Kon­junk­tur zum Jah­res­en­de 2025: Güter­ver­kehr zieht an, Dienst­leis­tun­gen schwä­cheln, Bau­prei­se blei­ben hoch

1) Lkw-Maut-Fahr­leis­tungs­in­dex – Dezem­ber 2025

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung Nr. 009 vom 9. Janu­ar 2026

Kern­er­geb­nis­se

  • +3,2 % gegen­über Novem­ber 2025 (kalen­der- und sai­son­be­rei­nigt) – stärks­ter Monats­an­stieg seit März 2021.
  • +1,3 % gegen­über Dezem­ber 2024 (kalen­der­be­rei­nigt).
  • Der Index gilt als Früh­in­di­ka­tor für die Indus­trie, da Ver­kehrs­leis­tung eng mit Pro­duk­ti­ons­ak­ti­vi­tät ver­knüpft ist.

Metho­dik & Hin­wei­se

  • Basie­rend auf digi­ta­len Pro­zess­da­ten der Lkw-Maut (BALM), auf­be­rei­tet durch Desta­tis.
  • Zusätz­lich exis­tiert ein expe­ri­men­tel­ler Tages­in­dex im „Puls­mes­ser Wirt­schaft“ (Dash­board Deutsch­land).

Ein­ord­nung & Kri­tik

  • Der kräf­ti­ge Monats­an­stieg deu­tet auf kurz­fris­ti­ge Bele­bung im Güter­ver­kehr hin, was typi­scher­wei­se mit höhe­rer indus­tri­el­ler Akti­vi­tät kor­re­liert.
  • Ein­schrän­kung: Kei­ne Bran­chen­un­ter­glie­de­rung; Effek­te kön­nen auch durch Vor­zieh­ef­fek­te, Logis­ti­kum­stel­lun­gen oder sai­so­na­le Beson­der­hei­ten beein­flusst sein.
  • Als Früh­in­di­ka­tor wert­voll, aber kein Beweis für einen nach­hal­ti­gen Auf­schwung in der Indus­trie.

2) Umsatz im Dienst­leis­tungs­be­reich – Okto­ber 2025

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung Nr. 010 vom 9. Janu­ar 2026

Kern­er­geb­nis­se (ohne Finanz- und Ver­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen)

  • Gegen­über Sep­tem­ber 2025: –0,4 % real, –0,1 % nomi­nal (kalen­der- und sai­son­be­rei­nigt).
  • Gegen­über Okto­ber 2024: +0,3 % real, +2,3 % nomi­nal.
  • Größ­te rea­le Rück­gän­ge m/m:
    • Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on: –2,3 %
    • Ver­kehr und Lage­rei: –1,3 %
    • Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen: –0,4 %
  • Zuwäch­se m/m:
    • Frei­be­ruf­li­che, wis­sen­schaft­li­che, tech­ni­sche DL: +0,3 %
    • Sons­ti­ge wirt­schaft­li­che DL (z. B. Ver­mie­tung, Arbeits­kräf­te­ver­mitt­lung): +1,9 %

Metho­dik & Hin­wei­se

  • Rea­le Wer­te sind preis­be­rei­nigt; Erzeu­ger­preis­in­di­zes wer­den quar­tals­wei­se revi­diert, Schät­zun­gen am aktu­el­len Rand → mög­li­che Revi­sio­nen.

Ein­ord­nung & Kri­tik

  • Kurz­fris­tig leich­te Abküh­lung im Dienst­leis­tungs­sek­tor, ins­be­son­de­re in infor­ma­ti­ons- und ver­kehrs­na­hen Berei­chen.
  • Gleich­zei­tig zeigt der Vor­jah­res­ver­gleich mode­ra­tes Wachs­tum, nomi­nal deut­lich stär­ker (Preis-/In­fla­ti­ons­ef­fek­te).
  • Span­nung zum Lkw-Index: Rück­gang in „Ver­kehr und Lage­rei“ m/m steht dem star­ken Lkw-Anstieg im Dezem­ber gegen­über. Das ist zeit­lich erklär­bar (Okto­ber vs. Dezem­ber) und weist auf vola­ti­les Quar­tals­en­de hin, aber auch auf unter­schied­li­che Mess­kon­zep­te (Umsatz vs. Fahr­leis­tung).
  • Die Ergeb­nis­se sind vor­läu­fig und revi­si­ons­an­fäl­lig – Vor­sicht bei kurz­fris­ti­gen Trend­in­ter­pre­ta­tio­nen.

3) Bau­prei­se für Wohn­ge­bäu­de – Novem­ber 2025

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung Nr. 011 vom 9. Janu­ar 2026

Kern­er­geb­nis­se

  • +3,2 % gegen­über Novem­ber 2024 (Vor­jah­res­ver­gleich).
  • +0,5 % gegen­über August 2025 (Vor­quar­tals­ver­gleich).
  • Roh­bau­ar­bei­ten: +2,5 % (u. a. Beton +1,5 %, Mau­er­ar­bei­ten +1,3 %).
  • Aus­bau­ar­bei­ten: +3,8 % – stär­ker als Roh­bau; beson­ders:
    • Heiz- und Was­se­r­er­wär­mungs­an­la­gen (inkl. Wär­me­pum­pen): +4,4 %
    • Elek­tro-/Si­cher­heits-/IT-Anla­gen: +5,4 %
    • Wär­me­dämm-Ver­bund­sys­te­me: +3,5 %
  • Instand­hal­tungs­ar­bei­ten: +4,1 %.
  • Neu­bau­prei­se Büro­ge­bäu­de: +3,5 %; gewerb­li­che Betriebs­ge­bäu­de: +3,3 %.
  • Stra­ßen­bau: +3,5 % (zum zwei­ten Mal in Fol­ge unter 4 %).

Ein­ord­nung & Kri­tik

  • Die Bau­preis­in­fla­ti­on bleibt deut­lich posi­tiv, wenn auch nied­ri­ger als in den Hoch­pha­sen 2022/23.
  • Auf­fäl­lig ist die stär­ke­re Teue­rung im Aus­bau (Tech­nik, Ener­gie, Elek­trik) – kon­sis­tent mit Ener­gie­wen­de-Inves­ti­tio­nen und Fach­kräf­te­knapp­heit.
  • Impli­ka­ti­on: Kos­ten­be­las­tung für Neu­bau und Sanie­rung bleibt hoch, was Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen dämp­fen kann. Gleich­zei­tig könn­te der nach­las­sen­de Preis­druck im Stra­ßen­bau auf Nor­ma­li­sie­rung hin­deu­ten.

Gesamt­bild & Quer­ver­bin­dun­gen

  1. Kon­junk­tur­si­gnal:
    • Der Lkw-Index sen­det ein posi­ti­ves Kurz­frist­si­gnal für die Indus­trie zum Jah­res­en­de 2025.
    • Der Dienst­leis­tungs­sek­tor zeigt im Okto­ber eine tem­po­rä­re Schwä­che, mit hete­ro­ge­nen Teil­märk­ten.
    • Bau­prei­se stei­gen wei­ter, vor allem im Aus­bau – ein Kos­ten- und Inves­ti­ti­ons­ri­si­ko.
  2. Kon­sis­tenz & Wider­sprü­che:
    • Zeit­li­che Ver­sät­ze erklä­ren, war­um Ver­kehrsumsät­ze im Okto­ber rück­läu­fig waren, wäh­rend Fahr­leis­tung im Dezem­ber stark zuleg­te.
    • Unter­schied­li­che Indi­ka­to­ren mes­sen Mengen/Leistung (Lkw) vs. Umsatz (DL) – bei­des muss zusam­men gele­sen wer­den.
  3. Risi­ken & Limi­ta­tio­nen:
    • Revi­sio­nen (v. a. bei rea­len Dienst­leis­tungs­um­sät­zen) kön­nen das Bild ver­än­dern.
    • Struk­tu­rel­le Effek­te (z. B. Logis­tik­opti­mie­rung, Pro­jekt­zy­klen im Bau) kön­nen kurz­fris­ti­ge Aus­schlä­ge ver­zer­ren.

Kurz­fa­zit

  • Indus­trie-nahes Signal: Deut­lich posi­ti­ver Impuls im Güter­ver­kehr zum Jah­res­en­de 2025.
  • Dienst­leis­tun­gen: Kurz­fris­ti­ge Del­le im Okto­ber, aber kein Ein­bruch im Jah­res­ver­gleich.
  • Bau: Anhal­ten­der Preis­druck, beson­ders bei tech­nik- und ener­gie­be­zo­ge­nen Aus­bau­leis­tun­gen.

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