Der lang­fris­ti­ge Bör­sen­er­folg wird von sehr weni­gen Akti­en getra­gen.

Hen­rik Bes­sem­bin­der unter­such­te knapp 30.000 US-Akti­en von 1926 bis 2025. Die Median­ak­tie ver­lor über ihre gesam­te Bör­sen­le­bens­zeit 6,9 Pro­zent. Mehr als die Hälf­te aller Akti­en war damit ins­ge­samt ein Ver­lust­ge­schäft. Nur 41 Pro­zent schlu­gen kurz­fris­ti­ge US-Staats­an­lei­hen, und ledig­lich 27,6 Pro­zent über­tra­fen den Gesamt­markt.

Trotz­dem ent­wi­ckel­te sich der US-Akti­en­markt außer­ge­wöhn­lich gut: Aus einem inves­tier­ten Dol­lar wur­den über 100 Jah­re rund 1.541 Dol­lar, ent­spre­chend etwa 10,1 Pro­zent Ren­di­te pro Jahr. Ins­ge­samt schu­fen US-Akti­en gegen­über siche­ren Staats­an­lei­hen rund 91 Bil­lio­nen Dol­lar zusätz­li­ches Ver­mö­gen.

Die­se Wert­schöp­fung war jedoch extrem kon­zen­triert:

  • Nur 1.082 Unter­neh­men bezie­hungs­wei­se 3,7 Pro­zent aller unter­such­ten Fir­men erzeug­ten die gesam­te zusätz­li­che Wert­schöp­fung.
  • Nur 46 Unter­neh­men waren für die Hälf­te davon ver­ant­wort­lich.
  • Zu den größ­ten Wert­schöp­fern zäh­len Apple, Nvi­dia, Micro­soft, Alpha­bet und Ama­zon.
  • Die Kon­zen­tra­ti­on hat zuge­nom­men: In einer frü­he­ren Aus­wer­tung bis 2016 waren noch 89 Unter­neh­men für die Hälf­te der Wert­schöp­fung nötig.

Bei den erfolg­reichs­ten Akti­en zei­gen sich zwei unter­schied­li­che Mus­ter:

Lang­fris­ti­ge Jahr­hun­dert­ge­win­ner wie Altria, Coca-Cola, IBM oder Gene­ral Dyna­mics erziel­ten kei­ne extre­men Jah­res­ren­di­ten, blie­ben aber sehr lan­ge an der Bör­se. Ihre Stär­ke waren wie­der­keh­ren­de Nach­fra­ge, Preis­set­zungs­macht und jahr­zehn­te­lan­ger Zin­ses­zins­ef­fekt.

Wachs­tums- und Tech­no­lo­gie­ak­ti­en wie Nvi­dia, Net­flix oder Ama­zon erziel­ten dage­gen sehr hohe jähr­li­che Ren­di­ten, aller­dings über kür­ze­re Zeit­räu­me und mit erheb­li­chen Kurs­schwan­kun­gen. Kei­ne Aktie erscheint gleich­zei­tig in bei­den Bes­ten­lis­ten. Sehr hohe Ren­di­ten las­sen sich his­to­risch offen­bar nicht über extrem lan­ge Zeit­räu­me auf­recht­erhal­ten.

Die prak­ti­sche Schluss­fol­ge­rung: Es ist nahe­zu unmög­lich, die weni­gen zukünf­ti­gen Gewin­ner früh­zei­tig zu iden­ti­fi­zie­ren und sie trotz hef­ti­ger Rück­schlä­ge jahr­zehn­te­lang zu hal­ten. Statt die „Nadel im Heu­hau­fen“ zu suchen, soll­ten Anle­ger den gesam­ten Heu­hau­fen kau­fen – also mög­lichst breit diver­si­fi­ziert inves­tie­ren.


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