Bei der Krypto-Regulierung passiert gerade besonders viel in der EU und den USA.
- MiCA ist jetzt endgültig in der Durchsetzungsphase. Die EU-weite Übergangsfrist für bestehende Krypto-Dienstleister endete spätestens am 1. Juli 2026. Anbieter ohne MiCA-Zulassung dürfen EU-Kunden grundsätzlich nicht weiter bedienen und sollen ihre Aktivitäten geordnet abwickeln.
- MiCA könnte bereits nachgebessert werden. Die EU-Kommission überprüft derzeit, ob MiCA angesichts der bisherigen Erfahrungen noch „fit for purpose“ ist. Die Konsultation läuft bis 30. September 2026; daraus könnten später Änderungen oder Ergänzungen der Verordnung entstehen.
- Deutschland/BaFin: Für Krypto-Dienstleister steht inzwischen die MiCA-Zulassung im Mittelpunkt. Die BaFin verlangt unter anderem, dass Antragsteller bereits im Lizenzverfahren die Anforderungen von DORA zur IT- und operationellen Resilienz nachweisen. Eine erteilte MiCA-Lizenz kann anschließend über Passporting für Geschäfte in anderen EU-Staaten genutzt werden.
- Stablecoins werden stärker beaufsichtigt. Die EBA arbeitet aktuell an einer einheitlichen Methodik für Geldbußen gegen Emittenten bedeutender Asset-Referenced Tokens bzw. E‑Money Tokens; die Konsultation läuft bis 28. September. Gleichzeitig wächst der institutionelle Stablecoin-Markt: 21 große Finanzinstitute, darunter Goldman Sachs, Bank of America, Citi und Deutsche Bank, planen einen Dollar-Stablecoin für 2027.
- USA bewegen sich weiter Richtung klarerer Regeln. Die SEC schlug am 18. August die neue „Regulation Crypto Assets“ vor. Vorgesehen sind unter anderem spezielle Ausnahmen für bestimmte Token-Angebote bis zu 5 Mio. USD bzw. 75 Mio. USD und ein möglicher Safe Harbor; Kommentare sind bis 20. Oktober möglich. Am 1. September folgte außerdem ein Vorschlag zur Modernisierung der Transfer-Agent-Regeln, der ausdrücklich Blockchain und tokenisierte Wertpapiere berücksichtigt. (SEC)
Für Anleger ist momentan besonders relevant: In Europa wird die Frage „Hat meine Börse eine MiCA-Lizenz?“ immer wichtiger. In den USA dagegen geht der Trend derzeit eher in Richtung klarerer Regeln und regulatorischer Öffnung für Tokenisierung und Krypto-Kapitalmärkte. Stablecoins sind auf beiden Seiten des Atlantiks eines der zentralen regulatorischen Themen.