Kernaussagen der Analyse zur Geldanlage der Deutschen (Consorsbank‑Daten 2025)
1. Rendite & Verhalten der Anleger
- Die 1,8 Mio. selbstverwalteten Consorsbank‑Depots erzielten 8 % Rendite nach Inflation – ein außergewöhnlich gutes Ergebnis.
- Trotz starker Marktturbulenzen (v. a. durch US‑Zölle am 7. April) blieben die Depots weitgehend stabil.
- 2025 wurde deutlich mehr gehandelt als in den Vorjahren (Ø 19 Trades vs. 14–15 zuvor).
2. Anlegerpsychologie
- Bei starken Kursschwankungen neigen viele Privatanleger zu hektischen Verkäufen.
- Expertenrat: Investiert bleiben, Tiefs aussitzen, Timing‑Versuche vermeiden.
3. Was wurde gekauft und verkauft?
- Rheinmetall war mit Abstand die meistgehandelte Aktie – sowohl bei Käufen als auch Verkäufen.
- Weitere Top‑Aktien: Renk, Allianz, SAP, Siemens Energy, sowie US‑Titel Nvidia, Tesla, Palantir.
- Wer gut timte, konnte mit Rheinmetall den Einsatz mehr als verdreifachen, mit Nvidia verdoppeln.
4. ETF‑Trends & Sparpläne
- Anleger setzen stark auf die Core‑Satellite‑Strategie:
- Core: breit gestreute ETFs (v. a. MSCI World, EuroStoxx 600, Emerging Markets.
- Satellite: Themen‑ETFs, besonders KI und Rüstung (z. B. Xtrackers AI & Big Data, VanEck Defense) .
- Große US‑Tech‑Konzerne (Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft) tauchen bei Sparplänen eher auf hinteren Plätzen auf – Hinweis auf vorsichtigere Positionierung .
5. Warnungen & Risiken
- Fondsmanager warnen vor einer möglichen Überhitzung bei Tech‑ und KI‑Aktien.
- Viele Anleger scheinen dennoch bereit, bei fallenden Kursen schnell zu reagieren.
6. Beratungsbedarf
- Die Zahl der Selbstentscheider wächst, aber in turbulenten Phasen suchen viele punktuelle Beratung.
- Consorsbank erwägt künftig eine situative Finanzberatung, bietet aktuell aber nur digitale Wissensvermittlung an.
Wichtigste Learnings für Privatanleger
- Investiert bleiben schlägt hektisches Handeln. Kurzfristige Marktpanik führt oft zu schlechteren Ergebnissen als ruhiges Durchhalten.
- Timing funktioniert selten. Die meisten Anleger profitieren stärker von konsequentem Investieren als von Versuchen, Hochs und Tiefs vorherzusagen.
- Breite Diversifikation zahlt sich aus. Core‑ETFs wie MSCI World oder EuroStoxx 600 bleiben das stabile Fundament.
- Themen‑ETFs sind Satelliten, nicht das Hauptportfolio. KI‑ und Rüstungs‑ETFs können Rendite bringen, sollten aber bewusst dosiert werden.
- Einzelaktien bergen Chancen – und Risiken. Rheinmetall, Nvidia & Co. zeigen, wie stark einzelne Titel schwanken können.
- Mehr Handel bedeutet nicht automatisch mehr Rendite. Viele Trades entstehen aus Emotionen, nicht aus Strategie.
- Regelmäßige Sparpläne glätten Schwankungen. Sie reduzieren das Risiko, zu ungünstigen Zeitpunkten zu investieren.
- Psychologie ist entscheidend. Die größten Fehler entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch impulsives Verhalten.
- Situative Beratung kann helfen. Auch Selbstentscheider profitieren in turbulenten Phasen von punktueller Expertise.
- Überhitzte Märkte erkennen. Besonders Tech‑ und KI‑Aktien sollten kritisch beobachtet werden, um Klumpenrisiken zu vermeiden.
