Deut­scher Arbeits­markt sta­gniert im August

Der deut­sche Arbeits­markt zeigt im August wei­ter­hin kaum Bewe­gung. Sowohl der Stel­len­in­dex der Bun­des­agen­tur für Arbeit als auch das Arbeits­markt­ba­ro­me­ter des Insti­tuts für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung deu­ten dar­auf hin, dass sich die Lage zwar nicht deut­lich ver­schlech­tert, von einer kräf­ti­gen Erho­lung aber eben­falls kei­ne Rede sein kann.

Der Stel­len­in­dex der Bun­des­agen­tur für Arbeit, der soge­nann­te BA‑X, blieb im August unver­än­dert bei 103 Punk­ten. Damit lag er zwar vier Punk­te über dem Wert des Vor­jah­res, bewegt sich jedoch bereits seit mehr als einem Jahr unge­fähr auf dem Niveau des Jah­res­durch­schnitts von 2015. Der Index bil­det die Nach­fra­ge nach Arbeits­kräf­ten am ers­ten Arbeits­markt ab und gilt als wich­ti­ger Früh­in­di­ka­tor. Wäh­rend sich Ver­än­de­run­gen der Kon­junk­tur häu­fig erst mit Ver­zö­ge­rung in den Arbeits­lo­sen­zah­len zei­gen, kann die Bereit­schaft der Unter­neh­men, neue Beschäf­tig­te ein­zu­stel­len, früh­zei­tig Hin­wei­se auf die wei­te­re Ent­wick­lung geben. Die der­zei­ti­ge Sta­gna­ti­on des BA‑X spricht daher für eine wei­ter­hin zurück­hal­ten­de Ein­stel­lungs­be­reit­schaft der Unter­neh­men.

Ein ähn­lich ver­hal­te­nes Bild lie­fert das IAB-Arbeits­markt­ba­ro­me­ter. Der Früh­in­di­ka­tor blieb im August bei 99,5 Punk­ten und damit leicht unter der neu­tra­len Mar­ke von 100 Punk­ten. Seit Jah­res­be­ginn bewegt sich der Wert unter­halb die­ser Schwel­le. Nach Ein­schät­zung des IAB hat sich die Kon­junk­tur zwar zuletzt gefes­tigt, doch reicht die­se Ent­wick­lung bis­lang ledig­lich aus, um eine stär­ke­re Ver­schlech­te­rung am Arbeits­markt zu ver­hin­dern. Auch bei der erwar­te­ten Ent­wick­lung der Arbeits­lo­sig­keit gab es im August kaum Ver­än­de­rung. Die ent­spre­chen­de Kom­po­nen­te des Baro­me­ters blieb eben­falls bei 99,5 Punk­ten. Der Aus­blick ist damit zwar nicht mehr stark nega­tiv, eine deut­li­che Ver­bes­se­rung zeich­net sich jedoch nicht ab.

Beson­ders schwach sind die Aus­sich­ten für die Beschäf­ti­gung. Die ent­spre­chen­de Kom­po­nen­te sank im August um 0,1 Punk­te auf 99,4 Punk­te. Zu Jah­res­be­ginn hat­te sie noch bei 100,4 Punk­ten gele­gen. Im Ver­lauf des Jah­res haben sich die Beschäf­ti­gungs­aus­sich­ten somit zuneh­mend ein­ge­trübt. Das IAB sieht dar­in einen schlei­chen­den Abwärts­trend, der sich inzwi­schen ver­fes­tigt hat.

Auch auf euro­päi­scher Ebe­ne hat sich die Stim­mung am Arbeits­markt wie­der ver­schlech­tert. Das Euro­pean Labour Mar­ket Baro­me­ter sank im August um 0,3 Punk­te auf 99,9 Punk­te und fiel damit erst­mals seit vier Mona­ten wie­der unter die neu­tra­le Schwel­le. Nach einer zwi­schen­zeit­lich leich­ten Auf­wärts­be­we­gung liegt der Indi­ka­tor nun wie­der unge­fähr auf dem Stand zu Jah­res­be­ginn. Als Belas­tungs­fak­tor nennt das IAB ins­be­son­de­re die Ener­gie­prei­se, die eine wei­te­re Erho­lung der euro­päi­schen Arbeits­märk­te erschwe­ren.

Ins­ge­samt zei­gen die aktu­el­len Indi­ka­to­ren einen Arbeits­markt ohne kla­re Rich­tung nach oben. Die Nach­fra­ge nach Arbeits­kräf­ten bleibt zwar sta­bil, zugleich ver­schlech­tern sich jedoch die Beschäf­ti­gungs­aus­sich­ten. Eine aku­te Kri­se lässt sich aus den Daten nicht ablei­ten, doch deut­li­che Wachs­tums­im­pul­se feh­len. Für die kom­men­den Mona­te spricht daher vie­les für eine wei­ter­hin ver­hal­te­ne Ent­wick­lung des deut­schen Arbeits­markts.


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