1. Zentrale Ergebnisse
- Euroraum:
- Inflationsrate im Dezember 2025 bei 1,9 %
- Rückgang gegenüber November 2025 (2,1 %)
- Deutlich unter dem Vorjahreswert (2,4 % im Dezember 2024)
- Europäische Union (EU27):
- Inflationsrate bei 2,3 %
- Ebenfalls rückläufig gegenüber November (2,4 %)
- Vorjahr: 2,7 %
Damit setzt sich der seit 2023 beobachtete Disinflationstrend weiter fort.
2. Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten
Niedrigste Inflationsraten (Dezember 2025)
- Zypern: 0,1 %
- Frankreich: 0,7 %
- Italien: 1,2 %
Höchste Inflationsraten
- Rumänien: 8,6 %
- Slowakei: 4,1 %
- Estland: 4,0 %
Entwicklung gegenüber November 2025
- Rückgang der Inflation in 18 Mitgliedstaaten
- Unverändert in 3 Staaten
- Anstieg in 6 Staaten
Die Daten zeigen weiterhin eine starke Heterogenität innerhalb der EU, insbesondere zwischen osteuropäischen und westeuropäischen Volkswirtschaften.
3. Treiber der Inflation im Euroraum
Beiträge zur jährlichen Inflationsrate (in Prozentpunkten)
- Dienstleistungen: +1,54 Pp.
- Lebensmittel, Alkohol und Tabak: +0,49 Pp.
- Industriegüter ohne Energie: +0,09 Pp.
- Energie: –0,18 Pp.
Der Rückgang der Gesamtinflation ist vor allem auf sinkende Energiepreise zurückzuführen, während Dienstleistungen weiterhin den größten preistreibenden Faktor darstellen.
4. Detailanalyse nach Gütergruppen
Preisentwicklung im Dezember 2025 (jährlich)
- Dienstleistungen: 3,4 %
- Lebensmittel, Alkohol und Tabak: 2,5 %
- davon unverarbeitete Lebensmittel: 4,2 %
- Industriegüter ohne Energie: 0,4 %
- Energie: –1,9 %
Die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) lag bei rund 2,3 % und damit über der Gesamtinflation.
5. Kritische Einordnung
Positive Aspekte
- Die Inflationsrate liegt nun unterhalb des EZB-Zielwerts von rund 2 %.
- Energiepreise wirken aktuell inflationsdämpfend.
- Der starke Inflationsschub der Jahre 2022–2023 ist statistisch überwunden.
Einschränkungen und Risiken
- Dienstleistungsinflation bleibt hoch und zeigt eine ausgeprägte Persistenz.
- Die Kerninflation ist höher als die Gesamtinflation, was auf strukturellen Preisdruck hinweist.
- Große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten erschweren eine einheitliche Geldpolitik.
- Sinkende Inflation bedeutet nicht automatisch sinkende Preise, sondern lediglich ein langsameres Preiswachstum – reale Kaufkraftverluste bleiben bestehen.
6. Gesamtbewertung
Die Eurostat-Daten für Dezember 2025 zeigen eine deutliche Entspannung der Inflationslage im Euroraum, insbesondere durch fallende Energiepreise. Gleichzeitig machen die weiterhin hohe Dienstleistungsinflation und die starke nationale Divergenz deutlich, dass der Inflationsprozess noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Aus wirtschaftspolitischer Sicht signalisiert der Wert von 1,9 % zwar kurzfristige Stabilität, bietet jedoch keine Garantie für dauerhaft niedrige Inflation, insbesondere bei anhaltendem Lohndruck und geopolitischen Risiken.
