Die SPD plant, die Steu­ern für Wohl­ha­ben­de zu erhö­hen

In einem Inter­view mit der BILD-Zei­tung äußert sich SPD-Gene­ral­se­kre­tär Tim Klüs­sen­dorf zu den aktu­el­len poli­ti­schen Plä­nen sei­ner Par­tei, wobei die Schwer­punk­te auf der Steu­er­po­li­tik, der Wirt­schafts­för­de­rung und der inne­ren Sicher­heit lie­gen.

Steu­er­plä­ne: Fokus auf hohe Ver­mö­gen

Klüs­sen­dorf betont, dass die SPD die Belas­tung für die brei­te Mas­se sen­ken möch­te, wäh­rend gleich­zei­tig sehr hohe Ver­mö­gen und Erb­schaf­ten stär­ker her­an­ge­zo­gen wer­den sol­len.

  • Erb­schaft­steu­er: Geplant ist ein Unter­neh­mens­frei­be­trag von fünf Mil­lio­nen Euro. Laut Klüs­sen­dorf wären damit über 80 Pro­zent aller Unter­neh­men in Deutsch­land von der Steu­er befreit, sodass der Mit­tel­stand und klei­ne Hand­wer­ker nicht gefähr­det wür­den. Ziel sei es, dass die Grup­pe mit den höchs­ten Ver­mö­gen einen zusätz­li­chen Bei­trag zur Finan­zie­rung von Gesund­heit, Pfle­ge und Ren­te leis­tet.
  • Ver­mö­gen­steu­er: Hier gibt es den Vor­schlag, ab einem Ver­mö­gen von 100 Mil­lio­nen Euro eine Steu­er von einem Pro­zent zu erhe­ben. Klüs­sen­dorf argu­men­tiert, dass sol­che Ver­mö­gen Ren­di­ten von 7 bis 10 Pro­zent erwirt­schaf­ten, wes­halb die Steu­er ledig­lich das Wachs­tum die­ser Ver­mö­gen mini­mal dämp­fen wür­de, statt den Besit­zern „etwas weg­zu­neh­men“.
  • Ein­kom­men­steu­er: Er weist dar­auf hin, dass die Ein­kom­men­steu­er aktu­ell gesenkt wird.

Wirt­schaft und Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung

Um die Wirt­schaft zu unter­stüt­zen, setzt die SPD auf mas­si­ve Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung.

  • Ein Beschluss des Koali­ti­ons­aus­schus­ses sieht vor, zunächst alle Berichts­pflich­ten zu strei­chen. Minis­te­ri­en müs­sen nun aktiv begrün­den und neu ver­han­deln, wel­che Pflich­ten erhal­ten blei­ben sol­len.
  • Zudem lie­ge ein Fokus dar­auf, Inves­ti­tio­nen am Stand­ort Deutsch­land wie­der ver­stärkt zu för­dern.

Inne­re Sicher­heit und Ter­ror­ab­wehr

Nach einem Atten­tat beim CSD in Ber­lin, bei dem Klüs­sen­dorf selbst kurz zuvor vor Ort war, for­dert er eine lücken­lo­se Auf­ar­bei­tung der Behör­den­ent­schei­dun­gen.

  • Er zeigt sich offen für eine stär­ke­re Nut­zung von Fuß­fes­seln für Gefähr­der.
  • Klüs­sen­dorf signa­li­siert Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft gegen­über stren­ge­ren Maß­nah­men, wie sie von Alex­an­der Dob­rindt (CSU) vor­ge­schla­gen wur­den, dar­un­ter Prä­ven­tiv­haft und Ver­schär­fun­gen im Jugend­straf- sowie Bewäh­rungs­recht für Gefähr­der.

Par­tei­in­ter­ne Lage und Wah­len

Ange­sichts anste­hen­der Land­tags­wah­len und schlech­ter Umfra­ge­wer­te lehnt der Gene­ral­se­kre­tär aktu­el­le Per­so­nal­de­bat­ten ab.

  • Der Fokus lie­ge auf dem Erfolg bei den Wah­len und dem Kampf gegen das Erstar­ken der AfD.
  • Die Ent­schei­dung, dass Lars Kling­beil und Bär­bel Bas Par­tei- und Minis­ter­äm­ter gleich­zei­tig wahr­neh­men, ver­tei­digt er als gemein­sa­me Ent­schei­dung des Bun­des­par­tei­tags.
  • Einer Her­ab­set­zung der Fünf-Pro­zent-Hür­de auf drei Pro­zent (wie in Sach­sen-Anhalt dis­ku­tiert) steht er skep­tisch gegen­über und zeigt sich zuver­sicht­lich, dass die SPD deut­lich über fünf Pro­zent lan­den wird.

SPD-Gene­ral­se­kre­tär Tim Klüs­sen­dorf begrün­det die Not­wen­dig­keit einer neu­en Ver­mö­gen­steu­er pri­mär mit der sozia­len Gerech­tig­keit und der Finan­zie­rung staat­li­cher Kern­auf­ga­ben.

  • Finan­zie­rung des Sozi­al­staats: Klüs­sen­dorf führt an, dass in Berei­chen wie Gesund­heit, Pfle­ge und Ren­te Refor­men und Inves­ti­tio­nen anste­hen. Er hält es für mora­lisch nicht ver­tret­bar, der Bevöl­ke­rung Ein­spa­run­gen in die­sen Berei­chen zuzu­mu­ten, wäh­rend die Grup­pe mit den „aller­höchs­ten Ver­mö­gen und Erb­schaf­ten“ kei­nen zusätz­li­chen Bei­trag leis­te.
  • Kei­ne Sub­stanz­be­steue­rung, son­dern Wachs­tums­dämp­fung: Er betont, dass der Vor­schlag (eine Steu­er von einem Pro­zent ab einem Ver­mö­gen von 100 Mil­lio­nen Euro) den Betrof­fe­nen „nichts weg­neh­me“. Da sol­che gro­ßen Ver­mö­gen jähr­li­che Ren­di­ten von sie­ben bis teil­wei­se über zehn Pro­zent erwirt­schaf­ten, wür­de die Steu­er ledig­lich das wei­te­re Wachs­tum die­ser Ver­mö­gen mini­mal dämp­fen.
  • Fokus auf Super­rei­che: Die Steu­er zielt expli­zit auf eine sehr klei­ne Grup­pe mit extrem hohen Ver­mö­gen ab, um die brei­te Mas­se und den Mit­tel­stand nicht zusätz­lich zu belas­ten.

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