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Index: DAX
Börse: Xetra
Datum: 23.02.2026
Vortag: 25260,69
Erster: 25114,39
Höchst: 25194,93 (10:00:26)
Tiefst: 24937,56 (17:16:38)
Letzter: 24991,97
Veränderung: -268,72
Veränderung(%): -1,06


1. Zollchaos aus Washington drückt den DAX wieder unter 25.000 Punkte
Breit angelegte Verkäufe – 31 von 40 DAX-Werten im Minus, Volatilität zieht deutlich an
Stimmung:
Verunsichert, defensiv, risikoscheu. Die neue US-Zollrunde sorgt für Nervosität, während geopolitische Risiken und KI-Sorgen zusätzliche Belastungsfaktoren darstellen.
2. Marktbericht: Indizes & Konjunktur
Der DAX verlor zum Wochenstart 1,06 Prozent und schloss bei 24.991,97 Punkten . Damit fiel der Leitindex erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Das Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt wieder in weitere Ferne.
Auch die zweite Reihe zeigte Schwäche:
- MDAX: -1,40 % auf 31.379 Punkte
- TecDAX: -0,9 %
- SDAX: -1,0 %
Belastend wirkten neue Zolldrohungen aus den USA. Nachdem der Supreme Court Teile der bisherigen Zollpraxis für rechtswidrig erklärt hatte, kündigte US-Präsident Trump zunächst 10 Prozent, dann 15 Prozent globale Importzölle an . Die Unsicherheit über Rechtsgrundlage, Laufzeit und mögliche Gegenmaßnahmen der EU sorgt für Zurückhaltung.
Konjunkturdaten:
Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend auf 88,6 Punkte . Trotz dieser positiven Überraschung blieb eine Marktreaktion aus. Die Daten signalisieren eine vorsichtige konjunkturelle Belebung, doch politische Risiken überlagern derzeit fundamentale Impulse.
Volatilität:
Der VDAX-NEW stieg auf 19,00 Punkte (+4,78 %). Der Anstieg signalisiert eine deutlich höhere Absicherungsnachfrage und zunehmende Nervosität im Markt.
Marktbreite (DAX 40):
- 8 Gewinner
- 31 Verlierer
- 1 unverändert
Die negative Marktbreite bestätigt den breiten Verkaufsdruck – kein isoliertes Branchenthema, sondern ein übergreifender Risk-off-Modus.
3. Einzelwerte & Unternehmensnachrichten (Tops & Flops)
Verlierer (Fokus)
SAP (-3,4 %)
Der Schwergewichtstitel litt erneut unter KI-Sorgen. Neue Entwicklungen im Bereich generativer KI verstärken Befürchtungen, dass etablierte Softwaremodelle strukturell unter Druck geraten könnten . Die Kursreaktion zeigt, wie sensibel der Markt derzeit auf Disruptionsrisiken reagiert.
Airbus (-3,4 %)
Analystenseitig gedämpfte Gewinnerwartungen belasteten zusätzlich . In Kombination mit Zollunsicherheiten trifft es exportorientierte Industriewerte besonders stark.
Rheinmetall (-2,2 %)
Nachlassende Rüstungsfantasie im Zuge möglicher Waffenstillstandsverhandlungen sorgte für Gewinnmitnahmen . Der zuvor starke Sektor zeigt erste Ermüdungserscheinungen.
Automobilwerte (BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz)
Die Branche reagierte empfindlich auf die neuen US-Zollsignale. Exportabhängige Titel standen erneut im Fokus der Verkäufe . Die Unsicherheit über die tatsächliche Ausgestaltung der Zölle verhindert klare Bewertungsmodelle.
Gewinner (Fokus)
Infineon (+1,5 %)
Der Chipkonzern stemmte sich gegen den Trend. Hintergrund ist ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm . Das Signal finanzieller Stärke stabilisierte den Kurs.
Defensivere Titel wie Deutsche Telekom oder Beiersdorf hielten sich vergleichsweise besser, was die defensive Rotation unterstreicht.
4. Rohstoffe & Devisen
Edelmetalle
Gold profitierte deutlich von der gestiegenen Unsicherheit und notierte bei rund 5.211 US-Dollar je Feinunze (+2,1 %) . Der Anstieg bestätigt die Rückkehr klassischer Absicherungsstrategien.
Kupfer gab hingegen um rund 1,0 % nach – ein Indiz für wachstumsbezogene Skepsis.
Energie
- Brent: 71,61 USD (-0,2 %)
- WTI: 66,40 USD (-0,1 %)
Die Ölpreise blieben moderat schwächer – geopolitische Risiken stehen hier im Spannungsfeld mit Konjunktursorgen.
Währungen
- Euro/Dollar: 1,1805 (+0,2 %)
- Dollar/Yen: 154,25 (-0,5 %)
Der Euro zeigt sich stabiler, während der Dollar angesichts politischer Unsicherheiten leicht unter Druck gerät.
5. Geopolitischer & Makroökonomischer Hintergrund
Die juristische Niederlage der US-Regierung vor dem Supreme Court hätte eigentlich Entspannung signalisieren können. Stattdessen folgte unmittelbar eine neue Zollrunde . Damit ist die Rechtslage komplexer, nicht klarer geworden.
Zudem verschärft sich die geopolitische Unsicherheit durch mögliche Spannungen zwischen den USA und dem Iran . Diese Kombination aus handelspolitischer Unklarheit und geopolitischem Eskalationspotenzial verstärkt die Risikoaversion.
Kritische Einordnung:
Kurzfristig dominieren politische Schlagzeilen. Fundamental zeigen Konjunkturdaten wie der ifo-Index erste Aufhellungstendenzen. Sollte sich die Zollpolitik als temporäres politisches Manöver erweisen, könnte der Rücksetzer als gesunde Konsolidierung interpretiert werden. Bleibt jedoch die strukturelle Unsicherheit bestehen, droht eine länger anhaltende Bewertungsanpassung – insbesondere bei exportabhängigen Branchen.
Zusammenfassend
Der DAX startete schwach in die Woche und fiel wieder unter 25.000 Punkte. Die Marktbreite ist klar negativ (8 Gewinner, 31 Verlierer), der VDAX-NEW signalisiert steigende Nervosität. Politische Risiken dominieren die Kursbildung, während positive Konjunkturimpulse derzeit kaum durchdringen. Die kommenden Tage dürften stark von weiteren Zollsignalen und geopolitischen Entwicklungen geprägt sein.
Order Book Statistics – Xetra® Close (17:30)
Top/Flop – Xetra® Close (17:30)
DAX Einzelwerte
| Name | akt. Kurs | Perf. relativ |
|---|---|---|
| Deutsche Telekom | 33,25 EUR | +1,62 % |
| Infineon | 45,89 EUR | +1,53 % |
| Beiersdorf | 107,80 EUR | +1,22 % |
| Henkel Vz. | 83,58 EUR | +1,11 % |
| Fresenius Medical Care | 41,39 EUR | +0,53 % |
| Vonovia | 27,55 EUR | +0,33 % |
| Siemens Energy | 165,70 EUR | +0,27 % |
| Münchener Rück | 542,80 EUR | +0,15 % |
| GEA Group | 65,25 EUR | 0,00 % |
| Symrise | 75,80 EUR | -0,03 % |
| BASF | 48,87 EUR | -0,04 % |
| adidas | 158,60 EUR | -0,06 % |
| Deutsche Börse | 219,70 EUR | -0,09 % |
| Allianz | 378,80 EUR | -0,11 % |
| Commerzbank | 34,41 EUR | -0,23 % |
| RWE | 51,68 EUR | -0,31 % |
| Fresenius | 51,72 EUR | -0,65 % |
| Hannover Rück | 249,20 EUR | -0,80 % |
| E.ON | 18,48 EUR | -0,83 % |
| Deutsche Post | 49,50 EUR | -0,90 % |
| Heidelberg Materials | 203,50 EUR | -1,12 % |
| MTU Aero Engines | 397,50 EUR | -1,12 % |
| Deutsche Bank | 30,68 EUR | -1,21 % |
| Brenntag | 53,30 EUR | -1,41 % |
| Qiagen | 40,40 EUR | -1,43 % |
| Scout24 | 69,65 EUR | -1,49 % |
| Daimler Truck | 42,06 EUR | -1,57 % |
| Mercedes-Benz Group (Daimler) | 58,30 EUR | -1,59 % |
| Continental | 72,16 EUR | -1,72 % |
| Merck | 125,90 EUR | -1,76 % |
| Siemens | 240,65 EUR | -1,84 % |
| Siemens Healthineers | 41,55 EUR | -1,89 % |
| Bayer | 42,80 EUR | -2,01 % |
| Rheinmetall | 1.701,50 EUR | -2,21 % |
| Porsche Automobil Holding | 35,96 EUR | -2,31 % |
| Zalando | 20,17 EUR | -2,51 % |
| Volkswagen (VW) Vz | 99,90 EUR | -2,54 % |
| BMW | 87,70 EUR | -2,90 % |
| SAP | 167,86 EUR | -3,42 % |
| Airbus Group (EADS) | 183,20 EUR | -3,43 % |
