Regelmäßige Ausschüttungen durch die Kombination mehrerer Dividenden-ETFs

Kombination mehrerer Dividenden-ETFs zur Erzeugung eines regelmäßigen Cashflows

Grundidee und Zielsetzung

Durch die Kombination mehrerer quartalsweise ausschüttender Dividenden-ETFs, deren Ausschüttungsmonate historisch unterschiedlich lagen, kann ein Anleger einen annähernd monatlichen Ausschüttungsrhythmus erreichen. Dabei handelt es sich nicht um eine garantierte monatliche Ausschüttung, sondern um eine konstruktive Lösung, die auf der zeitlichen Staffelung der Auszahlungen basiert.

Verwendete ETFs

Die betrachtete Kombination umfasst folgende drei weltweit investierende Dividenden-ETFs:

  1. iShares STOXX Global Select Dividend 100
  2. SPDR S&P Global Dividend Aristocrats
  3. VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders

Alle drei ETFs schütten quartalsweise aus.

Mechanik der Ausschüttungen

Historisch lagen die Ausschüttungstermine dieser ETFs so, dass sie sich auf unterschiedliche Monate innerhalb eines Quartals verteilten. In der Praxis konnte dies dazu führen, dass:

  • ETF A typischerweise im ersten Monat eines Quartals ausschüttet,
  • ETF B im zweiten Monat,
  • ETF C im dritten Monat.

Durch eine gleichgewichtete Kombination aller drei ETFs ergaben sich somit bis zu zwölf Ausschüttungen pro Jahr.

Wichtige Einschränkung:
Ausschüttungstermine sind nicht Bestandteil der Indexmethodik, sondern abhängig von den operativen Entscheidungen der jeweiligen Fondsgesellschaft. Änderungen der Termine sind jederzeit möglich. Ein monatlicher Cashflow ist daher nicht garantiert, sondern lediglich wahrscheinlich, sofern die bisherige Praxis fortgeführt wird.

Ertragsprofil und Renditeerwartung

Die historische Ausschüttungsrendite der Kombination lag – je nach Marktphase – häufig im Bereich von ca. 4 bis 5 % pro Jahr. Dabei ist zu beachten:

  • Die Ausschüttungsrendite ist keine feste Größe und kann schwanken.
  • Hohe Ausschüttungen können teilweise aus Substanzverzehr resultieren.
  • Die Gesamtrendite (Kursentwicklung plus Ausschüttungen) kann deutlich von der reinen Dividendenrendite abweichen.

Der Fokus dieser ETFs liegt primär auf hohen bzw. historisch stabilen Dividenden, nicht auf einer umfassenden Qualitätsstrategie im Sinne fundamentaler Kennzahlen wie Verschuldungsgrad oder Cashflow-Stabilität.

Charakteristika der einzelnen ETFs

VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders

Dieser ETF investiert in Unternehmen aus entwickelten Märkten mit vergleichsweise hohen Dividendenrenditen. Charakteristisch sind:

  • eine starke Gewichtung des Finanzsektors (zeitweise rund 40 %),
  • ein relativ niedriger USA-Anteil (historisch im niedrigen zweistelligen Prozentbereich),
  • eine dadurch erhöhte Abhängigkeit von Zinszyklen und regionalen Entwicklungen.

In bestimmten Zeiträumen konnte der ETF den MSCI World übertreffen; diese Outperformance ist jedoch zeitabhängig und nicht strukturell garantiert.

iShares STOXX Global Select Dividend 100

Dieser ETF bildet einen Index ab, der Unternehmen mit besonders hoher Dividendenrendite auswählt. Typische Merkmale sind:

  • ein stärker zyklisches Portfolio,
  • erhöhte Exponierung gegenüber Rohstoffen, Finanzwerten und Immobilien,
  • ein historisch höheres Risiko von Dividendenkürzungen im Vergleich zu klassischen Qualitätsindizes.

Der Fokus liegt klar auf Ausschüttungshöhe, weniger auf Dividendenwachstum oder -stabilität.

SPDR S&P Global Dividend Aristocrats

Dieser ETF investiert in Unternehmen, die ihre Dividenden über einen längeren Zeitraum stabil gehalten oder gesteigert haben. Dabei ist zu berücksichtigen:

  • Es handelt sich um einen globalen Aristokraten-Index, nicht um den bekannten US-Dividendenaristokraten-Index.
  • Die Anforderungen an die Dividendendauer sind niedriger als bei der US-Variante.
  • Der ETF weist typischerweise einen hohen Anteil defensiver Sektoren wie Basiskonsumgüter auf.

In Marktphasen, in denen diese Sektoren unterdurchschnittlich performen, kann der ETF entsprechend zurückbleiben.

Gesamtbewertung der Strategie

Die Kombination der drei ETFs kann:

  • einen regelmäßigen, planbaren Zahlungsstrom ermöglichen,
  • die Abhängigkeit von einem einzelnen Ausschüttungstermin reduzieren,
  • eine breite regionale Diversifikation bieten.

Gleichzeitig bestehen relevante Risiken:

  • keine Garantie für monatliche Ausschüttungen,
  • hohe Sektor- und Faktorabhängigkeiten (insbesondere Finanzwerte),
  • potenzielle Dividendenkürzungen in wirtschaftlichen Abschwungphasen,
  • Abweichungen zwischen Ausschüttungsrendite und langfristiger Gesamtrendite.

Fazit

Die beschriebene ETF-Kombination stellt keinen echten monatlich ausschüttenden Ansatz dar, sondern eine technische Lösung zur Glättung von Zahlungsströmen. Sie eignet sich für Anleger, die laufende Erträge priorisieren und die damit verbundenen Schwankungen, Risiken und Unsicherheiten bewusst akzeptieren. Eine Einordnung als reine „Qualitätsdividendenstrategie“ ist fachlich nicht korrekt und sollte vermieden werden.


Hier ist eine ausgewählte Liste bekannter US-ETFs mit echter monatlicher Ausschüttung. Diese ETFs schütten regelmäßig jedes einzelne Monat Dividenden oder Erträge aus – im Gegensatz zu den meisten klassischen Aktien-ETFs, die quartalsweise zahlen.

Beispiele für monatlich ausschüttende US-ETFs

1. Global X SuperDividend ETF (SDIV)

  • Ziel: Hoher laufender Ertrag aus dividendenstarken Aktien weltweit
  • Ausschüttung: monatlich
  • Charakter: häufig hohe Dividendenrendite, aber vergleichsweise riskant und volatil – nicht für jeden Anleger geeignet.

2. Global X NASDAQ 100 Covered Call ETF (QYLD)

  • Strategiefokus: NASDAQ 100-Aktien kombiniert mit Covered-Call-Optionen zur Ertragsgenerierung
  • Ausschüttung: monatlich
  • Charakter: hohe Ausschüttungen durch Prämieneinnahmen, aber Chance-Risiko­profil anders als klassische Aktien-ETFs.

3. JPMorgan NASDAQ Equity Premium Income ETF (JEPQ)

  • Strategiefokus: Prämieneinnahmen aus Optionsstrategien auf NASDAQ Index + Aktienbesitz
  • Ausschüttung: monatlich
  • Charakter: aktiverer Income-Ansatz, oft höhere laufende Erträge als traditionelle Dividenden-ETFs.

4. Invesco Preferred ETF (PGX)

  • Fokus: bevorzugte Aktien („Preferred Shares“) mit oftmals stabiler Dividende
  • Ausschüttung: monatlich
  • Charakter: weniger volatil als reine High-Yield-Aktien-ETFs, aber Dividenden­­höhe variiert je nach Zinsumfeld.

5. iShares Preferred and Income Securities ETF (PFF)

  • Fokus: bevorzugte Aktien mit regelmäßigen Einkünften
  • Ausschüttung: monatlich
  • Charakter: breit gestreuter Preferred-Aktien-ETF mit laufenden Erträgen.

Wesentliche Einordnung

Ertragsquelle:
Viele dieser monatlich ausschüttenden ETFs generieren ihren Cashflow nicht primär durch klassische Aktien-Dividenden, sondern teilweise durch:

  • Prämieneinnahmen aus Optionen (Covered Call / Premium Income)
  • Erträge aus bevorzugten Aktien („Preferred“)
  • Realisierte Zins- oder Dividendenströme aus Spezialsegmenten (z. B. High Yield, REIT-Anhänge).

Das unterscheidet sie von traditionellen Dividenden-ETFs, die eher quartalsweise zahlen.

Risikoaspekte:
Monatlich ausschüttende ETFs weisen häufig ein höheres Risiko-/Ertragsprofil auf:

  • höhere Volatilität
  • starke Branchenselektion (z. B. Finanzsektor)
  • Ertrag ist nicht gleichbedeutend mit nachhaltigem Dividendenertrag klassischer Qualitätstitel.

Handelbarkeit in Deutschland:
Diese ETFs sind an US-Börsen (z. B. NYSE Arca oder NASDAQ) gelistet. Sie können in Deutschland über Broker mit US-Handelszugang gekauft werden, sind aber nicht zwangsläufig im Xetra-Handel verfügbar.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater