Natalie Harp, Trumps 35-jährige persönliche Assistentin und „Special Assistant to the President“, steht seit einigen Tagen ungewöhnlich stark im Rampenlicht. Auslöser war eine Rede des demokratischen Senators Jon Ossoff aus Georgia, der Trump vorwarf, lieber „mit Natalie“ zu reisen, als sein Präsidentenamt auszuüben. Die Bemerkung verbreitete sich viral und löste heftige Reaktionen aus Trumps Umfeld aus.
Warum Harp plötzlich Thema ist
- Geheimer Abflug aus der Türkei: Harp soll im Juli zu einer kleinen Gruppe gehört haben, die Trump bei einem verdeckten Flugwechsel aus der Türkei begleitete. Hintergrund war laut den Berichten eine mögliche Bedrohung durch Iran. Trump wechselte demnach von einem größeren Flugzeug in ein kleineres, wobei Harp in einem Catering-Bereich mit an Bord gewesen sein soll.
- Außergewöhnliche Nähe zu Trump: Harp ist häufig bei Terminen, Reisen, Golfbesuchen und Treffen in Trumps unmittelbarer Nähe zu sehen. Sie soll Nachrichten und Artikel für ihn ausdrucken, Informationen vorsortieren, Kontakte vermitteln und Beiträge für Truth Social nach seinen Vorgaben tippen. Deshalb wird sie intern beziehungsweise in Medienberichten als „human printer“ und als eine Art Gatekeeper bezeichnet.
- Konflikte mit anderen Mitarbeitern: CNN berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen, Harp habe teils an Gesprächen mit Trump teilgenommen, bei denen andere Berater unter sich bleiben wollten. Außerdem soll sie betont haben, direkt nur Trump zu unterstehen. Das Weiße Haus weist solche Darstellungen zurück und beschreibt sie als besonders loyal und hart arbeitend.
- Frühere spektakuläre Episode: Laut CNN wollte Harp Trump 2023 zu einem Gerichtstermin begleiten, obwohl zunächst kein Platz im Fahrzeug vorhanden gewesen sei. Sie soll daraufhin im Kofferraum eines SUV mitgefahren sein. Die Episode wird nun als Beispiel für ihre außergewöhnliche Loyalität zitiert.
Politischer Streit
Ossoffs Äußerung zielte nicht nur auf Harp, sondern auf Trumps Regierungsstil insgesamt: Trump kümmere sich angeblich um einen Ballsaal, Golf und persönliche Reisen statt um die Amtsgeschäfte. Trumps Kommunikationsapparat und das Weiße Haus reagierten ungewöhnlich scharf und griffen Ossoff sowie eine CNN-Journalistin an, die Trump zu der Bemerkung befragt hatte.
Die Kontroverse ist auch wahlpolitisch relevant: Ossoff steht in Georgia zur Wiederwahl und tritt gegen den republikanischen Abgeordneten Mike Collins an, der von Trump unterstützt wird.
Wer ist Natalie Harp?
Harp wurde bekannt, nachdem sie erklärte, Trumps „Right to Try“-Gesetz habe ihr während einer Knochenkrebs-Erkrankung Zugang zu experimentellen Behandlungen ermöglicht. Sie trat 2020 auf dem Parteitag der Republikaner für Trump auf, arbeitete danach als Moderatorin beim konservativen Sender One America News Network und schloss sich 2022 Trumps politischem Team an.
Es gibt außerdem Berichte über sehr persönliche Briefe Harps an Trump, darunter die Formulierung „You are all that matters to me“. Medien und politische Gegner spekulieren deshalb über die ungewöhnliche Intensität ihrer Beziehung. Belastbare öffentliche Belege für eine romantische Beziehung gibt es in den vorliegenden Berichten jedoch nicht; Personen aus Trumps Umfeld beschreiben das Verhältnis unter anderem als „Vater-Tochter“-Beziehung.
Kurz gesagt: Die aktuellen Nachrichten handeln weniger von einem konkreten neuen Skandal als von Harps ungewöhnlich privilegiertem Zugang zu Trump, ihrer Rolle als Informationsfilter und ihrer Anwesenheit beim geheimen Flug aus der Türkei. Ossoffs öffentlicher Angriff hat eine bereits länger bestehende Debatte über ihren Einfluss innerhalb des Weißen Hauses massiv verstärkt.




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