Der 29. Juli 2026 war geprägt von weitreichenden politischen Umbrüchen in der Union, einer kontroversen Reform der Energiewende, eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie dramatischen Naturereignissen in Europa.
1. Machtwechsel und Unruhe in der Union: Der Kabinettsumbau
Im Zentrum des Tages stand die personelle Neuausrichtung der Unionsgeführten Bundesregierung unter Kanzler Friedrich März.
- Wahl von Thorsten Frei: In einer Sondersitzung der Unionsfraktion wurde Thorsten Frei mit 91,9 % der Stimmen zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Trotz im Vorfeld befürchteter „Denkzettel“ für die Parteiführung erhielt Frei damit ein starkes Mandat.
- Neue Ministerriege: Das Kabinett wurde an drei Stellen umgebaut: Steffen Bilger übernahm das Verkehrsressort, Carsten Linnemann wurde Gesundheitsminister und Nina Warken wurde als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik zur Kanzleramtsministerin ernannt.
- Kritik am Führungsstil: Die Entlassung des bisherigen Verkehrsministers Patrick Schnieder löste erhebliche Unruhe aus. Kritiker innerhalb der Partei und an der Basis bemängelten die „rüde“ Kommunikation und den Umgang des Kanzlers mit seinem Personal. März räumte Versäumnisse in der Kommunikation ein und versprach, Reformen künftig besser zu erklären. An der Basis wird jedoch weiterhin an seiner Eignung als Kanzler gezweifelt, während die Union in Umfragen auf 22 % gefallen ist.
2. Energiewende: Aus für die Solar-Förderung
Das Bundeskabinett beschloss eine tiefgreifende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die vor allem private Investoren trifft:
- Ende der Einspeisevergütung: Für neue kleine Solaranlagen (bis 25 kW) auf Hausdächern wird die garantierte Vergütung ab 2027 schrittweise abgeschafft. Statt wie bisher 20 Jahre lang einen festen Betrag zu erhalten, wird die Förderung auf maximal drei Jahre begrenzt; danach muss der Strom direkt vermarktet werden.
- Begründung und Kritik: Wirtschaftsministerin Reiche argumentierte, man wolle die Kosten für den Steuerzahler (ca. 15–17 Mrd. Euro jährlich) senken und Anlagen nicht mehr fördern, die sich ohnehin rechnen. Branchenverbände und die Opposition kritisieren hingegen, dass dies den Ausbau der Erneuerbaren massiv ausbremsen und zehntausende Arbeitsplätze gefährden würde.
3. Geopolitik: Eskalation im Nahen Osten
Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat sich drastisch verschärft:
- Angriffe auf US-Stützpunkte: Der Iran feuerte mehrere Raketen auf die jordanische Luftwaffenbasis Al-Azraq ab, auf der auch US-Truppen und Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Laut US-Angaben konnten die Angriffe abgewehrt werden.
- Reaktionen: Die USA und Saudi-Arabien reagierten mit Bombardements auf iran-treue Milizen im Irak. Zudem drohen die Huthi-Rebellen im Jemen mit der Einführung von Gebühren für den Schiffsverkehr im Roten Meer.
4. Wirtschaft: Licht und Schatten im DAX und bei BMW
Trotz der weltpolitischen Krisen behauptete sich der deutsche Leitindex:
- DAX-Stabilität: Dank starker Quartalszahlen schloss der DAX bei 25.460 Punkten nur minimal im Minus. Rheinmetall verzeichnete Rekordgewinne (+6,1 %) durch den anhaltenden Rüstungsboom, und die Deutsche Bank überraschte mit dem höchsten Vorsteuerergebnis seit 2007.
- BMW-Stellenabbau: Als letzter großer deutscher Autobauer kündigte BMW an, weltweit rund 8.000 Stellen (vor allem in Verwaltung und Entwicklung in Deutschland) abzubauen. Grund hierfür ist primär die Absatzkrise im wichtigen chinesischen Markt.
5. Sport: Aufruhr um FIFA-Investoren-Pläne
FIFA-Präsident Gianni Infantino sorgt mit Plänen für eine Teil-Privatisierung der Fußball-Weltmeisterschaft für Empörung:
- Verkauf von Rechten: Etwa 20 % der kommerziellen Rechte an WM-Turnieren sollen an private Investoren verkauft werden. Infantino setzte den Verbänden eine Frist bis Mitte September zur Zustimmung.
- Boykott-Drohung: Die UEFA und der DFB übten scharfe Kritik. DFB-Präsident Neuendorf warnte davor, den Fußball zum „Spielball von Investoren“ zu machen. Ein WM-Boykott durch die europäischen Verbände steht als mögliches Druckmittel im Raum.
6. Wetter und Umwelt: Hitzewelle und Waldbrände
Südeuropa kämpft gegen massive Flammen, während Deutschland vor extremen Unwettern steht:
- Waldbrände: In der Region um Bordeaux (Frankreich), in Spanien und Portugal wüten weiterhin schwere Waldbrände, angefacht durch Temperaturen um 40 Grad und starke Winde. Auf Kreta kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben.
- Extremwetter in Deutschland: Für den nächsten Tag wird der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Gleichzeitig warnt der Wetterdienst vor einer heraufziehenden Kaltfront mit schweren Sturmböen bis hin zu Orkanböen und heftigen Gewittern, die einen Temperatursprung von bis zu 15 Grad verursachen können.
Zusätzliche Themen des Tages:
- CSD-Anschlag Berlin: Die politische Aufarbeitung des Terroranschlags begann im Innenausschuss. Diskutiert wird, warum der bekannte Gefährder keine elektronische Fußfessel trug.
- Afghanistan: Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban wird die katastrophale Lage der Frauen und die extreme Armut im Land in einer neuen Dokumentation beleuchtet.
- Wacken: Das weltgrößte Heavy-Metal-Festival startete mit 85.000 Besuchern in Schleswig-Holstein.
Das Wetter war am 29. Juli 2026 von einer extremen Hitzewelle geprägt, die ihren absoluten Höhepunkt für den darauffolgenden Donnerstag ankündigte, während gleichzeitig schwere Unwetter und ein massiver Temperatursturz vorbereitet wurden.
Aktuelle Lage und tropische Nächte
- Temperaturen: In Deutschland war es bereits sehr heiß. In Städten wie Frankfurt am Main wurden in diesem Jahr bereits zehn Tage mit Temperaturen über 35 °C gemessen, was fast den Rekordsommer von 2003 einstellt.
- Nacht: Für die Nacht auf Donnerstag wurden verbreitet tropische Nächte (Temperaturen um 20 °C) vorhergesagt, insbesondere in den westlichen Ballungszentren. Ansonsten blieb es bei 15 bis 19 °C meist sternenklar, was ein kurzes Durchlüften ermöglichte.
Extreme Wetterereignisse am Donnerstag (30. Juli)
Die Wetterberichte warnten eindringlich vor dem Donnerstag als dem „heißesten Tag der Woche“.
- Spitzentemperaturen: Die Werte sollten verbreitet auf 35 bis 39 °C steigen, wobei örtlich die 40-Grad-Marke geknackt werden sollte. Am Oberrhein hielten Meteorologen sogar bis zu 41 °C für möglich.
- Temperatursprung und Unwetter: Eine heraufziehende Kaltfront und ein Tiefdruckgebiet sollten am Nachmittag im Westen und Nordwesten auf die Hitze treffen. Dabei wurde eine „scharfe Kante“ zwischen den Luftmassen erwartet, die einen Temperatursprung von rund 15 Grad verursachen kann (z. B. 40 °C im Osten gegenüber 25 °C im Westen).
- Sturmböen und Orkane: An dieser Front sollten sich schwere Gewitter und fast flächendeckend Sturm- bis Orkanböen entwickeln. In Regionen wie Ostwestfalen-Lippe wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h prognostiziert.
Aussichten für das Wochenende
Nach dem Durchzug der Unwetterfront sollte es von Norden her kühler werden. Während es im Norden ab Freitag deutlich angenehmer werden sollte, bleibt es im Süden zwar heiß, aber mit Werten um 31 °C am Samstag „aushaltbar“.
