1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
- Nominallöhne stiegen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 %.
- Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 2,2 %.
- Daraus ergibt sich ein Reallohnzuwachs von 1,9 %.
Nach den Reallohnverlusten in den Jahren 2020 bis 2023 setzte sich damit der Erholungstrend fort. Der Reallohnindex erreichte 2025 mit 100 Punkten (Basis 2025=100) nahezu wieder das Vorkrisenniveau von 2019 (100,5 Punkte).
Auch im 4. Quartal 2025 zeigte sich ein reales Plus von 1,9 % (Nominallöhne +4,1 %, Preise +2,2 %).
2. Unterschiede nach Wirtschaftsbereichen
Überdurchschnittliche Nominallohnzuwächse verzeichneten:
- Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+5,7 %)
- Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+5,3 %)
- Erziehung und Unterricht (+5,0 %)
Unterdurchschnittliche Zuwächse gab es unter anderem im:
- Bergbau (+2,8 %)
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+3,3 %)
- Verarbeitenden Gewerbe (+3,3 %)
Im 4. Quartal 2025 waren besonders starke Zuwächse im Grundstücks- und Wohnungswesen (+8,1 %) sowie erneut im Bildungs- und Finanzbereich zu beobachten.
3. Unterschiede nach Beschäftigtengruppen
Geschlecht (Vollzeitbeschäftigte)
- Frauen: +4,8 %
- Männer: +4,1 %
Frauen verzeichneten somit prozentual stärkere Nominallohnsteigerungen.
Einkommensgruppen
- Unterstes Einkommensquintil (1. Quintil): +6,0 %
- Oberstes Quintil (5. Quintil): +3,7 %
Geringverdienende profitierten damit überdurchschnittlich. Dieser Trend war bereits 2023 und 2024 zu beobachten.
Weitere Gruppen
- Auszubildende: +6,3 %
- Geringfügig Beschäftigte: +0,5 %
Während Auszubildende deutlich zulegten, stagnierten die Verdienste geringfügig Beschäftigter nahezu.
4. Methodische Hinweise
- Die Inflationsausgleichsprämie, die Ende 2024 auslief, wurde in den Vorjahren als Bestandteil des Bruttomonatsverdienstes erfasst.
- Ihr Wegfall kann das gemessene Lohnwachstum 2025 statistisch dämpfen, da die Vorjahresbasis höher war.
- Ab dem 4. Quartal 2025 wurden alle Verdienstindizes auf das neue Basisjahr 2025=100 umgestellt; dadurch können geringfügige Rundungsabweichungen gegenüber früheren Veröffentlichungen auftreten.
5. Einordnung
Die Daten zeigen eine reale Einkommensverbesserung im Jahr 2025 und eine nahezu vollständige Rückkehr zum Vorkrisenniveau von 2019. Allerdings bedeutet dies lediglich eine Kompensation der vorherigen Kaufkraftverluste, nicht zwingend einen langfristigen Wohlstandsgewinn. Zudem bestehen deutliche sektorale und beschäftigungsbezogene Unterschiede, insbesondere die sehr geringe Dynamik bei geringfügig Beschäftigten.
Insgesamt dokumentiert die Mitteilung eine moderate, inflationsbereinigte Erholung der Löhne bei gleichzeitig anhaltenden strukturellen Differenzen zwischen Branchen und Beschäftigtengruppen.