Asyl­sta­tis­tik des BAMF für den Berichts­mo­nat August 2026

1. Neu­zu­gän­ge im Asyl­sys­tem (August 2026)

Im August 2026 ver­zeich­ne­te das BAMF 4.766 Neu­zu­gän­ge in das Asyl­sys­tem. Dies setzt sich wie folgt zusam­men:

  • 3.799 Asy­l­erst­an­trä­ge
  • 2.246 Fol­ge­an­trä­ge / wei­te­re Anga­ben

Von die­sen Fol­ge­an­trä­gen hat­ten 976 einen trans­na­tio­na­len Bezug. Das bedeu­tet, dass die­sen Anträ­gen ein abge­schlos­se­nes oder lau­fen­des Asyl­ver­fah­ren in einem ande­ren EU-Mit­glied­staat vor­aus­ging. Die Kenn­zahl „Neu­zu­gän­ge“ berech­net sich aus der Sum­me der Erst­an­trä­ge plus der trans­na­tio­na­len Fol­ge­an­trä­ge und trans­na­tio­na­len wei­te­ren Anga­ben.

Ent­wick­lung zum Vor­jahr:
Im Ver­gleich zum August 2025 (8.293 Per­so­nen) ist ein deut­li­cher Rück­gang der Neu­zu­gän­ge um 48 Pro­zent fest­zu­stel­len.

2. Kumu­lier­te Daten Janu­ar bis August 2026

Im lau­fen­den Jahr 2026 wur­den ins­ge­samt fol­gen­de Zah­len regis­triert:

  • Gesamt­zahl der Asyl­an­trag­stel­lun­gen: 68.271 Per­so­nen.
    • Davon 47.296 Erst­an­trä­ge.
    • Davon 20.975 Fol­ge­an­trä­ge.
  • Neu­zu­gän­ge in das Asyl­sys­tem: 49.733.
    • Hier­von hat­ten 2.437 Folgeanträge/weitere Anga­ben einen trans­na­tio­na­len Bezug.
  • Beson­der­heit bei Kin­dern: 8.346 der Erst­an­trä­ge betra­fen in Deutsch­land gebo­re­ne Kin­der unter einem Jahr.

3. Ent­schei­dun­gen und Ver­fah­rens­dau­er (Janu­ar – August 2026)

Das BAMF hat im glei­chen Zeit­raum über 146.719 Asyl­ver­fah­ren (Erst- und Fol­ge­an­trä­ge) ent­schie­den.

  • Gesamt­schutz­quo­te: Sie lag bei 37,0 Pro­zent.
  • Ableh­nun­gen: 66.070 Anträ­ge wur­den abge­lehnt.
  • Sons­ti­ge Ver­fah­rens­er­le­di­gun­gen: 26.298 Ver­fah­ren ent­fie­len auf sons­ti­ge Erle­di­gun­gen, wie z. B. Dub­lin-Ver­fah­ren (Zustän­dig­keits­be­stim­mung) oder Ein­stel­lun­gen wegen Rück­nah­me des Antrags.
  • Ver­fah­rens­dau­er: Für Ver­fah­ren mit Antrag­stel­lung vor dem 12. Juni 2026 betrug die durch­schnitt­li­che Dau­er 11,9 Mona­te. Die­se ver­gleichs­wei­se lan­ge Dau­er ist laut BAMF auf einen sta­tis­ti­schen Effekt zurück­zu­füh­ren, da der Fokus aktu­ell auf dem Abbau von Alt­ver­fah­ren mit lan­ger Lie­ge­zeit liegt. Für Ver­fah­ren nach dem 12. Juni 2026 kann noch kei­ne vali­de durch­schnitt­li­che Dau­er ermit­telt wer­den.
  • Anhän­gi­ge Ver­fah­ren: Ende August 2026 waren noch 54.917 Ver­fah­ren anhän­gig.

4. Wich­tigs­te Her­kunfts­län­der

Im Monat August 2026 (nach Asy­l­erst­an­trä­gen):

  1. Afgha­ni­stan: 604 Anträ­ge
  2. Syri­en: 561 Anträ­ge
  3. Tür­kei: 484 Anträ­ge
  4. Soma­lia: 152 Anträ­ge
  5. Irak: 131 Anträ­ge
  6. Chi­na: 125 Anträ­ge
  7. Viet­nam: 122 Anträ­ge
  8. Iran: 95 Anträ­ge
  9. Eri­trea: 94 Anträ­ge
  10. Alge­ri­en: 76 Anträ­ge

Kumu­liert Janu­ar – August 2026 (nach Gesamt­zu­gangs­stär­ke):

  1. Afgha­ni­stan: 23.033 Per­so­nen (davon 11.736 Erst­an­trä­ge)
  2. Syri­en: 6.758 Per­so­nen (davon 6.074 Erst­an­trä­ge)
  3. Tür­kei: 6.160 Per­so­nen (davon 4.419 Erst­an­trä­ge)
  4. Soma­lia: 2.906 Per­so­nen (davon 2.567 Erst­an­trä­ge)
  5. Irak: 2.647 Per­so­nen (davon 1.769 Erst­an­trä­ge)
  6. Viet­nam: 1.186 Per­so­nen
  7. Rus­si­sche Föde­ra­ti­on: 1.657 Per­so­nen
  8. Iran: 1.481 Per­so­nen
  9. Eri­trea: 1.105 Per­so­nen
  10. Chi­na: 1.068 Per­so­nen

5. Hin­weis zur GEAS-Reform

Am 12. Juni 2026 trat die Reform des Gemein­sa­men Euro­päi­schen Asyl­sys­tems (GEAS) in Kraft. Die­se hat das euro­päi­sche Asyl­sys­tem grund­le­gend ver­ein­heit­licht und führt zu Ände­run­gen in der Zähl­wei­se und Defi­ni­ti­on von Anträ­gen:

  • Erwei­ter­te Defi­ni­ti­on von Fol­ge­an­trä­gen: Neben „natio­na­len“ Fol­ge­an­trä­gen (nach abge­schlos­se­nem Ver­fah­ren in Deutsch­land) wer­den nun auch berück­sich­tigt:
    • Trans­na­tio­na­le Fol­ge­an­trä­ge: Antrag in Deutsch­land nach end­gül­tig ent­schie­de­nem Ver­fah­ren in einem ande­ren EU-Staat.
    • Wei­te­re Anga­be: Antrag in Deutsch­land bei noch lau­fen­dem Ver­fah­ren in einem ande­ren EU-Staat.
  • Ver­gleich­bar­keit: Auf­grund der neu­en Rechts­grund­la­gen sind die aktu­el­len Zah­len nicht mehr unein­ge­schränkt mit frü­he­ren Zeit­räu­men ver­gleich­bar. Um die Ver­gleich­bar­keit der „Neu­zu­gän­ge“ zu gewähr­leis­ten, wur­de eine neue Kenn­zahl ein­ge­führt (Sum­me aus Erst­an­trä­gen + trans­na­tio­na­len Fol­ge­an­trä­gen + trans­na­tio­na­len wei­te­ren Anga­ben). Die ver­öf­fent­lich­ten Sta­tis­ti­ken ent­hal­ten Daten sowohl vor als auch nach der Umstel­lung.

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