Steigende Belastung privater Kleinvermieter und ihre Bedeutung für den deutschen Mietwohnungsmarkt
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Situation privater Kleinvermieter in Deutschland.
Wichtigste Aussagen:
- Private Vermieter spielen eine zentrale Rolle auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt. Laut Bundesregierung gab es 2022 rund 25 Millionen Mietwohnungen, davon befanden sich etwa 63,5 % im Eigentum von Privatpersonen oder Wohnungseigentümergemeinschaften.
- Die Bundesregierung widerspricht der These eines generellen Rückzugs privater Vermieter. Zwar sank ihr prozentualer Anteil zwischen 2011 und 2022 von 65,5 % auf 63,5 %, die absolute Zahl der von Privatpersonen vermieteten Wohnungen stieg jedoch von 13,9 Millionen auf 14,5 Millionen.
- Als Datengrundlage nennt die Bundesregierung vor allem die Gebäude- und Wohnungszählungen des Zensus 2011 und Zensus 2022 sowie Forschungsarbeiten des Bundesinstituts für Bau‑, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
- Eine einheitliche Definition des Begriffs „Kleinvermieter“ verwendet die Bundesregierung nicht. Das BBSR orientiert sich stattdessen an einer juristischen Definition privater Eigentümer.
- Die Bundesregierung betont, dass private Vermieter für die Versorgung mit Wohnraum wichtig sind und bei wohnungspolitischen Maßnahmen berücksichtigt werden.
- Zu den Ursachen für den stärkeren Rückgang privater Vermieter in Großstädten sowie zu den Käufern von Wohnungen nach einem Marktaustritt privater Vermieter liegen der Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor.
- Bei energetischen Sanierungen und Modernisierungen verweist die Bundesregierung auf bestehende Förderprogramme und laufende Prüfungen zur Modernisierungsumlage gemäß Koalitionsvertrag.
- Die Bundesregierung plant derzeit keine speziellen Steuer- oder Entlastungsmaßnahmen für private Kleinvermieter, da sie keinen Rückgang der absoluten Zahl privat vermieteter Wohnungen sieht.
Die Bundesregierung sieht private Vermieter weiterhin als wichtigen Bestandteil des Wohnungsmarktes, erkennt jedoch keinen generellen Rückzug dieser Gruppe, da die absolute Zahl privater Mietwohnungen seit 2011 gestiegen ist.
Quelle: [Drucksache 21/8329]