Russlands Ölproduktion steigt im Juli
- Die Rohöl- und Kondensatproduktion erhöhte sich im Juli um rund 100.000 Barrel pro Tag auf über 9 Mio. bpd .
- Gründe: starke Exporte und Erholung des Raffineriedurchsatzes nach früheren Schäden und Exportbeschränkungen .
Produktion könnte im August wieder sinken
- Branchenquellen erwarten, dass Russland das Juli‑Niveau im August nicht halten kann .
- Gründe: Drohnenangriffe auf Raffinerien, begrenzte Tankerkapazitäten im Schwarzen Meer und Schwierigkeiten, Rohölmengen zu platzieren .
Exportentwicklung
- Russland plant, die Rohölexporte aus westlichen Häfen im August um 4 % zu erhöhen, da Raffinerieausfälle zusätzliche Exportvolumen freisetzen .
- Gleichzeitig könnten neue Drohnenangriffe diese Pläne stören, da mehrere Raffinerien den Betrieb einstellen mussten .
Datenlage und Transparenz
- Russland veröffentlicht seit 2023 keine offiziellen Produktionsdaten mehr, etwa ein Jahr nach Beginn des Ukrainekriegs .
- Weder OPEC noch die russische Zentralbank haben bisher Juli‑Schätzungen vorgelegt .
Weitere relevante Hintergrundinformationen
- OPEC‑Daten zeigen: Produktion im Juni sank leicht auf 8,928 Mio. bpd gegenüber Mai .
- OPEC schätzt die durchschnittliche Produktion 2025 auf 9,129 Mio. bpd .
- Die Zentralbank betont, dass Exportumleitungen durch Transport- und Hafeninfrastruktur begrenzt sind .
Aktuell geht russisches Rohöl vor allem nach:
- China und Indien – zusammen rund 80 % der russischen Ölexporte.
- Türkei – deutlich kleiner, aber weiterhin der drittwichtigste Abnehmer.
- Kleinere, schwankende Mengen gehen unter anderem nach Singapur und Ägypten.
Dabei geht das ostsibirische ESPO-Öl überwiegend nach China, während das aus Ostsee- und Schwarzmeerhäfen verschiffte Urals-Öl vor allem nach Indien sowie teilweise nach China und in die Türkei gelangt.
Die Sanktionen sind also kein weltweites Importverbot: China, Indien und die Türkei beteiligen sich nicht vollständig daran. Sanktioniert werden vor allem westliche Importe sowie Transport‑, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen; Russland nutzt außerdem alternative Händler und Tanker.