Auf der ersten Investitionskonferenz der Bundesregierung „Invest in Germany“ hat der US-Konzern Amazon Investitionen von mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland für das kommende Jahr (2027) angekündigt.
Verwendung der Investitionssumme:
- Rechenzentren (Cloud): Ein knappes Drittel der Summe fließt in den Ausbau von Rechenzentren.
- Raumfahrt/Satelliten: Amazon hat 24 Starts der europäischen Trägerrakete Ariane gebucht, um sein LEO-Satellitennetzwerk (Konkurrenz zu SpaceX/Starlink) aufzubauen. Dies dient auch dem Ziel europäischer technologischer Souveränität.
- Forschung & Entwicklung: Ausbau der Forschungskapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik in Berlin.
- Logistik: Weitere Investitionen in das Logistiknetzwerk des Online-Händlers.
- Medienproduktion: Finanzierung deutscher Shows, Filme und Serien für Amazon Prime Video.
Politischer Kontext & Aussagen der Regierung:
- Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Attraktivität Deutschlands trotz geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise. Er verwies auf Zusagen von Unternehmen im Rahmen der Initiative „Made for Germany“ in Höhe von 800 Milliarden Euro bis 2028.
- Die ausländischen Direktinvestitionen sind 2025 gegenüber 2024 um 50 % gestiegen.
- Der IWF hat die Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,3 % erhöht.
- Die Regierung wirbt mit Stärken wie politischer Stabilität, guter Bonität, unabhängiger Justiz, starker Forschungslandschaft und zentraler Lage im EU-Binnenmarkt.
- Geplante Reformen sollen Bürokratie abbauen und den Ausbau von Infrastruktur (z. B. Rechenzentren) beschleunigen.
Weitere Ministerielle Aussagen:
- Verschiedene Minister (u. a. Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen, Bau, Verkehr, Forschung) warben in einer „Schnellrunde“ um weitere Investitionen in ihren jeweiligen Bereichen.
- Themen waren u. a. die Stärkung des Kapitalmarkts, Wohnraumbau, Infrastrukturerneuerung (500 Mrd. Euro) und der Einsatz von KI.
Ziel der Konferenz:
Deutschland soll im globalen und innereuropäischen Wettbewerb als Investitionsstandort gestärkt werden, ähnlich wie es Frankreich unter Präsident Macron bereits tut. Kritisch wird angemerkt, dass bei solchen Konferenzen oft bereits zuvor entschiedene Investitionssummen addiert werden.