Die Inflation in Deutschland hat sich im August 2026 leicht erhöht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juli hatte die Inflationsrate noch 2,8 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im August um 0,2 Prozent. Auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der vor allem für Vergleiche innerhalb des Euroraums verwendet wird, erhöhte sich um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 0,2 Prozent gegenüber Juli.
Der wichtigste Treiber der höheren Teuerung waren erneut die Energiepreise. Sie lagen im August 10,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit setzte sich der deutliche Anstieg der vergangenen Monate fort: Im Juli hatte die Teuerungsrate bei Energie 8,3 Prozent betragen, im Juni noch 3,4 Prozent. Reuters führt diese Entwicklung auf höhere Energie- und Rohstoffpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zurück.
Deutlich ruhiger entwickelte sich dagegen die Kerninflation, bei der die besonders schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie herausgerechnet werden. Sie blieb im August unverändert bei 2,4 Prozent. Auch die Preisentwicklung bei Lebensmitteln war vergleichsweise schwach: Nahrungsmittel verteuerten sich lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dienstleistungen lagen 2,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, während Waren insgesamt um 3,0 Prozent teurer wurden.
Auch die vorab veröffentlichten Daten aus mehreren Bundesländern hatten auf einen leichten Anstieg der Inflation hingedeutet. In allen sechs erfassten Ländern erhöhten sich die jährlichen Inflationsraten. Sie lagen zwischen 2,6 Prozent in Baden-Württemberg und 3,1 Prozent in Brandenburg. Hessen verzeichnete 3,0 Prozent, während Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen jeweils auf 2,9 Prozent kamen.
Der Anstieg auf 2,9 Prozent fiel dennoch etwas geringer aus als von manchen Marktbeobachtern erwartet. Reuters zufolge hatten befragte Analysten für den harmonisierten Verbraucherpreisindex einen Anstieg auf 3,1 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck wegen der hohen Energiepreise ein wichtiges Thema für die Geldpolitik. Für die Eurozone wurde für August ebenfalls mit einem Anstieg der Inflation gerechnet.
Insgesamt zeigt sich damit ein gemischtes Bild: Die allgemeine Inflationsrate zieht leicht an, vor allem wegen der kräftig gestiegenen Energiepreise. Gleichzeitig bleibt der zugrunde liegende Preisdruck gemessen an der Kerninflation stabil. Die endgültigen Ergebnisse für August will das Statistische Bundesamt am 10. September 2026 veröffentlichen.