1. Geopolitische Eskalation im Mittleren Osten
Trotz eines kürzlich unterzeichneten Memorandum of Understanding (MOU) zur Waffenruhe kam es zu neuen Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
- Verletzung der Waffenruhe: Der Iran griff ein kommerzielles Frachtschiff in der Straße von Hormus mit Drohnen an. Drei von vier Drohnen konnten abgefangen werden, eine traf jedoch das Schiff, das seine Fahrt dennoch fortsetzen konnte.
- US-Militärschlag: Als direkte Reaktion führten US-Streitkräfte Angriffe auf iranische Lagerstätten und Küstenradarstationen durch.
- Ölmarkt-Reaktion: Überraschenderweise reagierten die Märkte kaum auf die militärische Eskalation. Die Ölpreise fielen sogar deutlich (WTI auf ca. 69 $, Brent auf ca. 72 $), da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus trotz der Angriffe bei etwa 75 % des Vorkriegsniveaus blieb und Sorgen über eine sinkende Nachfrage (insbesondere aus China) die Kriegsängste überwogen.
2. Technologie und Marktturbulenzen (KI-„Schiffbruch“)
Die Aktienmärkte erlebten eine extrem volatile Woche mit fünf aufeinanderfolgenden Verlusttagen für den S&P 500 – eine Serie, die es in diesem Jahr noch nicht gab.
- Micron und die Halbleiter-Sorgen: Obwohl der Chiphersteller Micron herausragende Gewinne und Margen von bis zu 86 % meldete, löste dies Sorgen aus. Anleger befürchten, dass die hohen Kosten für Speicherchips die Budgets großer Tech-Konzerne („Hyperscaler“) wie Apple und Microsoft belasten, was bereits zu Preiserhöhungen bei Endprodukten wie dem iPad oder der Xbox geführt hat.
- OpenAI IPO-Verzögerung: Berichten zufolge plant OpenAI, seinen Börsengang auf das nächste Jahr oder sogar 2027 zu verschieben. Grund dafür seien die Marktvitalität im Tech-Sektor und das Ziel von CEO Sam Altman, eine Bewertung von einer Billion Dollar zu erreichen, was Berater derzeit für unrealistisch halten.
- Wettbewerb um Kapital: Ein massives Angebot an neuen Aktien (z. B. SpaceX IPO, SK Hynix Kapitalerhöhung über 30 Mrd. $) konkurriert um begrenzte Kapitalpools der Investoren.
3. Welthandel und USMCA-Neuverhandlungen
Das Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) steht vor einer kritischen Überprüfungsphase.
- Trumps Strategie: Präsident Trump droht mit 100 % Zöllen auf europäische Waren als Reaktion auf geplante digitale Dienstleistungssteuern. Bezüglich des USMCA fokussiert er sich auf die hohen Handelsdefizite, insbesondere das Defizit von fast 200 Mrd. $ mit Mexiko.
- Sektor-Interessen: Die Automobilindustrie warnt vor Unsicherheit, da ihre Lieferketten tief über die Grenzen hinweg integriert sind. US-Landwirte (Mais, Soja) sind dringend auf Exportstabilität angewiesen, da die Nachfrage aus China sinkt.
- Faktor China: Es gibt Bestrebungen, die Region durch das USMCA als „Festung Nordamerika“ gegen chinesische Billigimporte und Umgehungsgeschäfte über Mexiko zu schützen.
4. US-Geldpolitik und Personal Finance
- Die neue Fed unter Kevin Warsh: Marktbeobachter gewöhnen sich an den neuen Kommunikationsstil von Fed-Chef Warsh, der weniger vorausschauende Hinweise („Forward Guidance“) gibt als seine Vorgänger. Aufgrund einer hartnäckigen Inflation (PCE bei ca. 4 %) werden weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr für möglich gehalten.
- Vermächtnis von Alan Greenspan: Nach dem Tod des ehemaligen Fed-Vorsitzenden Alan Greenspan reflektieren Experten über seinen Einfluss und ziehen Parallelen zwischen dem Produktivitätsboom der Internet-Ära und dem heutigen KI-Hype.
- Gen Z und Investitionsverhalten: Es wird ein Trend zum „finanziellen Nihilismus“ bei jungen Menschen beobachtet. Da der „Amerikanische Traum“ durch reguläres Einkommen unerreichbar scheint, gehen viele Gen-Z-Anleger extrem hohe Risiken ein, etwa durch spekulativen Optionshandel oder Sportwetten.
5. US-Innenpolitik
- Wohnungsbaugesetz blockiert: Das parteiübergreifende Wohnungsbaugesetz („21st Century Road to Housing Act“) wird von Präsident Trump zurückgehalten. Er fordert als Gegenleistung die Verabschiedung des umstrittenen „Save America Act“ (Wahlrechtsänderungen).
- Supreme Court Entscheidungen: Das Gericht stärkte die präsidiale Macht bei Abschiebungen und Asylverfahren, was potenziell Auswirkungen auf Hunderttausende von Migranten hat.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
