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Mit der rich­ti­gen poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Unter­stüt­zung könn­ten die USA nicht nur ihre Posi­ti­on als füh­ren­de Wirt­schafts­na­ti­on ver­tei­di­gen, son­dern auch Vor­rei­ter für eine nach­hal­ti­ge und tech­no­lo­gisch fort­schritt­li­che Zukunft sein.


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