Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu hitzebedingten Schäden an der Verkehrsinfrastruktur.
Wichtigste Aussagen
- Die Anfrage befasst sich mit den Folgen der extremen Hitzewellen im Sommer 2026 für Autobahnen, Bundesstraßen, Schienenwege, Wasserstraßen, Flughäfen und den ÖPNV. Genannt werden unter anderem Fahrbahnschäden, Zugausfälle, Niedrigwasser und Einschränkungen im Flugverkehr.
Bundesautobahnen
- Für die Jahre 2013 bis 2015 wurden 30, 18 bzw. 19 Autobahnabschnitte mit hitzebedingten Schäden gemeldet. Für 2006 bis 2012 liegen laut Bundesregierung keine Meldungen vor.
- Angaben zu betroffenen Streckenlängen, Sperrtagen oder den Kosten der Schadensbeseitigung werden nicht separat erfasst.
- Die Bundesregierung sieht Hitzeschäden als Einzelfälle, die vor allem ältere und stark belastete Streckenabschnitte betreffen.
- Zur Vorsorge wurden die Konstruktionsstandards für Betonfahrbahnen verbessert; neuere Fahrbahnen gelten als deutlich hitzeresistenter.
Bundesstraßen
- Für Bundesstraßen gelten ähnliche technische Anpassungen wie für Autobahnen. Detaillierte Kosten- und Schadensdaten werden ebenfalls nicht separat ausgewiesen.
Klimaanpassung bei Fernstraßen
- Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS 2024) werden technische, ökologische und planerische Maßnahmen umgesetzt, darunter angepasste Beläge, Entwässerungssysteme, Monitoring und Frühwarnsysteme.
- Für Resilienzmaßnahmen werden keine gesonderten Haushaltsmittel ausgewiesen; sie sind Teil der allgemeinen Investitions- und Erhaltungsprogramme.
Binnenwasserstraßen und Niedrigwasser
- Für Rhein, Donau, Elbe, Weser und Oder werden zahlreiche Niedrigwassertage im Jahr 2026 dokumentiert; besonders hohe Werte zeigen die Pegel am Rhein.
- Es gibt bei Niedrigwasser keine formale Einstellung der Schifffahrt. Reedereien passen ihre Beladung eigenverantwortlich an die Wasserstände an.
- Die Bundesregierung hat keine eigenen Berechnungen zu den volkswirtschaftlichen Kosten des Niedrigwassers vorgelegt.
- Als Gegenmaßnahmen werden unter anderem Niedrigwasservorhersagen, das neue Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) und Infrastrukturprojekte an Rhein und Donau genannt.
Schienenverkehr
- Die Bundesregierung will die Resilienz der Bundesschienenwege bis 2050 gegenüber Hitze, Dürre, Starkregen und weiteren Extremwetterereignissen erhöhen.
- Viele angefragte Detaildaten zu Langsamfahrstellen, Störungen und Infrastrukturproblemen werden aus Gründen des Schutzes Kritischer Infrastrukturen als „VS-Vertraulich“ eingestuft und nicht öffentlich veröffentlicht.
- Nach Angaben der DB InfraGO sind moderne, regelkonform gebaute Gleisanlagen grundsätzlich hitzeunempfindlich.
- Extreme Hitze führte 2026 laut DB InfraGO dennoch zu Störungen an Gleisen, Weichen, Leit- und Sicherungstechnik sowie Bahnübergängen.
ÖPNV
- Die Bundesregierung fördert keine speziellen Programme zum Austausch nicht klimatisierter Fahrzeuge, stellt den Ländern jedoch Regionalisierungsmittel bereit. Für 2026 werden diese mit 11,9 Milliarden Euro angegeben. Diese Mittel können auch für klimatisierte und hitzeresistente Fahrzeuge genutzt werden.
- Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird ein Leitfaden zur Klimaresilienz im ÖPNV erarbeitet.
Flughäfen
- Zu hitzebedingten Einschränkungen des Flugbetriebs, betroffenen Passagieren oder volkswirtschaftlichen Kosten liegen der Bundesregierung nach eigener Aussage keine Erkenntnisse vor.
Kernaussage: Die Bundesregierung erkennt zunehmende Belastungen der Verkehrsinfrastruktur durch Hitze und Niedrigwasser an und verweist auf laufende Anpassungsmaßnahmen. Gleichzeitig fehlen für viele Bereiche detaillierte Kosten- und Schadensdaten, da diese entweder nicht separat erfasst oder aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden.
Quelle: [Drucksache 21/8528]