Die Pressemitteilung von S&P Global zeigt, dass sich die deutsche Industrie im August 2026 deutlich erholt hat. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe stieg von 52,2 auf 54,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 51 Monaten. Werte über 50 bedeuten eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat.
Haupttreiber waren die stark gestiegenen Neuaufträge. Sie nahmen so kräftig zu wie seit Februar 2022 nicht mehr; auch das Exportgeschäft entwickelte sich ähnlich positiv. Als Gründe werden unter anderem höhere Verteidigungsausgaben, der Bau von Rechenzentren und der Lageraufbau vieler Unternehmen genannt. Dadurch wurde die Produktion so stark ausgeweitet wie seit mehr als viereinhalb Jahren nicht mehr.
Gleichzeitig gibt es weiterhin Probleme in den Lieferketten. Lieferzeiten verlängerten sich deutlich, unter anderem wegen einer höheren Nachfrage nach elektronischen Bauteilen, logistischer Schwierigkeiten und niedriger Wasserstände des Rheins. Deshalb erhöhten die Unternehmen ihre Einkaufsmenge stark, um wichtige Materialien abzusichern.
Bei den Preisen blieb der Kostendruck zwar hoch, insbesondere bei Elektronik, Energie und Transport, die Inflation der Einkaufspreise schwächte sich aber auf den niedrigsten Stand seit Februar ab.
Der Arbeitsmarkt in der Industrie bleibt dagegen schwach: Die Beschäftigung ging erneut zurück. Allerdings verlangsamte sich der Stellenabbau zum dritten Mal in Folge und war so gering wie seit September 2023 nicht mehr.
Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich deutlich verbessert und erreichten den höchsten Stand seit Ende Februar 2026. Insgesamt deutet der Bericht also auf einen kräftigeren industriellen Aufschwung hin, allerdings mit Risiken durch Lieferengpässe, hohe Kosten und weiterhin sinkende Beschäftigung.
Kurz gesagt: Mehr Aufträge → mehr Produktion → optimistischere Unternehmen. Gleichzeitig bleiben Lieferketten, Kosten und Beschäftigung die wichtigsten Schwachstellen.
Quelle: S&P Global