Die Haushaltslage der USA im Fiskaljahr 2026 deutlich verschlechtert. Das Defizit erreichte 1,99 Billionen US-Dollar – den höchsten Stand seit fünf Jahren und das drittgrößte Jahresdefizit der US-Geschichte.
Die wichtigsten Zahlen
| Kennzahl | Fiskaljahr 2026 | Veränderung ggü. 2025 |
|---|---|---|
| Haushaltsdefizit | 1,99 Bio. $ | +217 Mrd. $ |
| Staatseinnahmen | 5,40 Bio. $ | +3 % |
| Staatsausgaben | 7,40 Bio. $ | +6 % |
| Schuldendienst | 1,36 Bio. $ | +12 % |
| Verteidigungsausgaben | 917 Mrd. $ | +6 % |
| Defizit in % des BIP | 6,2 % (geschätzt) | +0,4 Prozentpunkte |
| Gesamte Staatsverschuldung | Über 40 Bio. $ | Neuer Höchststand |
Hauptursachen für das steigende Defizit
1. Explodierende Schuldendienstkosten: Die Ausgaben für Zinsen und Schuldendienst stiegen um 144 Milliarden Dollar auf den Rekordwert von 1,36 Billionen Dollar. Sie gehören inzwischen zu den größten Ausgabenposten des Bundeshaushalts.
2. Steigende Sozialausgaben: Programme wie Social Security und Medicare verursachen kontinuierlich höhere Kosten.
3. Höhere Verteidigungsausgaben: Die Militärausgaben erhöhten sich um 48 Milliarden Dollar auf 917 Milliarden Dollar. Welcher Anteil mit dem Krieg gegen den Iran zusammenhängt, bleibt unklar.
4. Rückerstattungen von Zöllen: Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs mussten 145 Milliarden Dollar an Zöllen zurückerstattet werden. Die Nettozolleinnahmen sanken dadurch um 11 % auf rund 173 Milliarden Dollar.
Wirtschaftliche Bedeutung
Besonders problematisch ist, dass die Staatsausgaben doppelt so schnell wachsen wie die Einnahmen (6 % gegenüber 3 %).
Zudem entfallen bereits rund 18 % der gesamten Bundesausgaben auf den Schuldendienst. Dadurch bleibt weniger finanzieller Spielraum für andere staatliche Aufgaben.
Das Defizit entspricht geschätzten 6,2 % der Wirtschaftsleistung. Dies signalisiert einen weiterhin hohen Finanzierungsbedarf des US-Staates.
Fazit
Die US-Staatsfinanzen stehen zunehmend unter strukturellem Druck. Selbst bei Rekordsteuereinnahmen wächst das Haushaltsdefizit, weil insbesondere Schuldendienst, Sozialleistungen und Verteidigungsausgaben stark zunehmen.
Die zentrale Erkenntnis: Die USA befinden sich in einer Situation, in der die Finanzierung der bestehenden Staatsverschuldung selbst zu einem wesentlichen Treiber neuer Defizite wird.
Aus Investorensicht könnten daraus längerfristig höhere Staatsanleiheemissionen, Druck auf die Anleiherenditen und wachsende fiskalpolitische Risiken entstehen.