Der Ausdruck „Linke Tränen“ ist ein in konservativen, rechten und rechtsextremen Kreisen verbreiteter Spottspruch. Er wird verwendet, um die angebliche Wehleidigkeit oder moralische Überempfindlichkeit des politischen Gegners aus dem linken Spektrum ins Lächerliche zu ziehen. Das Konzept ist eng verwandt mit dem im englischsprachigen Raum genutzten Begriff „Leftist Tears“ oder „Liberal Tears“, der dort häufig auf Merchandise wie Kaffeetassen vertrieben wird.
Aktuelle Bekanntheit erlangte der Begriff im Oktober 2026 bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags in Sachsen-Anhalt.
- Der Vorfall: Der AfD-Fraktionschef und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund brachte eine schwarze Kaffeetasse mit der Aufschrift „Linke Tränen“ sowie seinen Initialen „U und S“ mit in den Plenarsaal.
- Die Provokation: Siegmund trank während der Parlamentssitzung demonstrativ und lächelnd aus der Tasse und prostete damit anderen Abgeordneten zu – unter anderem genau in dem Moment, als die Alterspräsidentin Eva von Angern in ihrer Eröffnungsrede die AfD scharf kritisierte.
Hintergrund des Vorfalls war der vorangegangene Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt, bei dem die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei knapp 44 Prozent der Stimmen holte.
