Chart des Tages — 24.09.2026

Ther­mo Fisher Sci­en­ti­fic Inc.

Sec­tor: Health­ca­re Dia­gno­stics & Rese­arch

Ther­mo Fisher Sci­en­ti­fic Inc. (TMO)

Geschäfts­mo­dell

Ther­mo Fisher Sci­en­ti­fic (NYSE: TMO) ist im Kern ein „Picks-and-Shovels“-Anbieter für Bio­wis­sen­schaf­ten, Phar­ma, Dia­gnos­tik und For­schung. Das Unter­neh­men ver­dient also weni­ger dar­an, selbst Medi­ka­men­te zu ent­wi­ckeln, son­dern dar­an, dass Phar­ma­un­ter­neh­men, Bio­tech­fir­men, Labo­re, Kran­ken­häu­ser, Uni­ver­si­tä­ten und Indus­trie­un­ter­neh­men for­schen, tes­ten und pro­du­zie­ren müs­sen. Ther­mo Fisher lie­fert dafür Gerä­te, Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en, Che­mi­ka­li­en und Dienst­leis­tun­gen.

2025 erziel­te Ther­mo Fisher 44,56 Mrd. USD Umsatz. Beson­ders wich­tig für das Ver­ständ­nis des Geschäfts­mo­dells ist die Umsatz­struk­tur: Nur rund 16 % ent­fie­len auf Instru­men­te, wäh­rend rund 42 % auf Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und wei­te­re 42 % auf Dienst­leis­tun­gen ent­fie­len. Damit stammt ein sehr gro­ßer Teil des Geschäfts aus wie­der­keh­ren­den bzw. regel­mä­ßig benö­tig­ten Leis­tun­gen und Pro­duk­ten.

Ver­ein­facht funk­tio­niert das Geschäfts­mo­dell so

Ein Labor kauft bei­spiels­wei­se ein Mas­sen­spek­tro­me­ter oder ein DNA-Ana­ly­se­ge­rät von Ther­mo Fisher. Der Gerä­te­ver­kauf bringt zunächst einen grö­ße­ren Ein­mal­um­satz. Danach benö­tigt das Labor jedoch regel­mä­ßig Reagen­zi­en, Test­kits, Pipet­ten­spit­zen, Fil­ter, Zell­kul­tur­me­di­en und ande­re Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en, außer­dem War­tung, Soft­ware und Ser­vice.

Das ähnelt teil­wei­se einem „Razor-and-Blades“-Modell: Das Instru­ment schafft eine instal­lier­te Basis, aus der anschlie­ßend über Jah­re Ver­brauchs­ma­te­ri­al- und Ser­vice­um­sät­ze ent­ste­hen kön­nen.

Gleich­zei­tig geht Ther­mo Fisher inzwi­schen deut­lich wei­ter. Ein Phar­ma­un­ter­neh­men kann Ther­mo Fisher bei­spiels­wei­se nicht nur Labor­aus­rüs­tung abkau­fen, son­dern auch Tei­le sei­ner Medi­ka­men­ten­ent­wick­lung, kli­ni­schen Stu­di­en oder Pro­duk­ti­on aus­la­gern. Durch Mar­ken wie Pathe­on und PPD ist Ther­mo Fisher damit auch ein bedeu­ten­der Dienst­leis­ter für die Phar­ma­in­dus­trie.

Die vier Geschäfts­be­rei­che

Seg­mentWas Ther­mo Fisher damit ver­kauftUmsatz 2025
Labo­ra­to­ry Pro­ducts & Bio­phar­ma Ser­vicesLabor­be­darf, Che­mi­ka­li­en, Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en, Dis­tri­bu­ti­on, Medi­ka­men­ten­ent­wick­lung, kli­ni­sche Stu­di­en, Auf­trags­pro­duk­ti­on23,98 Mrd. USD
Life Sci­en­ces Solu­ti­onsReagen­zi­en, Zell­kul­tur, Geno­mik, Pro­teo­mik, Bio­pro­duk­ti­on, Fil­ter- und Rei­ni­gungs­sys­te­me10,37 Mrd. USD
Ana­ly­ti­cal Instru­mentsMas­sen­spek­tro­me­ter, Chro­ma­to­gra­phie, Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pe, Ana­ly­se­ge­rä­te7,55 Mrd. USD
Spe­cial­ty Dia­gno­sticsDia­gnos­tik­tests, Reagen­zi­en, Mikro­bio­lo­gie, All­er­gie-/Au­to­im­mun­dia­gnos­tik, Trans­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik4,68 Mrd. USD

Zwi­schen den Seg­men­ten gibt es inter­ne Umsät­ze, wes­halb ins­ge­samt rund 2,03 Mrd. USD eli­mi­niert wer­den; der Kon­zern­um­satz beträgt daher 44,56 Mrd. USD.

1. Labo­ra­to­ry Pro­ducts & Bio­phar­ma Ser­vices – das größ­te Geschäft

Mit mehr als der Hälf­te des Seg­ment­um­sat­zes ist dies der wich­tigs­te Bereich.

Hier ist Ther­mo Fisher einer­seits eine Art „Ama­zon für Labo­re“. Über Fisher Sci­en­ti­fic ver­treibt das Unter­neh­men eine rie­si­ge Palet­te von Labor­pro­duk­ten: eige­ne Pro­duk­te, Pri­va­te-Label-Pro­duk­te und Pro­duk­te ande­rer Her­stel­ler. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Labor­ge­rä­te, Pipet­ten, Che­mi­ka­li­en, Kunst­stoff­pro­duk­te, Sicher­heits­aus­rüs­tung und Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en.

Ande­rer­seits steckt hier ein wesent­lich inter­es­san­te­res Dienst­leis­tungs­ge­schäft:

PPD führt im Auf­trag von Phar­ma­un­ter­neh­men kli­ni­sche Stu­di­en durch. Ther­mo Fisher hilft also dabei, neue Medi­ka­men­te durch Pha­se I bis IV zu brin­gen. Pathe­on über­nimmt Ent­wick­lungs- und Pro­duk­ti­ons­leis­tun­gen für Arz­nei­mit­tel. Ein Phar­ma­un­ter­neh­men kann bei­spiels­wei­se einen Wirk­stoff besit­zen, die tat­säch­li­che Her­stel­lung aber teil­wei­se an Ther­mo Fisher aus­la­gern.

Ther­mo Fisher ver­dient hier somit Geld durch Dis­tri­bu­ti­on + Out­sour­cing + lang­fris­ti­ge Ser­vice­ver­trä­ge.

2. Life Sci­en­ces Solu­ti­ons

Hier ver­kauft Ther­mo Fisher Pro­duk­te, die Wis­sen­schaft­ler und Bio­phar­ma­un­ter­neh­men direkt für For­schung und Pro­duk­ti­on benö­ti­gen.

Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • Reagen­zi­en und Zell­kul­tur­me­di­en
  • DNA-/RNA-Ana­ly­se
  • PCR-Tech­no­lo­gien
  • Geno­mik und Pro­teo­mik
  • Anti­kör­per und Pro­te­in­bio­lo­gie
  • Ein­weg-Bio­re­ak­to­ren
  • Fil­tra­ti­ons- und Rei­ni­gungs­sys­te­me für Bio­phar­ma-Pro­duk­ti­on

Zu die­sem Bereich gehö­ren bekann­te Mar­ken wie Appli­ed Bio­sys­tems und Invi­tro­gen.

Das wirt­schaft­lich inter­es­san­te Ele­ment sind wie­der­um die Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en. Ein Gerät oder Pro­duk­ti­ons­sys­tem kann ein­mal ver­kauft wer­den, die dazu­ge­hö­ri­gen Reagen­zi­en und Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en wer­den dage­gen kon­ti­nu­ier­lich benö­tigt.

3. Ana­ly­ti­cal Instru­ments

Hier ver­kauft Ther­mo Fisher hoch­wer­ti­ge wis­sen­schaft­li­che Gerä­te.

Bei­spie­le sind Mas­sen­spek­tro­me­ter, Chro­ma­to­gra­phie­sys­te­me, Spek­tro­me­ter und Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pe. Kun­den kom­men nicht nur aus Phar­ma und Bio­tech, son­dern auch aus Halb­lei­ter­indus­trie, Mate­ri­al­wis­sen­schaft, Umwelt­ana­ly­tik und For­schung.

Ein Elek­tro­nen­mi­kro­skop oder Mas­sen­spek­tro­me­ter kann sehr teu­er sein. Neben dem Gerä­te­preis ver­dient Ther­mo Fisher anschlie­ßend an Soft­ware, Ersatz­tei­len, War­tung, Ser­vice und Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en.

Gera­de die Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pie ist außer­dem für Halb­lei­ter­un­ter­neh­men rele­vant, weil sol­che Sys­te­me unter ande­rem zur Ana­ly­se und Ent­wick­lung immer klei­ne­rer Chip­struk­tu­ren ein­ge­setzt wer­den.

4. Spe­cial­ty Dia­gno­stics

Hier ver­kauft Ther­mo Fisher dia­gnos­ti­sche Tests, Instru­men­te und die dafür not­wen­di­gen Reagen­zi­en.

Das Unter­neh­men ist unter ande­rem aktiv bei All­er­gie- und Auto­im­mun­dia­gnos­tik, Mikro­bio­lo­gie, Trans­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik, kli­ni­scher Che­mie und Spe­zi­al­tests.

Auch hier ist das Ver­brauchs­ma­te­ri­al­mo­dell wich­tig: Ein Labor benö­tigt Tests und Reagen­zi­en nicht ein­mal, son­dern für jeden neu­en Pati­en­ten erneut.

Der eigent­li­che wirt­schaft­li­che Motor von Ther­mo Fisher

Die wich­tigs­te Zahl ist daher aus mei­ner Sicht weni­ger der Gerä­te­um­satz als die­se Umsatz­ver­tei­lung:

2025: 44,56 Mrd. USD Gesamt­um­satz

18,66 Mrd. USD Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en → ca. 42 %
18,59 Mrd. USD Dienst­leis­tun­gen → ca. 42 %
7,30 Mrd. USD Instru­men­te → ca. 16 %

Das bedeu­tet: Rund 84 % des Umsat­zes stam­men nicht aus Instru­men­ten­ver­käu­fen.

Nicht alle 84 % sind auto­ma­tisch ver­trag­lich wie­der­keh­ren­de Umsät­ze. Öko­no­misch ist aber ein erheb­li­cher Teil davon repe­ti­tiv: Reagen­zi­en müs­sen nach­be­stellt, Gerä­te gewar­tet, kli­ni­sche Stu­di­en durch­ge­führt und Medi­ka­men­te lau­fend pro­du­ziert wer­den.

Dadurch ent­steht ein Art Fly­wheel

Instru­ment ver­kau­fen
→ Ther­mo-Fisher-Tech­no­lo­gie wird in einem Labor eta­bliert
→ Kun­de kauft pas­sen­de Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en
→ Ther­mo Fisher über­nimmt Wartung/Service
→ Kun­de stan­dar­di­siert wei­te­re Pro­zes­se auf Ther­mo Fisher
→ Ther­mo Fisher ver­kauft zusätz­li­che Gerä­te und Pro­duk­te
→ teil­wei­se über­nimmt Ther­mo Fisher sogar Forschungs‑, Stu­di­en- oder Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se des Kun­den.

Dazu kommt die enor­me Ver­triebs­macht. Ther­mo Fisher ver­fügt laut 10‑K über rund 14.000 Ver­triebs­mit­ar­bei­ter und tech­ni­sche Spe­zia­lis­ten und ver­kauft sowohl direkt als auch über E‑Commerce und Dis­tri­bu­to­ren.

War­um Kun­den viel bei einem Anbie­ter kau­fen

Ein Phar­ma­un­ter­neh­men könn­te theo­re­tisch Gerä­te, Che­mi­ka­li­en, Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en, kli­ni­sche Stu­di­en und Pro­duk­ti­ons­dienst­leis­tun­gen jeweils bei unter­schied­li­chen Fir­men ein­kau­fen.

Ther­mo Fishers Stra­te­gie besteht dage­gen dar­in, mög­lichst viel davon aus einer Hand anzu­bie­ten.

Ein Kun­de könn­te bei­spiels­wei­se:

For­schung: Invi­tro­gen-Reagen­zi­en ver­wen­den
→ Ana­ly­se: Ther­mo-Sci­en­ti­fic-Mas­sen­spek­tro­me­ter ver­wen­den
→ Bio­pro­duk­ti­on: Ther­mo-Fisher-Zell­kul­tur und Fil­tra­ti­on ein­set­zen
→ kli­ni­sche Stu­die: PPD beauf­tra­gen
→ Pro­duk­ti­on: Pathe­on beauf­tra­gen
→ Labor­be­darf: Fisher Sci­en­ti­fic nut­zen.

Dadurch erhöht Ther­mo Fisher den Umsatz pro Kun­de und kann gleich­zei­tig Wech­sel­kos­ten und Kun­den­bin­dung erhö­hen.

Kurz zusam­men­ge­fasst

Ther­mo Fisher ver­kauft die Infra­struk­tur hin­ter moder­ner Wis­sen­schaft und Phar­ma.

Das Geld wird im Wesent­li­chen auf drei Arten ver­dient:

1. Gerä­te: Mas­sen­spek­tro­me­ter, Elek­tro­nen­mi­kro­sko­pe, Gen­ana­ly­se­ge­rä­te usw.

2. Wie­der­keh­ren­de Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en: Reagen­zi­en, Test­kits, Zell­kul­tur­me­di­en, Fil­ter, Che­mi­ka­li­en und sons­ti­ger Labor­be­darf.

3. Dienst­leis­tun­gen: War­tung, Labor­ser­vices, kli­ni­sche Stu­di­en, Medi­ka­men­ten­ent­wick­lung und Auf­trags­pro­duk­ti­on.

Der ent­schei­den­de Punkt am TMO-Geschäfts­mo­dell ist des­halb: Ther­mo Fisher muss nicht wis­sen, wel­ches neue Medi­ka­ment erfolg­reich sein wird. Das Unter­neh­men ver­dient dar­an, dass die gesam­te Pharma‑, Biotech‑, Dia­gnos­tik- und For­schungs­bran­che kon­ti­nu­ier­lich forscht, tes­tet und pro­du­ziert.

Inves­to­ren­sicht

Aus Inves­to­ren­sicht sind bei Ther­mo Fisher (TMO) vor allem fünf Punk­te ent­schei­dend:

  • Wie­der­keh­ren­de Umsät­ze: Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und Ser­vices machen das Geschäft rela­tiv robust.
  • Burg­gra­ben: gro­ße instal­lier­te Gerä­te­ba­sis, hohe Wech­sel­kos­ten, star­ke Mar­ken und enor­me Ver­triebs­kraft.
  • Orga­ni­sches Wachs­tum: 2025 lag es nur bei 2 % – ent­schei­dend ist, ob TMO wie­der nach­hal­tig stär­ker wächst.
  • Mar­gen & Cash­flow: 2025 etwa 22,7 % berei­nig­te ope­ra­ti­ve Mar­ge und 6,34 Mrd. USD Free Cash­flow.
  • Bewer­tung: Ein her­vor­ra­gen­des Unter­neh­men kann trotz­dem eine schlech­te Aktie sein, wenn man zu teu­er kauft.

Kurz: Bei TMO wür­de ich beson­ders auf orga­ni­sches Wachs­tum + Mar­gen + Free-Cash­flow-Wachs­tum + Bewer­tung ach­ten.

News zum Unter­neh­men

  • Q2 2026 deut­lich stär­ker als erwar­tet: Umsatz +10 %, orga­nisch +5 %, berei­nig­tes EPS +13 %. Die Aktie sprang nach den Zah­len rund 10 %.
  • 2026-Gewinn­pro­gno­se ange­ho­ben: berei­nig­tes EPS nun 24,93–25,33 USD statt zuvor 24,64–25,12 USD – posi­ti­ves Signal für die ope­ra­ti­ve Erho­lung.
  • Gro­ße Cla­rio-Über­nah­me abge­schlos­sen: Kauf­preis 8,875 Mrd. USD; stärkt das Geschäft mit kli­ni­schen Stu­di­en und digi­ta­len Pati­en­ten­da­ten. Erwar­tet wer­den +0,45 USD EPS im ers­ten Jahr.
  • Nach­fra­ge ver­bes­sert sich: beson­ders bei Bio­tech-Kun­den; auch Chi­na sowie akademische/staatliche Kun­den zeig­ten wie­der bes­se­re Trends. Das ist aktu­ell einer der wich­tigs­ten Kurs­trei­ber.
  • Port­fo­lio-Berei­ni­gung: Ver­kauf des Micro­bio­lo­gy-Geschäfts für rund 1,08 Mrd. USD; stra­te­gisch sinn­voll, aber deut­lich weni­ger kurs­re­le­vant als Earnings/Clario.

Der­zeit am wich­tigs­ten: Die ope­ra­ti­ve Wachs­tums­be­schleu­ni­gung und die ange­ho­be­ne Gui­dance.


Momen­tum-Aktie

Eine Momen­tum-Aktie ist eine Aktie, deren Kurs bereits einen star­ken Auf­wärts- oder Abwärts­trend zeigt und bei der Anle­ger dar­auf set­zen, dass sich die­ser Trend zunächst fort­setzt.

Momen­tum-Anle­ger rich­ten ihren Blick weni­ger auf die Fra­ge, ob eine Aktie güns­tig bewer­tet ist, son­dern vor allem dar­auf, wel­che Titel aktu­ell beson­ders stark stei­gen. Die Grund­idee dahin­ter ist ein­fach: Akti­en, die sich in der Ver­gan­gen­heit bes­ser als der Markt ent­wi­ckelt haben, kön­nen die­sen Trend eine gewis­se Zeit fort­set­zen. Des­halb ach­ten Momen­tum-Anle­ger auf Kurs­stär­ke, rela­ti­ve Per­for­mance, Han­dels­vo­lu­men und kla­re Auf­wärts­trends. Ent­schei­dend ist dabei nicht, eine Aktie mög­lichst früh zu ent­de­cken, son­dern in einen bereits bestehen­den Trend ein­zu­stei­gen. Gleich­zei­tig birgt die­se Stra­te­gie Risi­ken, denn star­ke Kurs­be­we­gun­gen kön­nen abrupt enden. Momen­tum-Inves­t­ing setzt daher auf Trends – und auf die Fähig­keit, recht­zei­tig zu erken­nen, wenn deren Stär­ke nach­lässt.

Die Schat­ten­sei­ten der Momen­tum-Stra­te­gie

Das Haupt­ri­si­ko sind soge­nann­te Momen­tum-Rever­sals: Sobald sich die Markt­stim­mung dreht, kön­nen zuvor beson­ders stark gestie­ge­ne Akti­en auch über­durch­schnitt­lich schnell fal­len.

Die Momen­tum-Stra­te­gie ver­spricht auf den ers­ten Blick einen ein­fa­chen Königs­weg an der Bör­se: Kau­fe, was steigt, ver­kau­fe, was fällt, und rei­te auf der Wel­le des Trends. Doch wer sich allein auf die­se Logik ver­lässt, unter­schätzt oft die Risi­ken, die sich hin­ter dem schein­bar simp­len Prin­zip ver­ber­gen.

Das größ­te Pro­blem ist die Anfäl­lig­keit für plötz­li­che Trend­um­keh­run­gen. Gera­de wenn sich Märk­te nach star­ken Ver­wer­fun­gen abrupt erho­len, kön­nen Momen­tum-Port­fo­li­os inner­halb weni­ger Wochen einen Groß­teil ihrer Gewin­ne wie­der ver­lie­ren – Phä­no­me­ne, die als “Momen­tum Cra­s­hes” bekannt sind. Hin­zu kommt, dass Momen­tum-Akti­en sich häu­fig in bestimm­ten Bran­chen kon­zen­trie­ren, was die Diver­si­fi­ka­ti­on schwächt und das Port­fo­lio anfäl­lig für sek­tor­spe­zi­fi­sche Schocks macht.

Auch die Markt­me­cha­nik selbst birgt Tücken: Weil zahl­rei­che Anle­ger und quan­ti­ta­ti­ve Fonds ähn­li­che Stra­te­gien ver­fol­gen, ent­steht ein soge­nann­tes Crow­ding-Risi­ko. Kippt die Stim­mung, zie­hen sich vie­le Akteu­re gleich­zei­tig zurück, was Ver­lus­te dra­ma­tisch beschleu­ni­gen kann. Wer zudem auf einen bereits lau­fen­den Trend auf­springt, läuft Gefahr, spät ein­zu­stei­gen – oft genau dann, wenn der Höhe­punkt bereits über­schrit­ten ist.

Nicht zu unter­schät­zen sind schließ­lich die psy­cho­lo­gi­schen Fal­len: Über­mä­ßi­ges Ver­trau­en in kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen, die Schwie­rig­keit, recht­zei­tig aus­zu­stei­gen, und die Nei­gung, Über­trei­bun­gen und Bla­sen­bil­dung noch zu ver­stär­ken. Wer Momen­tum-Inves­t­ing betreibt, soll­te sich die­ser Risi­ken bewusst sein und mit kla­ren Regeln – etwa Stop-Loss-Mecha­nis­men, begrenz­ten Posi­ti­ons­grö­ßen und einer Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Anla­ge­fak­to­ren – gegen­steu­ern.

Infor­ma­ti­on

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Die hier dar­ge­stell­ten Charts die­nen ledig­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und stel­len kei­ne Kauf- oder Ver­kaufs­emp­feh­lung dar.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater