Chart des Tages — 23.09.2026

Abbvie Inc.

Sec­tor: Health­ca­re Drug Manu­fac­tu­r­ers — Gene­ral

Abbvie Inc (ABBV)

Geschäfts­mo­dell

AbbVie ver­dient sein Geld haupt­säch­lich mit patent­ge­schütz­ten Medi­ka­men­ten, ins­be­son­de­re gegen Auto­im­mun­erkran­kun­gen. Dane­ben hat das Unter­neh­men grö­ße­re Geschäf­te in Neu­ro­lo­gie, Krebs­me­di­zin und ästhe­ti­scher Medi­zin. 2025 erziel­te AbbVie welt­weit 61,2 Mrd. USD Umsatz.

BereichUmsatz 2025AnteilWich­ti­ge Pro­duk­te
Immu­no­lo­gie30,4 Mrd. $49,7 %Sky­ri­zi, Rin­voq, Hum­i­ra
Neu­ro­lo­gie10,8 Mrd. $17,6 %Botox The­ra­peu­tic, Vraylar, Ubrel­vy, Quli­p­ta
Onko­lo­gie6,7 Mrd. $10,9 %Ven­clex­ta, Imbru­vica, Ela­he­re, Epkin­ly
Ästhe­tik4,9 Mrd. $7,9 %Botox Cos­me­tic, Juve­derm
Augen­heil­kun­de2,1 Mrd. $3,4 %Ozurd­ex, Lumigan/Ganfort u. a.
Sons­ti­ge Medi­ka­men­teca. 6,3 Mrd. $ca. 10 %Cre­on, Mavy­ret, Lin­zess u. a.

Die mit Abstand wich­tigs­te Spar­te ist damit die Immu­no­lo­gie.

Die eigent­li­chen Geld­ma­schi­nen: Sky­ri­zi und Rin­voq

Sky­ri­zi ist inzwi­schen AbbVies wich­tigs­tes Medi­ka­ment. Es wird unter ande­rem bei Schup­pen­flech­te, Pso­ria­sis-Arthri­tis, Mor­bus Crohn und Coli­tis ulce­ro­sa ein­ge­setzt. 2025 brach­te Sky­ri­zi bereits 17,56 Mrd. USD Umsatz ein – rund 29 % des gesam­ten Kon­zern­um­sat­zes.

Rin­voq ist eben­falls ein Medi­ka­ment gegen ver­schie­de­ne ent­zünd­li­che Auto­im­mun­erkran­kun­gen. Der Umsatz lag 2025 bei 8,30 Mrd. USD. Zusam­men mach­ten Sky­ri­zi und Rin­voq damit bereits rund 42 % des gesam­ten AbbVie-Umsat­zes aus.

Die Ent­wick­lung setzt sich 2026 fort: Allein im ers­ten Halb­jahr 2026 erziel­ten Sky­ri­zi 9,99 Mrd. USD und Rin­voq 4,64 Mrd. USD. Zusam­men waren das rund 46 % des gesam­ten AbbVie-Umsat­zes im ers­ten Halb­jahr.

Hum­i­ra ver­liert stark an Bedeu­tung

His­to­risch war AbbVie fast gleich­be­deu­tend mit Hum­i­ra. Das Medi­ka­ment gegen Auto­im­mun­erkran­kun­gen war jah­re­lang eines der umsatz­stärks­ten Arz­nei­mit­tel der Welt.

Durch den Patent­ab­lauf und Kon­kur­renz durch Bio­si­mi­lars schrumpft die­ses Geschäft jedoch rapi­de:

  • 2023: 14,4 Mrd. $
  • 2024: 9,0 Mrd. $
  • 2025: 4,54 Mrd. $
    1. Halb­jahr 2026: 1,44 Mrd. $

AbbVie ersetzt den weg­bre­chen­den Hum­i­ra-Umsatz also haupt­säch­lich durch Sky­ri­zi und Rin­voq.

Neu­ro­lo­gie ist die zwei­te Wachs­tums­säu­le

Hier ver­dient AbbVie unter ande­rem mit Botox The­ra­peu­tic Geld. Das ist nicht das kos­me­ti­sche Botox, son­dern Botox zur medi­zi­ni­schen Behand­lung, bei­spiels­wei­se bestimm­ter For­men chro­ni­scher Migrä­ne oder neu­ro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen. 2025 lag der Umsatz bei 3,77 Mrd. USD.

Dazu kom­men unter ande­rem Vraylar mit 3,62 Mrd. USD sowie die Migrä­ne­prä­pa­ra­te Ubrel­vy und Quli­p­ta. Im zwei­ten Quar­tal 2026 wuchs der gesam­te Neu­ro­lo­gie-Umsatz um rund 20 % auf 3,23 Mrd. USD.

Krebs­me­di­ka­men­te

In der Onko­lo­gie stam­men die Umsät­ze haupt­säch­lich aus:

Ven­clex­ta mit rund 2,79 Mrd. USD Umsatz 2025, Imbru­vica mit 2,87 Mrd. USD, Ela­he­re mit 690 Mio. USD sowie Epkin­ly mit 271 Mio. USD.

Imbru­vica befin­det sich aller­dings bereits im Rück­gang, wäh­rend neue­re Medi­ka­men­te wie Ela­he­re wach­sen.

Botox und Schön­heits­me­di­zin

Durch die Über­nah­me von Aller­gan im Jahr 2020 besitzt AbbVie außer­dem ein bedeu­ten­des Ästhe­tik­ge­schäft.

2025 kamen 2,60 Mrd. USD aus Botox Cos­me­tic, knapp 1,0 Mrd. USD aus den Juve­derm-Fil­lern sowie rund 1,27 Mrd. USD aus wei­te­ren ästhe­ti­schen Pro­duk­ten wie CoolS­culp­ting, Nat­rel­le oder Skin­Me­di­ca.

Wich­tig ist des­halb die Unter­schei­dung:

Botox The­ra­peu­tic → medi­zi­ni­sche Anwen­dun­gen → Neu­ro­lo­gie
Botox Cos­me­tic → Fal­ten­be­hand­lung etc. → Ästhe­tik

Wie funk­tio­niert das Geschäfts­mo­dell?

AbbVie ent­wi­ckelt oder kauft Medi­ka­men­te, lässt sie kli­nisch tes­ten, erhält Zulas­sun­gen und ver­sucht anschlie­ßend, über Paten­te und regu­la­to­ri­sche Exklu­si­vi­tät über vie­le Jah­re hohe Umsät­ze mit die­sen Wirk­stof­fen zu erzie­len. Der Kon­zern inves­tiert des­halb sehr viel in For­schung, kli­ni­sche Stu­di­en sowie den Kauf ande­rer Bio­tech­un­ter­neh­men und Wirk­stoff­rech­te.

In den USA ver­kauft AbbVie einen gro­ßen Teil sei­ner Arz­nei­mit­tel über weni­ge gro­ße Phar­ma­groß­händ­ler; inter­na­tio­nal erfolgt der Ver­trieb je nach Land über Dis­tri­bu­to­ren und Gesund­heits­dienst­leis­ter. Rund 46,6 Mrd. USD der 61,2 Mrd. USD Umsatz 2025 kamen aus den USA, also etwa 76 %.

Für ABBV als Unter­neh­men ist daher der­zeit die zen­tra­le wirt­schaft­li­che Sto­ry: Hum­i­ra schrumpft mas­siv, aber Sky­ri­zi + Rin­voq wach­sen schnel­ler, als Hum­i­ra weg­bricht. Gleich­zei­tig sor­gen Neu­ro­lo­gie, Onko­lo­gie und Botox dafür, dass AbbVie nicht mehr von einem ein­zi­gen Block­bus­ter abhän­gig ist. Im ers­ten Halb­jahr 2026 lag der Kon­zern­um­satz bereits bei 32,0 Mrd. USD, +11,2 % gegen­über dem Vor­jahr.

Aus Inves­to­ren­sicht sind bei AbbVie vor allem vier Punk­te ent­schei­dend:

  • Wachs­tum: Sky­ri­zi und Rin­voq erset­zen den rück­läu­fi­gen Hum­i­ra-Umsatz der­zeit sehr erfolg­reich.
  • Risi­ko: AbbVie ist inzwi­schen stark von die­sen bei­den neu­en Block­bus­tern abhän­gig; spä­te­re Patent­ab­läu­fe blei­ben ein zen­tra­les Lang­frist­ri­si­ko.
  • Diver­si­fi­ka­ti­on: Botox, Neu­ro­lo­gie und Onko­lo­gie redu­zie­ren die Abhän­gig­keit vom Immu­no­lo­gie­ge­schäft etwas.
  • Invest­ment-Cha­rak­ter: AbbVie ist eher ein Cash­flow- und Divi­den­den­wert mit mode­ra­tem Wachs­tum als eine klas­si­sche Hoch­wachs­tums­ak­tie.

Der wich­tigs­te Punkt für die Aktie ist daher: Kön­nen Sky­ri­zi und Rin­voq dau­er­haft stark genug wach­sen, um Patent­ver­lus­te und schwä­che­re älte­re Pro­duk­te zu kom­pen­sie­ren?


Momen­tum-Aktie

Eine Momen­tum-Aktie ist eine Aktie, deren Kurs bereits einen star­ken Auf­wärts- oder Abwärts­trend zeigt und bei der Anle­ger dar­auf set­zen, dass sich die­ser Trend zunächst fort­setzt.

Momen­tum-Anle­ger rich­ten ihren Blick weni­ger auf die Fra­ge, ob eine Aktie güns­tig bewer­tet ist, son­dern vor allem dar­auf, wel­che Titel aktu­ell beson­ders stark stei­gen. Die Grund­idee dahin­ter ist ein­fach: Akti­en, die sich in der Ver­gan­gen­heit bes­ser als der Markt ent­wi­ckelt haben, kön­nen die­sen Trend eine gewis­se Zeit fort­set­zen. Des­halb ach­ten Momen­tum-Anle­ger auf Kurs­stär­ke, rela­ti­ve Per­for­mance, Han­dels­vo­lu­men und kla­re Auf­wärts­trends. Ent­schei­dend ist dabei nicht, eine Aktie mög­lichst früh zu ent­de­cken, son­dern in einen bereits bestehen­den Trend ein­zu­stei­gen. Gleich­zei­tig birgt die­se Stra­te­gie Risi­ken, denn star­ke Kurs­be­we­gun­gen kön­nen abrupt enden. Momen­tum-Inves­t­ing setzt daher auf Trends – und auf die Fähig­keit, recht­zei­tig zu erken­nen, wenn deren Stär­ke nach­lässt.

Die Schat­ten­sei­ten der Momen­tum-Stra­te­gie

Das Haupt­ri­si­ko sind soge­nann­te Momen­tum-Rever­sals: Sobald sich die Markt­stim­mung dreht, kön­nen zuvor beson­ders stark gestie­ge­ne Akti­en auch über­durch­schnitt­lich schnell fal­len.

Die Momen­tum-Stra­te­gie ver­spricht auf den ers­ten Blick einen ein­fa­chen Königs­weg an der Bör­se: Kau­fe, was steigt, ver­kau­fe, was fällt, und rei­te auf der Wel­le des Trends. Doch wer sich allein auf die­se Logik ver­lässt, unter­schätzt oft die Risi­ken, die sich hin­ter dem schein­bar simp­len Prin­zip ver­ber­gen.

Das größ­te Pro­blem ist die Anfäl­lig­keit für plötz­li­che Trend­um­keh­run­gen. Gera­de wenn sich Märk­te nach star­ken Ver­wer­fun­gen abrupt erho­len, kön­nen Momen­tum-Port­fo­li­os inner­halb weni­ger Wochen einen Groß­teil ihrer Gewin­ne wie­der ver­lie­ren – Phä­no­me­ne, die als “Momen­tum Cra­s­hes” bekannt sind. Hin­zu kommt, dass Momen­tum-Akti­en sich häu­fig in bestimm­ten Bran­chen kon­zen­trie­ren, was die Diver­si­fi­ka­ti­on schwächt und das Port­fo­lio anfäl­lig für sek­tor­spe­zi­fi­sche Schocks macht.

Auch die Markt­me­cha­nik selbst birgt Tücken: Weil zahl­rei­che Anle­ger und quan­ti­ta­ti­ve Fonds ähn­li­che Stra­te­gien ver­fol­gen, ent­steht ein soge­nann­tes Crow­ding-Risi­ko. Kippt die Stim­mung, zie­hen sich vie­le Akteu­re gleich­zei­tig zurück, was Ver­lus­te dra­ma­tisch beschleu­ni­gen kann. Wer zudem auf einen bereits lau­fen­den Trend auf­springt, läuft Gefahr, spät ein­zu­stei­gen – oft genau dann, wenn der Höhe­punkt bereits über­schrit­ten ist.

Nicht zu unter­schät­zen sind schließ­lich die psy­cho­lo­gi­schen Fal­len: Über­mä­ßi­ges Ver­trau­en in kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen, die Schwie­rig­keit, recht­zei­tig aus­zu­stei­gen, und die Nei­gung, Über­trei­bun­gen und Bla­sen­bil­dung noch zu ver­stär­ken. Wer Momen­tum-Inves­t­ing betreibt, soll­te sich die­ser Risi­ken bewusst sein und mit kla­ren Regeln – etwa Stop-Loss-Mecha­nis­men, begrenz­ten Posi­ti­ons­grö­ßen und einer Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Anla­ge­fak­to­ren – gegen­steu­ern.

Infor­ma­ti­on

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Die hier dar­ge­stell­ten Charts die­nen ledig­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und stel­len kei­ne Kauf- oder Ver­kaufs­emp­feh­lung dar.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater