Am Flughafen Leipzig/Halle untersuchen Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt einen mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer präparierten Drohne. Nach bisherigen Erkenntnissen flog das Gerät am Abend des 4. August 2026 gezielt auf eine geparkte ukrainische Antonow AN-124 zu, prallte an deren Tragfläche ab und stürzte zu Boden. An der Drohne befand sich ein Sprengsatz mit rund 600 Gramm Semtex; offenbar verhinderte ein technischer Defekt die Detonation. Ermittler prüfen außerdem, ob eine weitere Drohne mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidierte, das wegen der zeitweisen Sperrung des Flughafens seinen Landeanflug abbrechen musste.
Die Ermittlungsbehörden gehen von einem schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur aus. Hinweise auf eine Fernsteuerung über das Mobilfunknetz sowie eine in Flughafennähe entdeckte Antenne nähren den Verdacht einer gezielt vorbereiteten Operation. Eine eindeutige Urheberschaft ist bislang jedoch nicht festgestellt. In deutschen Sicherheitskreisen und in westlichen Medien wird eine mögliche russische Beteiligung diskutiert; Moskau weist entsprechende Vorwürfe zurück und spricht seinerseits von einer möglichen ukrainischen Provokation. Auch dieses Szenario ist bislang nicht durch belastbare Beweise belegt. Für die Bewertung des Falls bleibt daher entscheidend, zwischen politischen Zuschreibungen und den gesicherten Ergebnissen der laufenden Ermittlungen zu unterscheiden.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wurden die Nord-Stream-Anschläge mutmaßlich von Ukrainern ausgeführt; ob und auf welcher Ebene ukrainische staatliche Stellen Auftraggeber waren, ist weiterhin Gegenstand der Aufklärung.