Geplan­te Kür­zun­gen beim Wohn­geld

Geplan­te Kür­zun­gen beim Wohn­geld, Kos­ten­ver­la­ge­run­gen in die Grund­si­che­rung und Belas­tun­gen der Kom­mu­nen

Wor­um es geht

Die Bun­des­re­gie­rung beant­wor­tet eine Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on zu den geplan­ten Kür­zun­gen beim Wohn­geld, den Fol­gen für Haus­hal­te, den Kos­ten­ver­la­ge­run­gen in die Grund­si­che­rung und den Belas­tun­gen der Kom­mu­nen.

Kern­punk­te der Wohn­geld­re­form

Geplan­te Maß­nah­men

  • Aus­set­zung der Wohn­geld-Fort­schrei­bung zum 1. Janu­ar 2027
  • Hal­bie­rung der dau­er­haf­ten Heiz­kos­ten­kom­po­nen­te
  • Ände­rung der Wohn­geld­for­mel (Erhö­hung des Para­me­ters c)
  • Ziel: Haus­halts­kon­so­li­die­rung und Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung

Betrof­fe­ne Haus­hal­te

  • 238.000 Haus­hal­te ver­lie­ren 2029 ihren Wohn­geld­an­spruch voll­stän­dig
  • 1 Mil­li­on Haus­hal­te erhal­ten wei­ter­hin Wohn­geld, aber in gerin­ge­rer Höhe
  • Beson­ders betrof­fen:
    • Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men
    • Fami­li­en
    • Allein­er­zie­hen­de
    • Rent­ner mit klei­nen Ren­ten

Fol­gen für die Grund­si­che­rung

Wech­sel in SGB II und SGB XII

  • 2029 wech­seln:
    • 68.000 Haus­hal­te in SGB II
    • 75.000 Haus­hal­te in SGB XII
  • Ver­tei­lung der SGB-II-Wechs­ler:
    • 9.000 Paa­re mit Kin­dern
    • 4.000 Allein­er­zie­hen­de
    • 49.000 Sin­gles
    • 3.000 Paa­re ohne Kin­der
    • 2.000 sons­ti­ge Haus­hal­te

Finan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen

  • Mehr­aus­ga­ben durch zusätz­li­che Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen:
    • SGB II: bis zu 339 Mio. Euro jähr­lich
    • SGB XII: bis zu 224 Mio. Euro jähr­lich
  • Kom­mu­nen tra­gen zusätz­li­che Kos­ten für Unter­kunft und Hei­zung (SGB II)

Ein­spa­run­gen beim Wohn­geld

  • Bund und Län­der spa­ren jeweils:
    • 738 Mio. Euro (2027)
    • 1,018 Mrd. Euro (2028)
    • 1,08 Mrd. Euro (ab 2029 jähr­lich)

Die Bun­des­re­gie­rung betont: Zwei Drit­tel der Kür­zun­gen blei­ben als Ein­spa­run­gen bestehen, trotz Mehr­aus­ga­ben in der Grund­si­che­rung.

Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung

  • Reform sei not­wen­dig zur Kon­so­li­die­rung des Bun­des­haus­halts
  • Haus­hal­te mit nied­ri­gen Ein­kom­men sol­len weni­ger stark betrof­fen sein
  • Par­al­lel: mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in sozia­len Woh­nungs­bau
    • 5 Mrd. Euro (2027)
    • 5,5 Mrd. Euro (2028 & 2029)

Wei­te­re Punk­te

  • Kei­ne regio­na­li­sier­ten Berech­nun­gen zu Län­der­un­ter­schie­den
  • Arbeits­ge­mein­schaft (Bund/Länder/Wohngeldbehörden) tag­te 6‑mal
    • Fokus: Ein­kom­mens­prü­fung ver­ein­fa­chen
    • Nicht: Struk­tur der Wohn­geld­re­form
  • Alter­na­ti­ven wur­den geprüft, aber ver­wor­fen
    • Ein­kom­mens­be­griff des Steu­er­rechts bleibt
    • Pro­gno­se­prin­zip bleibt
  • Stel­lung­nah­men der Ver­bän­de wur­den ver­öf­fent­licht, Län­der-Stel­lung­nah­men nicht

Schluss­fol­ge­rung

Die Wohn­geld­re­form führt zu mas­si­ven Leis­tungs­kür­zun­gen, erhöh­ten Belas­tun­gen der Grund­si­che­rungs­sys­te­me und zusätz­li­chen Kos­ten für Kom­mu­nen, wäh­rend der Bund und die Län­der gleich­zei­tig hohe Ein­spa­run­gen beim Wohn­geld erzie­len. Die Bun­des­re­gie­rung hält die Reform den­noch für not­wen­dig und ver­weist auf lang­fris­ti­ge Ent­las­tung durch mehr sozia­len Wohn­raum.


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