Finan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen Deutsch­lands gegen­über der Ukrai­ne

Finan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen Deutsch­lands gegen­über der Ukrai­ne, Inves­ti­ti­ons- und Sanie­rungs­be­darf im Inland und finanz­po­li­ti­scher Hand­lungs­spiel­raum des Bun­des

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine AfD-Anfra­ge zu den finan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen Deutsch­lands gegen­über der Ukrai­ne, dem Inves­ti­ti­ons­be­darf im Inland und dem finanz­po­li­ti­schen Hand­lungs­spiel­raum des Bun­des.

Wich­tigs­te Aus­sa­gen:

  • Die Bun­des­re­gie­rung bekräf­tigt, dass sie die Ukrai­ne wei­ter­hin poli­tisch, finan­zi­ell, huma­ni­tär, zivil und mili­tä­risch unter­stüt­zen will, solan­ge dies erfor­der­lich ist. Sie begrün­det dies mit den sicher­heits­po­li­ti­schen Fol­gen eines rus­si­schen Sie­ges.
  • Par­al­lel dazu ver­weist die Bun­des­re­gie­rung auf umfang­rei­che Inves­ti­tio­nen in Deutsch­land, ins­be­son­de­re über das Son­der­ver­mö­gen für Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät (SVIK), mit Schwer­punk­ten auf Ver­kehr, Digi­ta­li­sie­rung, For­schung, Inno­va­ti­on und Bil­dung.
  • Die kon­kre­ten Anga­ben zu den geplan­ten und bereits gebun­de­nen Ukrai­ne-Hil­fen (Fra­gen 1, 2 und 20) wur­den als „VS-Nur für den Dienst­ge­brauch“ ein­ge­stuft und sind daher nicht öffent­lich wie­der­ge­ge­ben.
  • Zu den Kos­ten des Wie­der­auf­baus der Ukrai­ne erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass eine belast­ba­re Gesamt­schät­zung bis 2030 der­zeit nicht mög­lich sei, weil der wei­te­re Ver­lauf des Krie­ges unge­wiss ist. Zudem ver­weist sie dar­auf, dass Russ­land völ­ker­recht­lich zur Wie­der­gut­ma­chung ver­pflich­tet sei.
  • Zu den finan­zi­el­len Fol­gen eines mög­li­chen EU-Bei­tritts der Ukrai­ne nennt die Bun­des­re­gie­rung kei­ne kon­kre­ten Zah­len. Die Aus­wir­kun­gen auf EU-Haus­halt, Agrar­po­li­tik, Kohä­si­ons­fonds und deut­sche Bei­trä­ge hin­gen von der spä­te­ren Aus­ge­stal­tung des EU-Finanz­rah­mens ab.
  • Für die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung erwar­tet die Bun­des­re­gie­rung, dass die 2026 beschlos­se­nen Maß­nah­men die Finan­zie­rungs­lü­cke in den Jah­ren 2027 und 2028 schlie­ßen. Für 2029 und 2030 ver­blei­be nur eine gerin­ge Deckungs­lü­cke.
  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­weist für den Inves­ti­ti­ons- und Sanie­rungs­be­darf der öffent­li­chen Infra­struk­tur auf Unter­su­chun­gen des Deut­schen Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) und das SVIK-Moni­to­ring. Eige­ne pau­scha­le Gesamt­sum­men für alle Berei­che wer­den hier nicht genannt.
  • Die Mit­tel unter der Haus­halts­po­si­ti­on „Hil­fe für völ­ker­rechts­wid­rig ange­grif­fe­ne Staa­ten“ sind nach aktu­el­ler Pla­nung voll­stän­dig für die Unter­stüt­zung der Ukrai­ne vor­ge­se­hen.
  • Geplan­te Bun­des­in­ves­ti­tio­nen in die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur:
    • 2027: 33,7 Mrd. Euro
    • 2028: 34,1 Mrd. Euro
    • 2029: 34,4 Mrd. Euro
    • 2030: 33,2 Mrd. Euro
  • Geplan­te Inves­ti­tio­nen des Bun­des im schu­li­schen Bereich:
    • 2027: 5,4 Mrd. Euro
    • 2028: 5,8 Mrd. Euro
    • 2029: 6,0 Mrd. Euro
    • 2030: 4,7 Mrd. Euro
  • Für die Kran­ken­haus­re­form stellt der Bund über den Kran­ken­haus­trans­for­ma­ti­ons­fonds von 2026 bis 2029 jähr­lich 3,5 Mrd. Euro bereit; von 2030 bis 2035 jeweils 2,5 Mrd. Euro.
  • Die Bun­des­re­gie­rung betont abschlie­ßend, dass sie auf eine wachs­tums­ori­en­tier­te Finanz­po­li­tik, Struk­tur­re­for­men und hohe Inves­ti­tio­nen setzt, um sowohl inter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen als auch den Infra­struk­tur­be­darf im Inland finan­zie­ren zu kön­nen.

Kurz gesagt: Die Druck­sa­che bestä­tigt die wei­te­re Unter­stüt­zung der Ukrai­ne, nennt aber vie­le Detail­zah­len zu künf­ti­gen Ukrai­ne-Hil­fen nicht öffent­lich. Gleich­zei­tig hebt die Bun­des­re­gie­rung umfang­rei­che Inves­ti­tio­nen in deut­sche Infra­struk­tur und Sozi­al­sys­te­me her­vor und sieht bei­des grund­sätz­lich als ver­ein­bar an.


Quel­le: [Druck­sa­che 21/8664]

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