Asyl­an­trä­ge in der EU 2025 leicht unter frü­he­ren Höchst­stän­den

Die Zahl der erst­ma­li­gen Asyl­an­trä­ge in der Euro­päi­schen Uni­on lag 2025 bei 669.710. Damit blieb das Niveau deut­lich unter dem Spit­zen­wert des Jah­res 2015, als im Zuge der dama­li­gen Flucht­mi­gra­ti­on mehr als 1,2 Mil­lio­nen erst­ma­li­ge Antrag­stel­ler regis­triert wur­den. Zugleich zei­gen die Euro­stat-Daten, dass Asyl­mi­gra­ti­on wei­ter­hin ein erheb­li­ches poli­ti­sches und admi­nis­tra­ti­ves The­ma für die Mit­glied­staa­ten bleibt.

Nach Anga­ben von Euro­stat wur­den 2025 ins­ge­samt 325.955 posi­ti­ve erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dun­gen über Asyl­an­trä­ge getrof­fen. Hin­zu kamen 49.025 posi­ti­ve Ent­schei­dun­gen in Beru­fungs- oder Über­prü­fungs­ver­fah­ren. Im län­ger­fris­ti­gen Ver­gleich fällt auf, dass die höchs­ten Wer­te bei posi­ti­ven erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dun­gen nicht im Jahr des größ­ten Antrags­auf­kom­mens lagen, son­dern 2016 erreicht wur­den. Damals wur­den 662.955 posi­ti­ve Ent­schei­dun­gen in ers­ter Instanz ver­zeich­net. Bei posi­ti­ven Ent­schei­dun­gen in Beru­fungs- oder Über­prü­fungs­ver­fah­ren wur­de der Höchst­stand 2018 mit 103.365 Fäl­len regis­triert.

Die Struk­tur der Her­kunfts­län­der hat sich 2025 erkenn­bar ver­än­dert. Erst­mals stell­ten Vene­zo­la­ner die größ­te Grup­pe unter den erst­ma­li­gen Asyl­be­wer­bern in der EU. Mit 89.455 Anträ­gen ent­fie­len 13,4 Pro­zent aller erst­ma­li­gen Asyl­an­trä­ge auf die­se Grup­pe. An zwei­ter Stel­le folg­ten Afgha­nen mit 63.900 Anträ­gen, was einem Anteil von 9,5 Pro­zent ent­sprach. Syrer, die seit 2014 regel­mä­ßig die größ­te Grup­pe gebil­det hat­ten, lagen 2025 mit 40.405 Anträ­gen bezie­hungs­wei­se 6,0 Pro­zent nur noch auf dem drit­ten Rang.

Neben dem regu­lä­ren Asyl­sys­tem blieb auch der vor­über­ge­hen­de Schutz für Men­schen aus der Ukrai­ne rele­vant. Im Jahr 2025 erhiel­ten 683.475 ukrai­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge neu­en vor­über­ge­hen­den Schutz in der EU. Der außer­ge­wöhn­li­che Höchst­stand lag aller­dings im Jahr 2022, als der Schutz­me­cha­nis­mus nach dem rus­si­schen Angriff auf die Ukrai­ne akti­viert wur­de. Damals wur­de mehr als 4,3 Mil­lio­nen Men­schen vor­über­ge­hen­der Schutz gewährt.

Die Daten ver­deut­li­chen damit zwei Ent­wick­lun­gen: Einer­seits liegt das aktu­el­le Asyl­ge­sche­hen unter den his­to­ri­schen Spit­zen­wer­ten der Jah­re 2015 und 2016. Ande­rer­seits bleibt die Zahl der Schutz­su­chen­den hoch, wobei sich die Her­kunfts­struk­tur ver­schiebt und der vor­über­ge­hen­de Schutz für Men­schen aus der Ukrai­ne wei­ter­hin eine eigen­stän­di­ge Rol­le im euro­päi­schen Schutz­sys­tem spielt.

Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater