Infla­ti­on bleibt bis 2027 merk­lich erhöht

Die Deut­sche Bun­des­bank geht davon aus, dass die Infla­ti­ons­ra­te in Deutsch­land bis ins nächs­te Jahr hin­ein „merk­lich erhöht“ blei­ben wird. Der durch Roh­stoff­preis­schocks aus­ge­lös­te Preis­druck baut sich nur lang­sam ab. Eine Rück­kehr zur ange­streb­ten Zwei-Pro­zent-Mar­ke wer­de daher noch eini­ge Zeit in Anspruch neh­men.

Haupt­grün­de für die aktu­el­le Infla­ti­on (3,3 % im Sep­tem­ber):

  • Ener­gie­prei­se: Rekord­ho­he Prei­se für Ben­zin, Die­sel und Heiz­öl trei­ben die Ver­brau­cher­prei­se an. Dies ist auf den Anstieg der Welt­markt­prei­se für Roh­öl über die 100-Dol­lar-Mar­ke pro Fass zurück­zu­füh­ren, ver­ur­sacht durch den Iran-Krieg.
  • Ver­zö­ger­te Wir­kung: Die Erfah­rung zeigt, dass sich sol­che Schocks erst all­mäh­lich auf den gesam­ten Waren­korb aus­wir­ken. Die Preis­dy­na­mik bei Gas, Strom, Nah­rungs­mit­teln und ande­ren Dienst­leis­tun­gen dürf­te sich erst nach und nach erhö­hen.
  • Lohn­wachs­tum: Das immer noch aus­ge­präg­te Lohn­wachs­tum trägt zusätz­lich zur Teue­rung bei, ins­be­son­de­re im Dienst­leis­tungs­sek­tor, der sich bereits vor dem Nah­ost-Krieg über­durch­schnitt­lich ver­teu­ert hat­te.

Abgren­zung zur Hoch­in­fla­ti­ons­pha­se 2021/22:
Eine Wie­der­ho­lung der extrem hohen Infla­ti­ons­pha­se von 2021/22 hält die Bun­des­bank der­zeit für unwahr­schein­lich, da:

  • Der Ener­gie­preis­an­stieg sich stär­ker auf Öl und raf­fi­nier­te Pro­duk­te kon­zen­triert, weni­ger auf Gas und Strom (wegen lan­ger Ver­trags­lauf­zei­ten und fixier­ter Tari­fe).
  • Kei­ne gleich­zei­ti­gen gro­ßen Schwan­kun­gen bei Nah­rungs­mit­tel­roh­stof­fen oder Wech­sel­kurs­schocks vor­lie­gen.
  • Die Nach­fra­ge schwä­cher ist und die Lie­fer­ket­ten­si­tua­ti­on güns­ti­ger als damals.
  • Unter­neh­men unter die­sen Bedin­gun­gen Kos­ten­schocks weni­ger stark wei­ter­ge­ben.

Fazit:
Wäh­rend kein stei­ler Infla­ti­ons­pfad wie nach Beginn des Ukrai­ne-Kriegs 2022 erwar­tet wird, bleibt der Preis­druck auf­grund der Ener­gie­si­tua­ti­on und der Lohn­dy­na­mik vor­erst hoch.


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