Die deutsche Industrie hat zwischen Anfang 2019 und Ende 2025 knapp eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Dies entspricht einem Rückgang von 7,1 % (insgesamt 496.000 Stellen).
Ursachen:
- Wachsende Konkurrenz, insbesondere aus China.
- Abnehmende Wettbewerbsfähigkeit in traditionellen Kernbranchen.
- Verschärfter Strukturwandel: Branchen, die bisher den Wohlstand trugen, schrumpfen.
Betroffene Branchen:
Der Abbau konzentriert sich auf drei Hauptsektoren, die für rund 60 % des Stellenabbaus verantwortlich sind:
- Automobilindustrie und Zulieferer: ‑123.500 Stellen (-13 %)
- Hersteller von Metallerzeugnissen: ‑115.600 Stellen
- Maschinenbau: ‑64.500 Stellen
Berücksichtigt man auch den Verlust von 243.000 Stellen in der Zeitarbeit (viele davon in der Fertigung), beläuft sich der gesamte Industriestellenverlust auf rund 628.000.
Regionale Unterschiede:
- Der Abbau betrifft alle Bundesländer außer Hamburg.
- Ostdeutschland ist stärker betroffen (-8,4 %) als Westdeutschland (-6,8 %).
- Einzige Ausnahme im Automobilbau in Ostdeutschland: Brandenburg (durch die Tesla-Fabrik in Grünheide). In Thüringen und Sachsen-Anhalt sank die Beschäftigung insgesamt.
Gegenentwicklung im Dienstleistungssektor:
Während die Industrie schrumpft, entstanden im Dienstleistungssektor gut 2,2 Millionen neue Stellen:
- Gesundheitswesen: +391.000 Stellen
- Sozialwesen/Pflege: +357.000 Stellen
- Öffentliche Verwaltung: +329.000 Stellen
- IT-Firmen: Stärkstes Wachstum bei privaten Dienstleistern.
Qualifikationsstruktur:
- Jobs für Akademiker stiegen um 1,8 Millionen.
- Jobs für Personen mit Berufsausbildung sanken um 252.000.
Quelle: Ifo-Institut