Kriminalitätsfelder in Bezug auf Bahnhöfe und Züge im ersten Halbjahr 2026
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu Kriminalität in Bahnhöfen und Zügen im ersten Halbjahr 2026.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die Bundespolizei registrierte insgesamt 98.026 Straftaten (ohne Massendelikte) im Zusammenhang mit Bahnhöfen und Zügen. Darunter waren:
- 14.049 Gewaltdelikte
- 1.104 Sexualdelikte
- 24.162 Eigentumsdelikte
- 16.056 Sachbeschädigungen
- 4.476 Betäubungsmitteldelikte
- 796 Waffendelikte
- Bei den Tatverdächtigen waren sowohl deutsche als auch nichtdeutsche Personen vertreten. Bei Gewaltdelikten wurden beispielsweise 5.596 deutsche und 4.631 nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst.
- Unter den häufigsten nichtdeutschen Staatsangehörigkeiten bei Gewaltdelikten lagen syrische, polnische und ukrainische Tatverdächtige vorn. Bei Eigentumsdelikten waren polnische, ukrainische und rumänische Staatsangehörige am häufigsten vertreten.
- Im ersten Halbjahr 2026 wurden 44 Fälle registriert, in denen Personen in den Gleisbereich gestoßen wurden.
- Bei Angriffen wurden 204 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten verletzt, davon waren 20 vorübergehend dienstunfähig.
- Die kriminalitätsstärksten Bahnhöfe nach Gesamtzahl der Straftaten waren:
- Köln Hbf (2.664)
- Hamburg Hbf (2.662)
- Frankfurt (Main) Hbf (2.226)
- Hannover Hbf (1.873)
- Leipzig Hbf (1.783)
- Die meisten Gewaltdelikte wurden an den Hauptbahnhöfen Leipzig, Hannover und Frankfurt am Main registriert.
- Die Bundespolizei erfasste:
- 54 Messerangriffe in Zügen
- 141 Messerangriffe an Bahnhöfen
- Zur Organisierten Kriminalität an den genannten Bahnhöfen erklärt die Bundesregierung, dass ihr keine entsprechenden Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vorliegen.
Insgesamt zeigt die Drucksache, dass insbesondere große Hauptbahnhöfe in Köln, Hamburg, Frankfurt, Hannover und Leipzig die höchsten Fallzahlen aufweisen und dass Eigentums- sowie Gewaltdelikte den größten Teil des Kriminalitätsgeschehens im Bahnverkehr ausmachen.
Quelle: [Drucksache 21/8523]