- Außenhandel: Die Exporte stiegen im Juni saison- und kalenderbereinigt um 0,9 % zum Vormonat auf 139,3 Mrd. € – ein neuer Monatsrekord. Die Importe legten deutlich stärker um 4,4 % auf 123,9 Mrd. € zu. Dadurch sank der Außenhandelsüberschuss auf 15,4 Mrd. €. Gegenüber Juni 2025 lagen die Exporte 6,6 %, die Importe 8,4 % höher. Besonders auffällig: Die Exporte in die USA brachen gegenüber Mai um 14,2 % ein, während die Importe aus China um 9,1 % zunahmen.
- Industrie und Produktion: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe erhöhte sich im Juni nur leicht um 0,2 % gegenüber Mai. Im Dreimonatsvergleich April–Juni lag sie aber 0,7 % über den vorherigen drei Monaten. Gegenüber Juni 2025 war die Produktion praktisch unverändert bzw. 0,1 % niedriger. Getragen wurde der Monatsanstieg vor allem von der Automobilindustrie (+3,6 %) und dem sonstigen Fahrzeugbau (+8,4 %). Der Maschinenbau fiel dagegen um 3,9 %. Die Industrieproduktion insgesamt stagnierte bei 0,0 %.
- Lkw-Maut-Fahrleistung: Im Juli stieg die Fahrleistung schwerer Lkw um 0,8 % gegenüber Juni, lag aber noch 0,5 % unter dem Vorjahresniveau. Dieser Index gilt als Frühindikator für die Industrie, weil er etwa einen Monat vor dem Produktionsindex verfügbar ist.
Gesamtbild: Kurzfristig gibt es Anzeichen einer leichten Belebung: Exporte, Produktion und Lkw-Verkehr steigen gegenüber dem Vormonat. Von einem kräftigen Aufschwung kann aber noch nicht gesprochen werden. Die Industrie stagniert insgesamt, der Maschinenbau ist schwach, die Lkw-Fahrleistung liegt noch unter Vorjahr und der Außenhandelsüberschuss schrumpft, weil die Importe wesentlich schneller wachsen als die Exporte. Besonders auffällig ist zudem die Schwäche im US-Geschäft.