Frankreich erwartet 2027 eine massive Haushaltsknappheit, weil Verteidigungsausgaben und Schuldenzinsen stark steigen. Fast alle anderen Ministerien müssen sich auf real eingefrorene Budgets einstellen, was einen harten politischen Haushaltskampf vor der Präsidentschaftswahl 2027 ankündigt.
1. Starker Anstieg bei Verteidigung & Schuldenzinsen
- Die Schuldenzinsen steigen 2027 von 64,8 Mrd. € auf 74,2 Mrd. €
- Die Verteidigungsausgaben erhöhen sich um 6,4 Mrd. € gemäß dem Militärprogrammgesetz
- Diese beiden Posten machen den Großteil des Ausgabenwachstums aus.
2. Ministerien müssen sparen
- Ohne Verteidigung steigen die Ministerbudgets nur um 1,5 Mrd. € – real ein Einfrieren der Ausgaben
- Umwelt, Bildung, Sicherheit und Justiz erhalten nur leichte Erhöhungen
- Kürzungen: Beschäftigungspolitik –2,8 Mrd. €, Entwicklungshilfe sinkt ebenfalls
3. Politischer Konflikt erwartet
- Die Budgetobergrenzen bereiten einen schwierigen Haushaltskampf im Parlament ab Oktober vor
- Hintergrund: Die Regierung will das Defizit vor der Präsidentschaftswahl 2027 kontrollieren, bei der laut Umfragen die extreme Rechte profitieren könnte
4. Sozialversicherung bleibt größter Kostentreiber
- Sozialausgaben steigen 2027 um 17 Mrd. € auf 838,3 Mrd. € – schneller als die Inflation
- Haupttreiber: Gesundheits- und Rentenkosten
5. Auch Kommunen sollen beitragen
- Lokale Behörden sollen ebenfalls zur Haushaltskonsolidierung beitragen
Frankreich steht 2027 vor einer finanziellen Belastungsprobe, die politisch brisant ist: Verteidigung und Schuldendienst wachsen stark, während fast alle anderen Bereiche sparen müssen. Die Sozialversicherung bleibt ein strukturelles Problem.