Dop­pel­te Staats­an­ge­hö­rig­keit der Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung

Mög­li­che dop­pel­te bzw. mehr­fa­che Staats­an­ge­hö­rig­keit der Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung

Wor­um geht es?

Die Bun­des­re­gie­rung beant­wor­tet eine Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on zum The­ma dop­pel­te bzw. mehr­fa­che Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten bei Mit­glie­dern der Bun­des­re­gie­rung und Füh­rungs­kräf­ten der Bun­des­ver­wal­tung. Die Fra­gen betref­fen mög­li­che Sicher­heits­ri­si­ken, Trans­pa­renz­pflich­ten und dienst­recht­li­che Kon­se­quen­zen.

Kern­punk­te der Ant­wort

Zahl der Betrof­fe­nen

  • Seit Beginn der 20. Wahl­pe­ri­ode wur­den 10 Per­so­nen ab Besol­dungs­grup­pe B6 mit min­des­tens einer wei­te­ren Staats­an­ge­hö­rig­keit fest­ge­stellt.
  • Kei­ne die­ser Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten stammt aus einem Staat mit beson­de­ren Sicher­heits­ri­si­ken nach SÜG.
  • Eine detail­lier­te Auf­schlüs­se­lung (Minis­te­ri­um, Funk­ti­on, Staat) wird aus Daten­schutz­grün­den ver­wei­gert.

Dop­pel­te Staats­an­ge­hö­rig­keit im Aus­wär­ti­gen Amt

  • Beschäf­tig­te wer­den jähr­lich zu Geheim­schutz und Risi­ken aus­län­di­scher Diens­te sen­si­bi­li­siert.
  • Ent­sen­dun­gen in den Staat der zwei­ten Staats­an­ge­hö­rig­keit wer­den im Ein­zel­fall geprüft; bei Risi­ko­staa­ten wäre eine Ver­set­zung „unwahr­schein­lich“.
  • Es gab kei­ne Fäl­le, in denen Ver­set­zun­gen wegen Dop­pel­staats­an­ge­hö­rig­keit been­det wur­den.

Erhe­bung & Bewer­tung von Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten

  • Wei­te­re Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten wer­den im Rah­men der Sicher­heits­über­prü­fung (SÜG) erho­ben.
  • Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung und Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­re sind „gebo­re­ne Geheim­nis­trä­ger“ und wer­den nicht sicher­heits­über­prüft.
  • Eine gesetz­li­che Pflicht zur Offen­le­gung wei­te­rer Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten besteht nicht.

Dienst­recht­li­che Pflich­ten & Loya­li­tät

  • Alle Amts­trä­ger müs­sen sich zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung beken­nen.
  • Bei Loya­li­täts­kon­flik­ten kön­nen dis­zi­pli­nar­recht­li­che Maß­nah­men grei­fen.
  • Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on erfolgt nicht anhand der Staats­an­ge­hö­rig­keit, son­dern anhand all­ge­mei­ner dienst­recht­li­cher Regeln.

Sicher­heits­über­prü­fung & Risi­ko­be­wer­tung

  • Drei Per­so­nen ab B6 dür­fen wegen Sicher­heits­be­den­ken nicht in sicher­heits­emp­find­li­chen Tätig­kei­ten ein­ge­setzt wer­den.
  • Die Bewer­tung wei­te­rer Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten erfolgt nach §5 SÜG:
    • Bezie­hun­gen zu Risi­ko­staa­ten
    • Gesamt­um­stän­de
    • mög­li­che „miti­gie­ren­de Maß­nah­men“ (z. B. Rei­se­ver­zicht)

Staa­ten­lis­te mit beson­de­ren Sicher­heits­ri­si­ken

  • Ent­hält Staa­ten, in denen beson­de­re Risi­ken für sicher­heits­emp­find­li­che Tätig­kei­ten bestehen.
  • Zuletzt aktua­li­siert: Mit­te 2024
  • Nächs­te tur­nus­mä­ßi­ge Über­prü­fung: 2. Halb­jahr 2026
  • Grün­de für die Ein­stu­fung sind geheim, u. a. wegen der „Third-Par­ty-Rule“.

Orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men & Zugriffs­be­schrän­kun­gen

  • Es gab kei­ne Fäl­le, in denen Füh­rungs­kräf­te wegen Dop­pel­staats­an­ge­hö­rig­keit von Vor­gän­gen aus­ge­schlos­sen wur­den.

Sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung

  • Eine sys­te­ma­ti­sche sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung von Staats­an­ge­hö­rig­keits­da­ten ist wegen stren­ger Zweck­bin­dung (§21 SÜG) nicht zuläs­sig.

Prä­ven­ti­ve Schutz­maß­nah­men

  • In der Bun­des­re­gie­rung gibt es kei­ne Amts­trä­ger mit Staats­an­ge­hö­rig­keit eines Risi­ko­staa­tes.
  • Geheim­schutz­be­leh­run­gen und Unter­rich­tun­gen nach VSA gel­ten für alle Geheim­nis­trä­ger.

Kurz­fa­zit

Die Bun­des­re­gie­rung sieht kei­nen Anlass für zusätz­li­che Offen­le­gungs­pflich­ten oder struk­tu­rel­le Ände­run­gen. Dop­pel­staats­an­ge­hö­rig­kei­ten wer­den im Rah­men bestehen­der Sicher­heits­über­prü­fun­gen berück­sich­tigt, aber nicht als eigen­stän­di­ger Risi­ko­fak­tor gewer­tet. Daten­schutz und Per­sön­lich­keits­rech­te haben in vie­len Punk­ten Vor­rang vor par­la­men­ta­ri­schen Infor­ma­ti­ons­an­sprü­chen.


Quel­le: Bun­des­tags-Druck­sa­che 21/7931

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater